Rückblick auf 2025

Die Pferdewelt ändert sich!

Es stellt sich mir und vielen anderen Ausbildern die Frage: Will ich da mitgehen?

Zum einen geht es um schnelle Lösungen. Es boomen Methoden, Versprechen und Abkürzungen. Verstehen, beobachten, Ursachen suchen und beheben- das dauert. Und dazu braucht es Erfahrung und eine klare Haltung.

Während den Coronajahren haben viele auf Online Unterricht umgestellt. Keine Frage: das ist bequem und hat viele Ausbilder vor dem Ruin bewahrt.

Warum redet man Echtzeitkurse jetzt so schlecht? Stress fürs Pferd, hohe Spritkosten, Unterkunft…alles zu teuer.

Auf der anderen Seite werden hunderte von Euros für drei Reitstunden bei “angesagten” Trainern ausgegeben… Ob der Input jemals nachgeritten werden kann? Ich halte meine Kurspreise sehr günstig, einfach um dem normal situierten Pferdebesitzer Weiterbildung möglich zu machen, auch wenn man fahren muss. Und wenn die Leute wieder zufrieden heim fahren, bleibt mir ein unheimliches Glücksgefühl – so darf  doch Arbeit wirken.

Ein wesentlicher Teil meiner Arbeit ist der Pferdephysio- und Osteotherapie gewidmet. Auch hier ist es für mich ein Geben und Nehmen und ein wunderbares Gefühl, Pferd und Reiter auf eine andere Art zu unterstützen. Vielen Dank den liebenswerten Pferdebesitzern! Ich komme gern zu euch.

Im August 24 sind wir “nur mal zum guggen”, nach Hessen gefahren auf das Gestüt Reckerode. Bettina Schürer hat dort eine leidenschaftliche Berberzucht geführt, die sie aus Gesundheitsgründen aufgeben musste. Ich habe in ihr eine Pferdefrau vom “alten Schlag” getroffen, soviel Lebenserfahrung mit Arbeitsreitweisen und Pferden und so viel Paralellen miteinander. (Ich konnte sie für Anfang Mai 26 für einen Reitkurs gewinnen). Dann haben wir uns drei Monate das Hirn zermartert und die zwei Vierjährigen Berber gekauft. Meine Freundin Bettina hat sich für Lounis entschieden, mir lachte Lyas ins Herz. Unvernünftig? Klar, aber wie eine Freundin meinte: du willst doch noch kein Leben „auf Reserve“ leben…

Mit den beiden streiften wir durchs Jahr, eine Basis zu legen braucht Zeit. Leider ist mein Lyas noch sehr hengstig und legt etwas grobe Spieltechniken auf. Im Herbst schließlich hat er meinen Haflinger Seppl schwer verletzt. Das war eine Zeit des Verzweifelns und Bangens. Ich hoffe, dass sich Seppl‘s Gangbild wieder stabilisiert.

Im Jahr des „Feuerpferdes“ wünsche ich mir, dass sich wieder viele Reiter in Bewegung setzen. Mit dem Pferd ins Gelände zu reiten, ist die schönste Art, die Natur zu entdecken. Unterstützt die Betreiber von Wanderreitstationen durch euren Besuch, leider hören viele wegen fehlender Belegung bereits auf.

Macht euch wieder auf den Weg und lasst euch bei echten Kursen inspirieren. Es ist ja nicht nur der Inhalt, auch das Miteinander und Voneinander in einem Kurs hat so viel Nährendes. Nur wenn man sich mit seinem Pferd Situationen stellt, lernt man es kennen und baut eine Verbindung auf.

Ich wünsche mir, dass 2026 etwas sanfter und leichter wird. Und viele schöne Begegnungen mit Menschen, die für ihre Tiere leben.