Was ihr euren Pferde-Physiotherapeuten schon immer mal fragen wolltet, ist nun Thema von folgendem Interview geworden.
Redaktion: Petra Stegmüller, ich durfte dich beim letzten Reitkurs als engagierte Ausbilderin erleben. Dabei gefiel mir besonders dein Augenmerk auf pferdegemäßes Reiten. Wie wir wissen, hast Du kürzlich deine Prüfung als Pferde-Physiotherapeutin bestanden. Was hat denn nun Physiotherapie mit Reitunterricht zu tun?
Petra: Tja, da künnte man jetzt zum Aufzählen beginnen. Viele Faktoren, u.a. Haltung, Fütterung, Ausrüstung, Beschlag und Training wirken sich auf die Muskulatur des Pferdes aus. Ich müchte mal Reitmeister Stecken zitieren, richtig reiten würde reichen. Wie das Pferd geritten wird, erkennt man mit geübtem Auge bereits an seinem Exterieur. Ist der Reiter endlich bereit, über die Nutzung seines Pferdes nachzudenken, schafft er es meistens nicht, ohne Anleitung den Teufelskreis zu unterbrechen. Nichts blockiert unser Handeln mehr, als falsche und bereits unbewusst ausgeführte alte Muster. Ich schule mich seit 20 Jahren in der Ausbildung von anspruchsvollen Freizeitreitern und ihren Pferden. Besonders liebe ich den Satz: das habe ich schon immer so gemacht oder das ist normal, das macht er (Pferd) schon immer so. Wenn ich für das Warum eine Antwort bekommen müchte, ernte ich nur betretenes Schweigen. Erklärt man nun den Leuten, woher das Problem beim Reiten kommt, und wie es sich richtig anfühlen sollte, lernen sie gleich viel engagierter.

Redaktion: Hat sich dein Reitunterricht durch die Physio-Ausbildung verändert?
Petra: Das kann man wohl sagen. Oft stand ich in der Bahn und habe mir beim Beobachten des Paares gedacht: Kann er (Pferd) nicht – oder will er nicht? Jetzt sehe ich meist sofort, wo es zwickt. Genial ist es, das Pferd nun nicht mehr durch Reitübungen kneten zu müssen, mit denen der Reiter sowieso überfordert ist und zuviel Hand benutzt. Entspannter für alle Beteiligten sind zwei, drei physiotherapeutische Behandlungen zum Lüsen des Hartspanns und dann reiten unter anderem Blickwinkel.
Redaktion: Welche Reaktionen des Pferdes beim Reiten sollte ich u.U. als muskuläres Problem und nicht Ungehorsam deuten?
Petra: Oh, da gibt es viele. Und die Ausreden der Reiter dazu, solltest Du mal hüren. Es ist unglaublich, was wir uns als Reiter alles schün reden, nur weil wir nicht an unserer Eitelkeit arbeiten wollen. Bei folgenden Problemen sollte man aufhorchen: Pferd stellt sich auf einer Seite schlechter; Pferd findet nicht zum Vorwärts-abwärts; verkürzte Schritte; Taktverlust; bleibt beim Aufsteigen nicht stehen; weicht zur Seite wenn der Sattel kommt; flucht beim Angurten; springt im Galopp oft um, oder springt falsch an; knickt in der Hinterhand ein; zackelt im Schritt; schlurft mit den Hinterbeinen; stolpert häufig; wirkt unkoordiniert und natürlich als Klassiker der schmerzende Rücken.
Redaktion: Oh je, da kann ich mich an der eigenen Nase packen! Ist demnach immer der Reiter Schuld, wenn man einen Physiotherapeuten braucht?
Petra: Nein, wir sind ja auch Begleiter nach medizinischen Eingriffen oder Unfällen. Wird ein Pferd z.B. nach einem tierärztlich diagnostizierten und behandelten Sehnenschaden noch von einem Physio weiterbehandelt, bekommt das Narbengewebe eine bessere Qualität, das Gewebe drumrum lagert weniger Flüssigkeiten an und das Pferd ist schneller wieder einsetzbar. Oder die vielen angelaufenen Beine, die unter karierten Bandagen versteckt werden und sich beim Abnehmen der Verwicklungen wieder prompt füllen. Hier kann man mit Lymphdrainage tolle Ergebnisse erzielen. Physiotherapie ist nicht mit Wellness zu verwechseln!

Redaktion: Da hast Du wohl Recht. In der Humanphysiotherapie wird ja auch nicht nur massiert. Ich habe kürzlich ein Foto in der Presse bestaunt, wo eine total übergewichtige eine Reining gewonnen hat. Das kann dem Rücken des Pferdes doch auch nicht gut tun, oder?
Petra: Darüber kann man sich wohl streiten. Wenn 90 kg geschmeidig sitzen und wissen, was sie auf dem Pferd tun, glaube ich, gibt es auf manch Wanderritt schlimmere Bilder. Außerdem hat das Sportpferd manchmal ja auch das Glück systematisch trainiert zu werden und über eine ausgewogene Muskulatur und Fütterung zu verfügen. Außerdem reiten die ja nicht stundenlang. Schaun wir mal in unserer Szene rum. Ich glaube, eine Pferdeliebhaberin mit 60 kg, grundsätzlich ängstlich und daher auch mit steifem Becken, blockiert ihr heißgeliebtes Pony auf Mehrtagesritten mehr. Dazu mit Schlapperzügeln auf durchhängendem Rücken sitzend, mit Gepäcktaschen, die auf den Lendenwirbeln liegen. Pferde sind nun mal sehr gutmütig und leidensfähig, den schwarzen Peter künnen wir rundum verteilen – und alle lieben ihre Pferde!
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Redaktion: Welche Therapiemöglichkeiten hast Du, bzw. wie gehst Du vor?
Petra: Ich brauche kein Pendel, wedle nicht mit der Rute oder rufe zu den Schutzengeln (grinst dabei). Ich habe gute Energie in den Händen, spüre mich durch das Gewebe, überprüfe dabei auch die Stresspunkte und beobachte das Pferd. Die geschulten, funktionellen Zusammenhänge im Bewegungsablauf der Pferde durch das Miteinander von Muskeln, Sehnen, Bänder, Gelenke und Nervenbahnen in Kombination mit dem Ertasten geben erste Ergebnisse. Das Schwierige dabei ist, dass alles mit allem zusammenhängt und eben z.B. eine Schulterlahmheit nicht nur durch Probleme in der Schulter kommen, sondern z.B. eine Hufknorpelverknöcherung ursächlich ist. Denn das Schlimme ist, dass die Pferde meist hart im nehmen sind und lange Zeit kompensieren, bis sie den Schmerz endlich zeigen. Darum ist es so wichtig, die oben aufgeführten Probleme ernst zu nehmen. Da zeigt uns das Pferd schon, dass was geändert werden muss! In der Physiotherapie verwendete manuelle Methoden sind Massagen, Dehnungen, Mobilisationen, Akupressur und Lymphdrainage. Dazu kommt je nach Fall noch die physikalische Therapie mit Wärme- oder Kältebehandlungen, Druck, Strom, Licht (Laser), Ultraschall und Magnetfeld. In der erfolgten Rehabilisationsphase wird unterrichtet, wie man z.B. richtig longiert (auch Doppellonge), an der Hand gymnastiziert, Körpergefühl wieder herstellt, besser reitet, das Training z.B. auch durch Cavalettiarbeit oder Freispringen optimiert.
Redaktion: Jetzt hast Du mich aber schwer beeindruckt, kein Wunder, dass Du so mit Lernen beschäftigt warst. Obwohl – ich hab da so ein Buch – da ist das ganz toll beschrieben, darf ich das selbst direkt machen oder gibt es da so was ähnliches wie das „Hufbeschlagsgesetz „?
Petra: Kann man aus einem Buch reiten lernen? Wenn ich mir die Bibliothek meiner Reitschüler anschaue, müssten die alle schon bis Kentucky gekommen sein. Es hakt aber schon bei der Galoppvolte. Das mit den Büchern ist so eine Sache. Ich finde sie gut zum nachlesen, zum aufmerksam machen, zum Hintergründe sammeln. Aber therapieren sollte man damit nicht, weil der Laie ja die Zusammenhänge nicht weiß und die nötigen vorbereitenden Maßnahmen. Ein seriöser Behandler wird dir sicher unterstützende Übungen für das angesagte Problem zeigen.

Redaktion: Darf ich während der Therapie mein Pferd reiten / arbeiten / bewegen?
Petra: Das kommt auf das Problem an. Es gibt grad nach Operationen empfohlene Schonzeiten, mit dann langsam aufbauenden Übungen gemäß dem individuell erstellten Trainingsplan. Wenn das Pferd atrophierte Muskeln hat, wie z.B. die Kuhlen links und rechts vom Widerrist, macht es keinen Sinn zu reiten. Erst muss die Ursache abgestellt, das ist im einfachsten Fall der unpassende Sattel und dann der Muskel aufgebaut werden. Kommen die Kuhlen vom falsch verstandenen Reiten, z.B. weil der Reiter immer überzeugt war, dass das Pferd doch so einen schönen Kragen macht, dabei aber nicht bemerkt, dass es die Hinterbeine noch beim Nachmittagsschlaf in der Box hat, dann dauert es länger. Denn der Reiter muss seine alten Muster ablegen und das Pferd muss anders gehen und arbeiten lernen. Da ist es manchmal besser eine zeitlang vom Boden aus zu arbeiten. Und da sind wir bei einem der Punkte, wo die Zusammenarbeit mit Durchhalten, Geduld und langen Atem haben verbunden ist. Und dann noch das Geläster der anderen Gscheitmeier im Stall: was, Du reitest immer noch nicht? Dein Pferd ist schließlich schon 15 Jahre alt, da ist so was doch normal – neeein, ist es nicht!
Redaktion: Woran erkenne ich, dass die Behandlung meinem Pferd gut tut und woran, dass sie meinem Pferd NICHT gut tut? (Gibt es z.B. eine Erstverschlimmerung oder etwas ähnliches?)
Petra: Ziel unserer Therapie muss vorrangig Entspannung, verbesserte Beweglichkeit und ein gefördertes allgemeines Wohlbefinden sein, durch den Heilimpuls den wir setzen. Du kennst sicher den intelligenten Gesichtsausdruck mit hängender Unterlippe, gekippten Ohren, halbgeschlossenen Augen. Dazu ein gesenkter Kopf mit lecken, kauen und/oder gähnen. Dann sagen sie einem nur Danke! Dem Pferd gefällt es nicht gut, wenn die Behandlung weh tut. Wie will sich ein Pferd unter Schmerzen entspannen, das macht schon durch die Nerven wieder dicht. Wenn man eine schmerzende Stelle gefunden hat, muss man sich langsam vorarbeiten, manchmal auch über Umwege. Es kann nach der Behandlung zu einer Art von Muskelkater kommen, sie können aber auch durch einen herzhaften Buckler beim nächsten Ausritt zeigen, wie toll es ist, dass nichts mehr zwickt. Du kannst dir aussuchen, was angenehmer ist.
Redaktion: Man liest ja oft von dem Katzenbuckel, den die Pferde machen sollen um den Rücken zu wölben. Ich komme vor lauter Stallarbeit wenig zum reiten. Aber mit den Fingern eben mal über den Rücken fahren geht ja nebenher – und schon hab ich ein Pferd mit gewölbtem Rücken?!
Petra: Das kommt von der Leserei – ist aber echt genial für meinen Geldbeutel, so richtet man gutgemeint Schaden an.

Redaktion: Sind die Titel Pferde-Physiotherapeut und Osteopath für Pferde geschätzt oder kann sich jeder so nennen?
Petra: Der Pferde-Physiotherapeut ist noch nicht geschützt. Es gibt aber echte Hoffnungen, dass sich in etwa zwei Jahren, nur der so nennen darf, der vom Berufsverband (hier DGT) geprüft ist. Das hat unsere Schule erfüllt. Beim Osteopath ist es streng genommen so, dass sich nur der so nennen darf, der Human-Physiotherapie und Osteopathie gelernt hat und dann Pferde-Physiotherapie und Osteopathie drauflegt. Ein zeitlich sehr aufwendiges und teures Unterfangen. Wenn man da mal die ganzen selbsternannten Osteopathen sieben würde, bliebe eine qualitätvollere Minderzahl übrig…(entschuldige bitte).
Redaktion: Welche Ausbildungen gibt es – woran erkenne ich einen guten Therapeuten?
Petra: Das ist eine gute Frage und in der Vielfalt des Angebotes für den Laien wirklich schwer zu erkennen. Dazu gibt es jetzt sogar schon Seminare – traurig genug. Andererseits beobachte ich auch, wie viele Leute ohne Ausbildung rumgereicht werden, weil sie z.B. aus Intuition handeln, und da wird gut bezahlt und nicht nachgefragt. Am Besten ist, Du beobachtest die Leute mal so von der Seite, frägst nach, schaust dir die website an, beobachtest den Heilungsverlauf oder vertraust eben auf Empfehlungen. Es kann heut auch jeder eine Akademie gründen, Seminare anbieten und selbst prüfen.
Andererseits gibt es auch ganz klar erfolgreiche Behandlungen von Leuten, die es echt im Gespür haben, ohne dass sie ein Zertifikat haben.
Redaktion: Was hältst du vom Ostfriesen XXL, kennst Du den – ich kann da immer gar nicht zusehen!!! – ist das eher Show oder sinnvolle Therapie?
Petra: Natürlich kennt man den. Ich würde ihn mir nicht holen, es steckt auch eine ganz ausgeklügelte Maschinerie dahinter. Er hat gleich den Sattelverkäufer, Hufschmied und sonst was dabei. Selbst wenn der Hammer den Wirbel nicht zertrümmert, sondern wieder in seine richtige Stellung bringt, weiß der Pferdebesitzer nicht, durch welchen falsch belasteten oder unterentwickelten Muskel das passiert ist (Unfälle ausgenommen). Es wird wohl wieder passieren. Ich bin mehr für die sanfteren Methoden, denn so ein Pferd ist ja auch nur ein Mensch.
Redaktion: Was würdest Du den Pferdebesitzern gerne mit auf den Weg geben?
Petra: Aus der Sicht des Pferdes gäbe es da vieles. Bestimmt wäre das Geld für die zehnte neue Sattel- oder Stalldecke, passend zu den Socken besser angelegt, bei einem Ausrüstungs- und Gesundheitscheck durch einen Physiotherapeuten. Aber die Antwort könnte unangenehm sein, obwohl leichter in einen neuen Sattel investiert wird, als in Reitunterricht oder die Human – Physiotherapie. Und Leute lasst euren Stress vor dem Stall liegen und nehmt ihn nicht mit aufs Pferd, das hat der Kumpel nicht verdient. Wenn ihr Angst habt, dann arbeitet mit einem Fachmann dran und schaukelt euch nicht mit dem Pferd zusammen hoch. Und wenn ihr keine Zeit habt, dann kauft euch ein Kuscheltier und stellt nicht so ein Pferd ab, das sich nur krank frisst. Ich habe schon soviel lebende Pferde mit totem Gesichtsausdruck gesehen, die ihre Reiter nur ertragen und nicht tragen. Ich weiß, ich kann nicht alle retten, aber vielleicht den ein oder anderen auf den Weg bringen und für die und die leuchtenden Pferdeaugen ist es mir die Mühe wert.

Ab dem 13. März war es aus mit der Winterruhe und wir begannen schon mal, uns mit dem VFD-Weideseminar mit Frau Dr. Vanselow auf die grüne Saison einzustimmen. Eigentlich hätte das Seminar im Steigerwald stattfinden sollen, wurde dort aber abgesagt. Ich legte mich dann kurzfristig voll ins Zeug, denn so eine Fachfrau kann man doch nicht ungebremst wieder heimfahren lassen. Der Aufwand lohnte sich, denn es kamen über 50 Interessierte und das von weit her. Frau Dr. Vanselow kennen gelernt zu haben ist sehr beruhigend. Es gibt tatsächlich noch echte Idealisten die sich für die Natur einsetzen und ihr Wissen nicht einfach verkaufen und sich damit verbiegen lassen! Frau Dr. Vanselow ließ uns an ihrem reichen Wissensschatz teilhaben. Zu bewundern waren auch die Zuhörer, die bis zuletzt konzentriert zuhörten. Die Einsteller zum Teil betroffen, auf welch gestressten Gräsern ihre Pferde in Pension stehen. Die Pferdehofbetreiber in dem Clinch zwischen, die Leute wollen zwar ihre Pferde unbedingt auf die Koppel stellen, aber damit mach ich meine Artenvielfalt auf der Weide kaputt. Dazu passend dann noch die Ausführungen der Referentin zu bestimmten Krankheiten, die durch diese Stressgräser entstehen. Man sah des öfteren Fragezeichen auf der Stirn der Teilnehmer und im Raum.
Sehr schön war noch das praktische Begehen unserer Weide, mit dem Bestimmen der ersten Grashalme. Sehr angetan war Frau Vanselow von dem Artenreichtum, das wir hier noch haben. Für mich persönlich war der wichtigste und für mich noch heute nachwirkende Gedanke und Appell:
Glücklich reiten − das ist es doch, was alle wollen. Unabhängig von der Reitweise und auch unabhängig von Pferderasse, Ausrüstung und dem eigenen Ehrgeiz. Gerade für ängstliche Reiter ist es häufig schwierig, das Reiten genießen zu können. Doch das lässt sich ändern. Zum Beispiel mit dem Glücklich Reiten– Kurs von Verena Eckert und Petra Stegmüller in Kühnhardt in Mittelfranken. Vor ziemlich genau einem Jahr wurde ich von Miki, eine von Frühlingsgefühlen geplagte Haflingerdame, abgebuckelt. Als ich in der Januarausgabe der Zeitschrift Freizeit-Reiter die Kursbeschreibung: Der Kloß im Hals, das flaue Gefühl im Magen, die böse Ahnung vor dem was da gleich kommt − so geht’s las, fühlte ich mich sofort angesprochen, so eine der sieben Teilnehmerinnen. In dem Kurs zeigte sich dann schnell, dass die Ängste der Teilnehmer aus ganz unterschiedlichen Situationen herrührten. Bereits die Vorstellungsrunde barg für mich viele Überraschungen, denn für mich war klar, dass sich hier nur Reiter(innen) finden würden, die wie ich, alle vom Pferd gefallen sind, so die Teilnehmerin. Auch die Ängste nach der Geburt eines Kindes oder das Unwohlsein, wenn andere dem Reitunterricht zuschauen, waren Themen. Zunächst ging es jedoch einmal um die Vermittlung von wichtigem Hintergrundwissen. Kursleiterin Verena Eckert, VFD-Übungsleiterin, Sport-Mental-Coach (SportNLPAcademy) und Heilpraktikerin fÜr Psychotherapie informierte über die Entstehung und die Wechselwirkungen von Angst bei Mensch und Pferd und stellte klar, wie es durch kleinste Missverständnisse zu Situationen kommen kann, die dann für Reiter und Pferd unangenehm werden. Denn das Bewusstmachen von Zusammenhängen und Hintergründen zu dem gemeinsamen Thema ist ein wichtiger Teil auf dem Weg zum glücklichen Reiten − nur was verstanden ist, kann bewusst geändert werden!
Warum soll ein Freizeitreiter und sein Pferd keine Lust zum Springen/Hüpfen haben, wo es doch so wertvoll für die Muskulatur und Bewegung ist? Ich habe doch auch Spaß dran, obwohl ich keine Häuser springe. So nachgedacht, hat mein Konzept eigentlich gut gefruchtet. Erst mal ein Gefühl entwickeln lassen, für Takt und Rhythmus reiten. Dann wie zufällig die ersten Stangen und wer hätte es gedacht, auch ein Cavaletti ist zu schaffen. Plötzlich hatten alle Angsthasen Spaß und waren fast nicht mehr zu bremsen.
Ich schreib lieber jetzt (1.7.) darüber, bevor es in der Presse steht − wer weiß, wie sich die Sichtweise sonst verändert?! Würden Sie sich dem Kurstest stellen? fragte Silke Dehe von der FS-Pegasus Zeitung. Da war ich erst mal sprachlos. Warum ich? Da kommen doch nur die großen Meister vor? Ich kleines Licht im Breitensport − was hat die vor? Wen will sie zerflettern? Ich befragte erst mal meinen väterlichen Freund Kurt Vicedom, den ich auch als Richter eingeladen hatte, ob wir uns das zutrauen können. Der war durch so Verrisse wie bei Cavallo auch eher skeptisch. Da ich auch gerne kritisiere, fasste ich mir ein Herz und sagte zu. Nach ihrer Motivation gefragt, sagte die Volontärin, sie wolle einfach den Reitern schildern, wozu eine Ausbildung im Wanderreiten gut ist und dass die FN auch so was anbietet. Nun gut, das ist ja in meinem Sinne. Zuerst überlegte ich, was ich alles verbessern müsste und was man anders machen kann. Als ich mich wieder beruhigte, stellte ich fest, dass ich eigentlich alle Kurse so vollblutmäßig wie möglich halte und es nicht besser weiß (vielleicht ja nach dem Bericht).
Wir gratulieren:
Am Ende des Kurses standen die Prüfungen mit der Rittigkeitsaufgabe, die Verfassungsprüfung der Pferde, die Theorieprüfung sowie unser 2-tägiger Wanderritt an. Der Wanderritt führte uns ins 22 Kilometer entfernte Gut Weihersmühle. Die Pferde führten uns Prüflinge sicher über Hügel, entlang von Felder, von Dorf zu Dorf bis ans Ziel. Wir Reiter hatten in diesen Tagen sehr viel Freude, Spaß und konnten viel miteinander lachen. Wir haben einen super Teamgeist entwickelt! Jeder schaute mit auf die Karte und nach dem richtigen Weg. Am ersten Tag machten wir nach ca. 11 Kilometer eine Mittagsrast im Ort Dorfgütingen und bauten Paddocks auf. Nach einer Stärkung ging es weiter. Am Zielort angekommen, versorgten wir die Pferde, die auf Gut Weihersmühle übernachteten. Wir Reiter sind abgeholt und zurück zum Wanderreitstützpunkt gebracht worden. Am nächsten Tag fuhren wir wieder zu den Pferden, machten sie für den Ritt fertig. Nach bestandener Verfassungsprüfung durften wir alle weiterreiten. Nach ca. 16 Kilometer machten wir eine Mittagsrast in der Ortschaft Ungetsheim. Bei einer leckeren Brotzeit und einem gemütlichen Ratsch sammelten wir nochmals Kraft für die letzten Kilometer bis nach Kühnhardt. Die beiden Richter Frau Annette Vollet und Herrn Kurt Vicedom waren beide Tage zugegen. Am Ende verkündeten sie die frohe Nachricht, dass alle Prüflinge bestanden haben. Und dann hieß es auch schon, Abschied nehmen. Zurück bleiben die schönen Erinnerungen an den Kurs, das viele Wissen, was wir mit auf dem Weg bekommen haben, die Erinnerung an die tolle Gastfreundschaft, an die zuverlässige Pferde und unsere gemeinsamen gemütlichen Abende.
Wir gratulieren ganz herzlich:
Erinnert ihr euch an den herrlichen Herbst 2011? Trockenheit, Waldbrände… und: einmal ein paar heftige Tage Regen. Die haben wir erwischt. Und keiner hat gekniffen. Das hat auch was.
Am Wochenende des 15. Juni war heuer das Fest der Franken Sternreiter angesetzt und fand diesmal erstmalig im baden-württembergischen Teil der Reitstationen statt. Leider kamen diesmal nur etwas über 30 Reiter ins Hohenlohische. Doch die wo da waren, gehören zur großen Familie und feierten ihr Wiedersehen. Die neuen Gesichter fanden guten Anschluss.
Nach leckerem Kaffee und Kuchen, wurden die Preise verliehen und die angesagte Überraschung kam. Herr Bernulf Schlauch ist Hobby-Kellermeister aus Langenburg und stellt leckersten Holler-Sekt her. Dieser durfte probiert werden, nicht ohne amüsante Erzählungen zu den bürokratischen und explosionsartigen Hindernissen zwischendurch. Auch der Heilkraft des Holunders in Rezepten und Märchen wurde Respekt gezollt.
Mit 627 Reit-Kilometern gewann Tatjana Pittroff mit Rosi und Nando die Streckenwertung. In 15 Tagen ritt sie auf Umwegen von Sternritt zu Sternritt. Sie startete in Chemnitz, nahm am Karl-May-Sternritt teil, ritt weiter über Dresden durchs Erzgebirge zum Fichtelgebirge. über die fränkische Schweiz streifte sie durchs Nürnberger Knoblauchsland. Schließlich führte der Endspurt an Ansbach vorbei nach Kühnhardt. Bei uns traf sie auf 10 weitere Sternreiter nach Saurach. Streckenweiser Wegeabschnittsgefährte war der VFD-Freund Walter Hegner.
Am Sonntagmorgen gestaltete Dekan Pfitzenmeier einen festlichen Pferdegottesdienst in der Reithalle. Umrahmt vom vollen Hörnerklang der Jagdhornbläser Schwäbisch-Hall und Obersontheim, unter der Regie von Pferdefreund Werner Dierolf. Nach einem deftigem Weißwurstfrühstück leerte sich der Veranstaltungsort wieder.