Wie ist das mit den Faszien?

Faszien – die Faszientherapie und warum Muskeln verkleben – dazu habe ich ja bereits unter Pferdetherapie einen Artikel geschrieben.

Nun hat Tanja Richter vom IPP ein kurzes Lehrvideo gepostet, das ich ganz toll und anschaulich fand.

Dort wird an einem realen Beispiel über Faszien – die Faszientherapie und warum Muskeln verkleben erläutert. Ich habe es jetzt etwas umgewandelt, und für Laien verständlich gemacht und hoffe, es gefällt euch.

Man sieht in dem Video unten anschaulich an einer Beinscheibe vom Rind, wie die Muskulatur aufgebaut ist und von Faszien umschlossen ist aber auch durchzogen wird. Im weiteren zeige ich hier auch wie sich die manuelle Bearbeitung und Therapie von aussen auswirkt, und wie weit sich das im Gewebe fortsetzt. Dabei kommt es besonders auf die feine manuelle Bearbeitung und Massage an, da zuviel Druck oder mechanische Reize die Muskulatur negativ beeinflussen können.

Ihr werdet euer nächstes Osso bucco auf jeden Fall mit anderen Augen sehen.

Herzlich grüßt, Petra

“Renken Sie auch ein?”

Renken Sie auch ein?

Immer öfter klingelt bei mir das Telefon und ich werde danach gefragt, ob ich denn auch Wirbel einrenke? Wenn ich das verneine, höre ich ein tiefes durchatmen und Erleichterung. Das sind Kunden, die damit schon schlechte Erfahrungen oder eben keinen Therapieerfolg gehabt haben. Wenn ich dann meine sanfte Behandlungsart erkläre, kommt es zum Termin.

Bei den anderen Kunden frage ich nach, was denn eingerenkt gehört, bzw. wie sie darauf kommen. Nicht selten ist es eine Diagnose des Reitlehrers, dass die Lendenwirbel ausgerenkt seien und das Pferd deshalb nicht untertrete. Ich frage dann nach, ob das Pferd noch stehen kann oder ob es nur noch liegt. Das wäre dann der Fall, wenn ein Wirbel tatsächlich ausgerenkt ist. Die durch den Wirbelkanal laufenden Nerven würden gequetscht, das Pferd hätte unsägliche Schmerzen und es käme zur Lähmung.

Dies ist eigentlich selten der Fall, sondern nur eine unqualifizierte Redenswendung. Mehr lesen

Saisonauftakt Wanderreiten 2019

Bei herrlichem Wetter starteten wir mit Sternritten in das Training zum Wanderreiten. Die Pferde hatten noch zum Teil ihr Winterfell. Darauf haben wir mit den Strecken reagiert. Je gute 15 km am ersten und letzten Tag und ein 30km Tagesritt am zweiten Tag waren gut zu schaffen.

Die Pferde liefen zwar hochmotiviert in der Gruppe, waren aber super an ihrer Position zu halten. Auch die Mädels hatten viel zu erzählen und lachen, da waren die Nächte kurz. Es wurde mir wieder bewusst, wie schön wir es hier haben. Es genügt wirklich den Blickwinkel zu ändern, die Sichtweisen der anderen zu überdenken. Wie schön, dass bei uns nix “los” ist, man kann drei Tage reiten und begegnet niemandem. Traktorfahrer, Busfahrer u.a. bremsen noch freundlich ab und winken uns zu. Die Wiesenflächen sind bereits grün, die Obstbäume haben pralle Knospen und erblühen wohl demnächst. Die ersten Schafe und Rinder hüpfen auf den Weiden. Wir machen Pause am Karpfenweiher. Der Storch stakelt durch die Wörnitzaue oder thront auf den Dächern der Stadt. Abends erfreuen wir uns an Köstlichkeiten in bezahlbaren Gasthäusern. Bummeln durch Dinkelsbühl mit seinem Puppenhausambiente, erfreuen uns an den Fachwerkkulissen. “Ach Gott, ist DAS schön hier”, hören wir als Refrain der Tage. Da habt ihr Recht, ich hätte es fast(über den Winter) vergessen. Schön, dass ihr da wart, jetzt weiß ich es wieder!

Vom Heu machen

Es raschelt, es duftet, es hat Sommersonne getankt, es kratzt an den Beinen und hört sich doch so gemütlich an, wenn es die Pferde im Winter malmen.

Doch bis es soweit ist, werden täglich mehrmals verschiedene Wetterdienste befragt um fest zu stellen, dass jeder was anderes verspricht. Oder doch den alten Wetterregeln vertrauen, den Vollmond wieder abwarten? Es einfach zu riskieren kann man nicht eingehen, als Pferdehalter hat man nur den ersten Schnitt als Chance. Bleibt es vier Tage sonnig- oder kommt das Gewitter doch früher?

Die größte Sorge im Radio gehört den Schwimmbadbesuchern- ob es Badezeit ist oder nicht. Tja, die können ihr Handtuch in Sicherheit bringen. Mir helfen nur Stossgebete- ja, man wird sehr gläubig bei den Blicken in den Himmel. Wenn wir uns nicht trauen, wird das Gras wieder so überständig wie vor 2 Jahren. Außerdem brauche ich den erneuten Aufwuchs zum Abweiden.

Ich gebe dem selbstgemachten Druck nach und mein Mann darf  das Mähwerk anhängen. Ab jetzt wird jede Wolke argwöhnisch beäugt und das Bangen beginnt. Mehr lesen

Wanderritte im Spessart und der fränkischen Schweiz

Wanderritte im Spessart und der fränkischen Schweiz

Beide Landstriche, der Spessart und die fränkische Schweiz, hatten für uns den gleichen Anreiz: viele hellgrüne Buchenblätter im frühlingshaften Sonnenschein. Daher führten uns unsere Wanderritte 2018 in den Spessart und die fränkischen Schweiz.Reiten im Wald

Ich liebe es im Wald zu sein. Diese Stille- obwohl, wenn man die Ohren spitzt, hört man  Bienen summen, andere Insekten surren, Vögel ein Konzert anstimmen. Es ist eben eine andere Stille, irgendwie organisch, wenn man das Rauschen der Blätter in den hohen Kronen Wiesenreiterdazu nimmt, oder das Rascheln im Unterholz, wenn sich ein noch nicht erkennbares Tier gestört fühlt.

Auch wenn man in der Gruppe reitet, gibt es Momente wo jeder schweigt. Dann fallen die abgehobensten Gedanken aus dem Karussell. Eine Mitreiterin ruft: „schaut mal, wie das Licht durch die Bäume fällt und welche Muster es am Boden malt. Und wie unterschiedlich Grün das alles ist, Moospolster, Preiselbeeren, Tannennadeln…“ Mehr lesen

Von Demut und Rollkur

Im Spätherbst 2017 strampelte die „Dressurqueen“ IW verbissen durch die sozialen Netzwerke. Es wurden die gewonnenen Prüfungen gezeigt, aber auch das mutige Rollkur- Abreiten in der Öffentlichkeit. Dann sah ich sie in einem Interview, wo sie mehrmals von Demut und Partnerschaft mit dem Pferd spricht. Ich konnte da keinen Zusammenhang mit den Videos herstellen. Wie kann man in Demut seinen Partner quälen? Vielleicht habe ich ein falsches Verständnis zu Demut. Ich hinterfrage den Begriff. De und Mut müsste ja: nicht mutig heißen. Aber muss man nicht mutig sein, wenn man von Demut spricht? Man findet auch Hochmut bzw. Arroganz als Gegenpol zur Demut. Das passt für mich besser. Mehr lesen