Rückblick 2009

Jetzt ist es doch noch Winter geworden, die weiße Pracht liegt unberührt auf den Feldern, bei zweistelligen Minusgraden schnauben die Pferde durch gefrorene Nüstern, sie stellen die Haare und eine Extra Portion Hafer hilft ihnen, ihre Körpertemperatur zu halten. So wie sich die Temperaturen dem Winter neigen, so wollen auch wir die Zeit zur Einkehr finden und den Fuß vom „Gaspedal“ nehmen. Das war ein ganz schön turbulentes Jahr 2009.
Es war auch ein Jahr des persönlichen Wandels und der
Entwicklungen – und ganz schön knapp bemessen an Freiräumen, die diese Entwicklung auch zulassen können. Immer wieder laufe ich am Bilderrahmen mit Hesses „Stufen“ vorbei: „Wie jede Blüte welkt und jede Jugend dem Alter weicht,
blüht jede Lebensstufe, blüht jede Weisheit auch
und jede Tugend zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern….“
Wie die meisten von Euch wissen, bin ich seit einem Jahr in dem Equinus-Studium zur Pferde-Physiotherapeutin. Es ist eine ziemlich spannende, lehr-, aber auch lernreiche Zeit und findet im Juni 2010 hoffentlich seinen guten Abschluß. Vieles hat sich dabei in mir in Bewegung gesetzt. Ungeahnte Kräfte wurden frei und wenn man mitten drin steckt, hat man das Gefühl von Allem getragen zu werden. Ich übte mich zwischen Mut und Begeisterung, Erfahrung und Identität, aber auch Glück und Ausdauer. Gelassenheit − Gelassenheit habe ich noch zu üben, um Niederlagen und Hochmomente zuzulassen.
Von einer „Krise“ war bei uns heuer nichts zu spüren. Ich konnte meine Begeisterung für Massage-, Bodenarbeits- und Wanderreitkurse an viele Pferdeleute weitergeben und ganz nebenbei von den unterschiedlichen Pferd-Reiter-Kombinationen lernen. Nicht unerwöhnt bleiben darf unser Body-Workout Kurs, der Zwei- und Vierbeiner in wohliges Schwitzen brachte. Liebe Melanie, ich freue mich auf unsere weitere Zusammenarbeit!
Vielen Dank allen, die durch ihr Kommen, meinen Weg festigen!

Ungeahnt erfolgreich entwickelte sich unsere Idee des Stationenhoppings. Ein „Rundum-Sorglos-Paket“ verpflichtet natürlich auch, und so wurde unser Team in vielen Situationen gefordert. Vom spontan ermöglichten Zahnarztbesuch, dem einfangen von Pferden oder dem Ausarbeiten einer Hoppingstrecke für Kutschfahrer, Allen konnten wir dabei weiterhelfen. Auch den sinnvollen Einsatz des GPS-Gerätes können wir nicht mehr von der Hand weisen. Wir bieten dazu jetzt auch Kurse an, denn viele besitzen so ein „Orakel“ und wissen noch gar nicht, was man damit alles machen kann.
Vielleicht ist das GPS auch ein Grund für die nachlassende Nachfrage zum geführten Wanderreiten. Oder es liegt doch am Geldbeutel, dem Reiz des selber Erlebens oder wie wir schon witzelten, wir haben schon zu viele zu gut ausgebildet?
Wie dem auch sei, wir stellen uns darauf ein und werden an weiteren GPS-Streckentouren arbeiten. Sprecht uns einfach darauf an.
Um den Lehrgang zum FN-Wanderreitführer anbieten zu können, mußte ich meinen Betrieb durch gestrenge FN-Augen überprüfen lassen. Gott war ich aufgeregt, denn der hohe Anspruch des Prüferteams eilte dieser Inspektion voraus. Gestilte Innenboxen contra Offenstall? Konnte das Bestand haben? Wir haben den ganzen Stall aufgeräumt, geschrubbt, gekehrt, Fehler gesucht, alle Spinnen heimatlos gemacht − ich war total genervt.

Doch es hat sich gelohnt! Nicht nur, dass Ordnung schaffen noch keinem Stall geschadet hat. Nein, die Damen waren begeistert − und wir alle erleichtert. Vielen Dank an mein helfendes Sondereinsatzkommando! Jetzt prangt ein tolles Schild vom BRFV am Stall und für nächstes Jahr hab ich auch schon Anfragen zum Wanderreitführer-Lehrgang. Das einzig bremsende daran ist der vorgeschaltete Lehrgang zum Berittführer, doch Birgit Büchner von der Riedmühl-Ranch bietet das ja in Schwaben auch für Westernreiter an.
Unser schönstes Reiterlebnis ist seit nun zwanzig gemeinsamen Jahren im Sattel nicht mehr der deutsche Meisterschaftstitel im Trekkingreiten, sondern: endlose Galoppaden am Nordseestrand bei St.Peter-Ording. Gemeinsam mit Uli und Sabrina und vier Pferden, fuhren wir in den hohen Norden und galoppierten um die Wette, bis auch Lerry irgendwann am losen Zügel durchparierte. Die Luft war so salzig und klar, der Horizont so weit − still − glitzernd, begleitet von lachenden Möwen, prustenden Pferden und unserem Aufjuchzen − ein Feuerwerk der Gefühle, großartig, einfach mal anders.

Diese Erlebnisse tragen wir noch tief in unserem Herzen, um mit ihnen nicht so prickelnde Momente leichter zu überstehen.
Unsere Pferde haben das Jahr gesund und munter hinter sich gebracht. Axel hat seinen 28. Geburtstag gefeiert. Paolo, der junge Araber, ist seit dem Spätsommer unter dem Sattel und macht sich ganz prima. Im Gelände geht er stolz und sehr fleißig vorne weg und seine Hüpfer halten sich noch in Grenzen. Auf dem Platz können wir noch nicht so viel… aber das wird kommen.
Jaco habe ich mental abgestellt (und auch ins Internet zum Verkauf). Er ist wirklich schwierig und braucht Zeit für zwei und dabei gibt es nur wenig Fortschritte, seine Gelassenheit betreffend. Wenn er bis Juni noch da ist, starte ich nach der Physio-Prüfung den „55.“ Neustart mit ihm. Ich bin froh, dass ich mich dazu entschieden habe, denn Paolo macht seine Sache gut und ist bestimmt im Frühjahr ganz gefestigt und für beide hätte im Herbst/ Winter die Zeit nicht gereicht.
So freuen wir uns auf den Frühling 2010 und das Erwachen des Wanderreit-Jahres mit vielen neuen und alten Freundschaften.
Peters Geburtstagsfest (der 50igste) − Juni 2008
Wenn man an einem Freitag, den 13. geboren ist, kann man das ruhig 50 Jahre später feiern!
Neues von den Youngstern − Mai 2008
Ab März begann für Jaco gemächlich der Einstieg zum Reitpferd. An der Longe hatten wir unerwarteter Weise einiges zu klären, bis er doch nachgab und folgsam seine Runden drehte. Das erste Probesitzen quittierte er nur mit einem „Ohren auf die Seite klappen“ und wackeligem Antreten. Aufsitzen und ein Stück führen ging zweimal gut, beim dritten Mal muss er sich vor was auch immer, erschrocken haben, und schnellte mehrmals wie ein Gummiball durch die Luft. Darauf küsste Peter den Boden und riss sich das Leistenband


So außer Gefecht gesetzt, bat ich einen Freund um Hilfe zum Weitermachen. Jaco war total angespannt und hat auch uns Fragezeichen auf die Stirn malen lassen. Mit viel Geduld wurde es langsam für ihn vertrauter. Leider bekam er dann dort eine schreckliche Kolik und musste in die Klinik. Wir dachten, er muss sterben, doch er kam über den Berg. Mit einer saftigen Rechnung, und ein gutes Stück „wertvoller“ brachten wir ihn wieder heim. Unsere Erkenntnis: wir hatten ihn falsch eingeschätzt, wir dachten, wir fangen mal mit dem einfacheren an − denkste. Jaco wirkt nach außen, wie die Ruhe in Person, doch innerlich ist er aufgewählt und stresst sich leicht. In vielen kleinen Schritten stieg das gegenseitige Vertrauen wieder und Peter ist so oft wie noch nie bisher, auf dem Reitplatz geritten. Jetzt geht er dort ganz lieb und auch im Gelände freut er sich und mit Führpferd kann er auch schon galoppieren. Leider bremsen uns grad die „Pferdebremsen“ und die Hitze etwas aus.
Neuer Belag im Auslauf − Januar 2007
Scheinbar war Peters Schmerzgrenze nach dem Bau der neuen Boxen noch nicht erreicht- oder vielleicht gerade deshalb, auf jeden Fall gab er den Start frei zum Belag wechseln im Auslauf. Der Sand war irgendwie müde geworden, die Pferde sahen nicht mehr schön aus nach dem Wälzen und weil Männer ja nicht so gerne putzen… Fast mühelos konnte der Belag entfernt werden, weil durch die darunter liegenden Gitterplatten eine klare Trennung ist. Jetzt ist wieder feinmotorisches Abmisten gefragt, denn der Preis ist um das Doppelte gestiegen! Eigentlich hatte ich keine Nuggetts bestellt, nur ein Holz-Abfallprodukt, worauf die Pferde laufen und sch… können. Doch die Hackschnitzelheizungen lassen die Preise explodieren. Die Pferde sind wieder glücklich und pflegeleicht. Unser fliegender Paolo ist natürlich gleich als Erstes in der Kurve gestürzt- griffig wird der Boden erst mit der Zeit.




Vier neue Außenboxen − Dezember 2006
In unserem Brief zum Jahreswechsel habe ich vom Wandel gesprochen. Als überzeugte Offenstallfans haben wir uns nun zum Bau von 4 Außenboxen entschieden. Josef Köninger aus Jagstzell, selbst Reitstationenbetreiber, hat den Stall nach unseren Vorstellungen geplant und korrekt jeden cm Fläche verbaut. Wir waren mit der Fa. Hermes aus Ilshofen sehr zufrieden. Die Ware kam zwar leicht verspätet, aber mit vielen, hoch motivierten Helfern aus dem Freundes- und Nachbarkreis, stand das Meiste an Weihnachten und war bezugsfertig zur Sylvesterfeier. D.h. die Pferde konnten es mit Pauken und Trompeten einweihen. Wir haben unser Glas Sekt zum Jahreswechsel vor dem neuen Stall getrunken und sind sehr stolz darauf.
Nur der befürchtete Schneefall blieb heuer ja aus und so konnte ich die Arbeitserleichterung gar nicht richtig erleben, so ohne gefrorene Pferdeäpfel abhacken oder fröhliches Äpfelsuchen im Tiefschnee. Egal, die Pferde fühlen sich wohl in den eigenen vier Wänden, nur Lerry bedauert seine einzuhaltende Diät… Einen kleinen Nebeneffekt sollen die Boxen zu Saisonbeginn noch haben. Ich kann nun mehr Pferde unterbringen und das wetterunabhängig.
Jaco und Paolo Frühjahr 2006
Wer Pferde sucht, und weiß, was er nicht will, hat viel zu suchen…
Meinen Jugendtraum hab ich mir erfüllt: Ein „Königliches Pferd“, ein Leutstettener- Junghengst, von seiner königlichen Hoheit Ludwig Prinz von Bayern gezogen. Leutstetten, am Starnberger See gelegen, ist mir schon seit Jugend an bekannt. Auf Wanderritten haben wir dort schon übernachtet- für mich sind die alten Stallungen ein Stück alter Heimat. Doch leider ist die Zucht nun bedroht, das Gestüt wird aufgelöst.

Gyüitö, jetzt umgetauft in Jaco, brauchte noch einen Freund. Wir entschieden uns für den gleichaltrigen Vollblutaraber Paolo vom Gestüt am Wasserschloß bei Stuttgart. Paolo ist wunderschön, aber seine Nerven sind eben sehr dünn und er ist immer in Bewegung. Nach Hempflings Charakterstudien ist er eine „Taube“ und so ist er immer am Fliegen und sich präsentieren. Reitgäste fragen schon ungläubig: und den wollt ihr zum coolen Wanderreitpferd ausbilden??? Mal schaun ob cool, ansonsten halt schnell. Wir lieben halt die Herausforderung. Beide Jungpferde haben einen ehrlichen und liebenswerten Charakter und haben unsere Herzen bereits erobert. Die Zeit wird uns Gelegenheit geben, das Beste daraus zu machen.


















































Sie auch: Details und Symptome der Trageerschüpfung beim Pferd

Ab dem 13. März war es aus mit der Winterruhe und wir begannen schon mal, uns mit dem VFD-Weideseminar mit Frau Dr. Vanselow auf die grüne Saison einzustimmen. Eigentlich hätte das Seminar im Steigerwald stattfinden sollen, wurde dort aber abgesagt. Ich legte mich dann kurzfristig voll ins Zeug, denn so eine Fachfrau kann man doch nicht ungebremst wieder heimfahren lassen. Der Aufwand lohnte sich, denn es kamen über 50 Interessierte und das von weit her. Frau Dr. Vanselow kennen gelernt zu haben ist sehr beruhigend. Es gibt tatsächlich noch echte Idealisten die sich für die Natur einsetzen und ihr Wissen nicht einfach verkaufen und sich damit verbiegen lassen! Frau Dr. Vanselow ließ uns an ihrem reichen Wissensschatz teilhaben. Zu bewundern waren auch die Zuhörer, die bis zuletzt konzentriert zuhörten. Die Einsteller zum Teil betroffen, auf welch gestressten Gräsern ihre Pferde in Pension stehen. Die Pferdehofbetreiber in dem Clinch zwischen, die Leute wollen zwar ihre Pferde unbedingt auf die Koppel stellen, aber damit mach ich meine Artenvielfalt auf der Weide kaputt. Dazu passend dann noch die Ausführungen der Referentin zu bestimmten Krankheiten, die durch diese Stressgräser entstehen. Man sah des öfteren Fragezeichen auf der Stirn der Teilnehmer und im Raum.
Sehr schön war noch das praktische Begehen unserer Weide, mit dem Bestimmen der ersten Grashalme. Sehr angetan war Frau Vanselow von dem Artenreichtum, das wir hier noch haben. Für mich persönlich war der wichtigste und für mich noch heute nachwirkende Gedanke und Appell:
Glücklich reiten − das ist es doch, was alle wollen. Unabhängig von der Reitweise und auch unabhängig von Pferderasse, Ausrüstung und dem eigenen Ehrgeiz. Gerade für ängstliche Reiter ist es häufig schwierig, das Reiten genießen zu können. Doch das lässt sich ändern. Zum Beispiel mit dem Glücklich Reiten– Kurs von Verena Eckert und Petra Stegmüller in Kühnhardt in Mittelfranken. Vor ziemlich genau einem Jahr wurde ich von Miki, eine von Frühlingsgefühlen geplagte Haflingerdame, abgebuckelt. Als ich in der Januarausgabe der Zeitschrift Freizeit-Reiter die Kursbeschreibung: Der Kloß im Hals, das flaue Gefühl im Magen, die böse Ahnung vor dem was da gleich kommt − so geht’s las, fühlte ich mich sofort angesprochen, so eine der sieben Teilnehmerinnen. In dem Kurs zeigte sich dann schnell, dass die Ängste der Teilnehmer aus ganz unterschiedlichen Situationen herrührten. Bereits die Vorstellungsrunde barg für mich viele Überraschungen, denn für mich war klar, dass sich hier nur Reiter(innen) finden würden, die wie ich, alle vom Pferd gefallen sind, so die Teilnehmerin. Auch die Ängste nach der Geburt eines Kindes oder das Unwohlsein, wenn andere dem Reitunterricht zuschauen, waren Themen. Zunächst ging es jedoch einmal um die Vermittlung von wichtigem Hintergrundwissen. Kursleiterin Verena Eckert, VFD-Übungsleiterin, Sport-Mental-Coach (SportNLPAcademy) und Heilpraktikerin fÜr Psychotherapie informierte über die Entstehung und die Wechselwirkungen von Angst bei Mensch und Pferd und stellte klar, wie es durch kleinste Missverständnisse zu Situationen kommen kann, die dann für Reiter und Pferd unangenehm werden. Denn das Bewusstmachen von Zusammenhängen und Hintergründen zu dem gemeinsamen Thema ist ein wichtiger Teil auf dem Weg zum glücklichen Reiten − nur was verstanden ist, kann bewusst geändert werden!
Warum soll ein Freizeitreiter und sein Pferd keine Lust zum Springen/Hüpfen haben, wo es doch so wertvoll für die Muskulatur und Bewegung ist? Ich habe doch auch Spaß dran, obwohl ich keine Häuser springe. So nachgedacht, hat mein Konzept eigentlich gut gefruchtet. Erst mal ein Gefühl entwickeln lassen, für Takt und Rhythmus reiten. Dann wie zufällig die ersten Stangen und wer hätte es gedacht, auch ein Cavaletti ist zu schaffen. Plötzlich hatten alle Angsthasen Spaß und waren fast nicht mehr zu bremsen.
Ich schreib lieber jetzt (1.7.) darüber, bevor es in der Presse steht − wer weiß, wie sich die Sichtweise sonst verändert?! Würden Sie sich dem Kurstest stellen? fragte Silke Dehe von der FS-Pegasus Zeitung. Da war ich erst mal sprachlos. Warum ich? Da kommen doch nur die großen Meister vor? Ich kleines Licht im Breitensport − was hat die vor? Wen will sie zerflettern? Ich befragte erst mal meinen väterlichen Freund Kurt Vicedom, den ich auch als Richter eingeladen hatte, ob wir uns das zutrauen können. Der war durch so Verrisse wie bei Cavallo auch eher skeptisch. Da ich auch gerne kritisiere, fasste ich mir ein Herz und sagte zu. Nach ihrer Motivation gefragt, sagte die Volontärin, sie wolle einfach den Reitern schildern, wozu eine Ausbildung im Wanderreiten gut ist und dass die FN auch so was anbietet. Nun gut, das ist ja in meinem Sinne. Zuerst überlegte ich, was ich alles verbessern müsste und was man anders machen kann. Als ich mich wieder beruhigte, stellte ich fest, dass ich eigentlich alle Kurse so vollblutmäßig wie möglich halte und es nicht besser weiß (vielleicht ja nach dem Bericht).
Wir gratulieren:
Am Ende des Kurses standen die Prüfungen mit der Rittigkeitsaufgabe, die Verfassungsprüfung der Pferde, die Theorieprüfung sowie unser 2-tägiger Wanderritt an. Der Wanderritt führte uns ins 22 Kilometer entfernte Gut Weihersmühle. Die Pferde führten uns Prüflinge sicher über Hügel, entlang von Felder, von Dorf zu Dorf bis ans Ziel. Wir Reiter hatten in diesen Tagen sehr viel Freude, Spaß und konnten viel miteinander lachen. Wir haben einen super Teamgeist entwickelt! Jeder schaute mit auf die Karte und nach dem richtigen Weg. Am ersten Tag machten wir nach ca. 11 Kilometer eine Mittagsrast im Ort Dorfgütingen und bauten Paddocks auf. Nach einer Stärkung ging es weiter. Am Zielort angekommen, versorgten wir die Pferde, die auf Gut Weihersmühle übernachteten. Wir Reiter sind abgeholt und zurück zum Wanderreitstützpunkt gebracht worden. Am nächsten Tag fuhren wir wieder zu den Pferden, machten sie für den Ritt fertig. Nach bestandener Verfassungsprüfung durften wir alle weiterreiten. Nach ca. 16 Kilometer machten wir eine Mittagsrast in der Ortschaft Ungetsheim. Bei einer leckeren Brotzeit und einem gemütlichen Ratsch sammelten wir nochmals Kraft für die letzten Kilometer bis nach Kühnhardt. Die beiden Richter Frau Annette Vollet und Herrn Kurt Vicedom waren beide Tage zugegen. Am Ende verkündeten sie die frohe Nachricht, dass alle Prüflinge bestanden haben. Und dann hieß es auch schon, Abschied nehmen. Zurück bleiben die schönen Erinnerungen an den Kurs, das viele Wissen, was wir mit auf dem Weg bekommen haben, die Erinnerung an die tolle Gastfreundschaft, an die zuverlässige Pferde und unsere gemeinsamen gemütlichen Abende.
Wir gratulieren ganz herzlich:
Erinnert ihr euch an den herrlichen Herbst 2011? Trockenheit, Waldbrände… und: einmal ein paar heftige Tage Regen. Die haben wir erwischt. Und keiner hat gekniffen. Das hat auch was.
Am Wochenende des 15. Juni war heuer das Fest der Franken Sternreiter angesetzt und fand diesmal erstmalig im baden-württembergischen Teil der Reitstationen statt. Leider kamen diesmal nur etwas über 30 Reiter ins Hohenlohische. Doch die wo da waren, gehören zur großen Familie und feierten ihr Wiedersehen. Die neuen Gesichter fanden guten Anschluss.
Nach leckerem Kaffee und Kuchen, wurden die Preise verliehen und die angesagte Überraschung kam. Herr Bernulf Schlauch ist Hobby-Kellermeister aus Langenburg und stellt leckersten Holler-Sekt her. Dieser durfte probiert werden, nicht ohne amüsante Erzählungen zu den bürokratischen und explosionsartigen Hindernissen zwischendurch. Auch der Heilkraft des Holunders in Rezepten und Märchen wurde Respekt gezollt.
Mit 627 Reit-Kilometern gewann Tatjana Pittroff mit Rosi und Nando die Streckenwertung. In 15 Tagen ritt sie auf Umwegen von Sternritt zu Sternritt. Sie startete in Chemnitz, nahm am Karl-May-Sternritt teil, ritt weiter über Dresden durchs Erzgebirge zum Fichtelgebirge. über die fränkische Schweiz streifte sie durchs Nürnberger Knoblauchsland. Schließlich führte der Endspurt an Ansbach vorbei nach Kühnhardt. Bei uns traf sie auf 10 weitere Sternreiter nach Saurach. Streckenweiser Wegeabschnittsgefährte war der VFD-Freund Walter Hegner.
Am Sonntagmorgen gestaltete Dekan Pfitzenmeier einen festlichen Pferdegottesdienst in der Reithalle. Umrahmt vom vollen Hörnerklang der Jagdhornbläser Schwäbisch-Hall und Obersontheim, unter der Regie von Pferdefreund Werner Dierolf. Nach einem deftigem Weißwurstfrühstück leerte sich der Veranstaltungsort wieder.
In Vielem sind wir dieses Jahr ein Stück weitergekommen. Meine Reitkurse sprechen sich scheinbar rum und finden auch extern viel Anklang. Ich bekam viele verschiedene Pferde zwischen meine Finger und konnte ihnen mit Physiotherapie weiterhelfen. Was für ein Geschenk in meinen Händen! Die entspannten Pferdegesichter sind mein ganzes Glück. Mit dem Stationenhopping Angebot können wir immer noch viele begeisterte Wanderreiter begrüßen und wertvolle Gespräche bis in die Nacht führen. Wie es den Leuten so gefallen hat, lässt sich ja unter der Rubrik Berichte nachlesen.
Diese Zeilen werden wohl, je nach persönlichem Ausgangspunkt unterschiedlich gelesen. Für viele gibt es uneingeschränktes Glück auf dem Rücken der Pferde. Doch manche haben ein Pferd im Stall, das wenig Rückendeckung gibt.
Mit dem Glücklich Reiten Kurs zog das Hoch Nicole über Deutschland und ganz speziell nach Kühnhardt. Es brachte zwar viel Trockenheit mit sich, aber auch Freuden. Getarnt als Praktikantin zog Nicole bei uns ein, mit ihrem Wuschelhund Finja und dem klapperdürren Trakehner Viento. Nicole war letztes Jahr schon mal eine Woche bei uns auf Station, als sie mit Viento auf der Suche nach dem Sinn des Lebens und dem Zugang zu ihrem schwierigen Pferd von Rottweil nach Würzbug ritt. Ihr Ziel war dort eine Pferdeflüsterin, auf deren Intuition sie hoffte. So konnten wir uns letztes Jahr ungezwungen beschnuppern und fanden uns sehr sympathisch. Wir blieben in losem Telefonkontakt. Wenn, dann telefonierten wir lange und ich versuchte ihre neuen Pferdekenntnisse zu verstehen oder gab ihr eher Anstöße, Meinungen zu hinterfragen. Manchmal ist der Mensch ja schon leidensfähig und kann was aushalten, wenn er auf die Quintessenz hofft. Nach einem Jahr wurde das Pferd immer weniger und die Lust am Reiten war weg, denn man soll das Pferd nur aufhalftern, wenn es auch herschaut…?? Ein Rucken am Halfter ist körperliche Manipulation. Nun, da prallen halt Welten aufeinander. Ich schlug ihr vor, gleich eine Hotline zum Tierschutzverein zu schalten, wenn wir dann mit Kappzaum longieren, anstatt das Pferd um uns rum trödeln zu lassen. Nun sind die 3 schon über 3 Monate hier und haben sich prächtig entwickelt.








Im Frühjahr hatte ich Verena Eckert als Referentin zu einem Abend Motivationstraining eingeladen. Die Frage ins Publikum: was für ein Ziel verfolgt ihr mit eurem Pferd dieses Jahr? , stellte ich mir auch leise selbst. Hat der Freizeitreiter Ziele? Was ist denn so erstrebenswert? Arbeitet man wirklich auf etwas hin? Interessante Antworten regten zum nachdenken an. Ich formulierte für mich: ich möchte den Maiwanderritt mit Jaco mitreiten. Jeder der unsere Odyssee kennt, weiß, welche persönliche Herausforderung das war. Es meldete sich dann eine Truppe Distanzreiter an, mit der Vorgabe „kein Galopp“. Das passt, dachte ich, dann lernt er schon nichts blödes. Und so wurde es ein wunderbar entspannender Ritt, eine Mitreiterin meinte, dass man unseren Pferden halt schon die Routine und Gelassenheit anmerkt. Was für ein Kompliment, beim ersten Gruppenritt mit Fremden. Nach dem Ritt bekam er einen Beschlag und einen gescheiten Sattel und gehört nun zu den Großen.
Ein wenig schlechtes Gewissen war schon dabei. Da sind wir routinierte Wanderreiter und buchen trotzdem das Rundum-Sorglos-Paket, das Stationenhopping. Sind wir plötzlich zu bequem geworden, um uns die Wege zwischen den Wanderreitstationen auf dem Weg zum Sternritt der fränkischen Reitstationen selbst zu suchen? Rückblickend ist zu sagen: Und wenn schon, die Entscheidung war total richtig. Denn so schöne Wege muss man als Wanderreiter erst einmal finden! Und bequem ist die Rittvorbereitung wirklich: Nur einmal telefonieren und alle Stationen sind gebucht. Vor Ort gibt’s nicht nur eine tolle Pferdeunterbringung, sondern auch alles, was das Reiterherz begehrt, inklusive Gepäcktransfer. Und natürlich eine komplett ausgearbeitete Strecke mit den schönsten Wegen zwischen den Stationen. Und so kamen wir am 1. Juni nach vier Tagen gut gelaunt beim Sternreitertreffen der Wanderreitstationen zwischen Main und Donau in Saurach bei Crailsheim an. Unsere Pferde bezogen ihre großzügigen Paddocks und wir freuten uns über viele bekannte Gesichter und einige neue Teilnehmer. Insgesamt waren 26 Reiter nach Saurach gekommen. Zu wenige für das komplette Sternrittprogramm, so dass einige Programmpunkte gestrichen werden mussten. Aber genug, um ein tolles Wochenende zu verbringen. Und so wurden nach dem Blootz-Essen die am weitesten gerittenen Teilnehmer und die „Wiederholungstäter“ geehrt. Es ist immer wieder schön zu sehen, wie viele Reiter treue Anhänger des Sternritts sind und seit vielen Jahren den Termin fest in den Kalender aufgenommen haben!
Am Nachmittag stand dann der traditionelle Trailparcours auf dem Programm. Petra Stegmüller hatte sich auch in diesem Jahr wieder einige Herausforderungen für Mensch und Pferd überlegt. Und so machten mehr als die Hälfte aller Sternritt-Teilnehmer mit! In diesem Zusammenhang auch ein herzlicher Dank an die Uelzener Versicherung, die die Preise für das Geocaching und den Trail spendete.
So nennt sich ab jetzt eine Gruppe von 13 Freizeitreitern, die am Sonntag, dem 24.06.2012 die Geländestrecke vom Reiterhof Altmühlsee unter fachkundiger Anleitung von Stefan Schwarz unsicher machte. Bereits am Samstag versammelten sich einige der Teilnehmer, um gemeinsam das herrliche Ausreitgelände zu erkunden. Am Sonntag stießen dann die restlichen Freizeitreiter zu der Truppe. Um 9 Uhr begann der Kurs und die erste von drei Gruppen stürmte die tolle und gepflegte Geländestrecke. Petra Stegmüller, Bezirksvorsitzende der VFD-Mittelfranken, hatte wieder den Kurs organisiert und schon im Voraus die Gruppen entsprechend der gewählten Schwerpunkte und Wünsche der Reiter zusammengestellt. Mit Hilfe von Tipps, Tricks, der ruhigen Art und dem Fachwissen des Trainers ließen sich alle gerne auf neue Herausforderungen, wie Bergabsprünge oder verschiedene Hinderniskombinationen, ein. Nach einem tollen Vormittag, an dem Pferd und Reiter durchaus über sich hinauswuchsen, erwartete uns ein herrliches Mittagessen.
Bereits um 14 Uhr startete die erste Gruppe zur 2. Trainingseinheit des Tages. Auch hier galt es wieder, sich neuen Herausforderungen zu stellen. Sichtlich geschafft, aber auch stolz fanden sich Pferde und Reiter um 17 Uhr zum Abschlussgesprßch ein. Selten erlebte ich einen Lehrgang, bei dem die Teilnehmer untereinander so gut harmonierten. Deshalb konnten Pferd und Reiter ihre Grenzen akzeptieren, anstatt falschen Ehrgeiz zu zeigen. Spaß stand im Vordergrund und am Ende des Tages hatte jeder diverse persönliche Highlights zu verbuchen. So stand auch fest, dass man in Kontakt bleiben wollen. Am Ende des Tages gab es ein einstimmiges Fazit: „Das müssen wir unbedingt wiederholen!!!“


