Wanderritte im Spessart und der fränkischen Schweiz

Beide Landstriche hatten für uns den gleichen Anreiz: viele hellgrüne Buchenblätter im frühlingshaften Sonnenschein.

Ich liebe es im Wald zu sein. Diese Stille- obwohl, wenn man die Ohren spitzt, hört man  Bienen summen, andere Insekten surren, Vögel ein Konzert anstimmen. Es ist eben eine andere Stille, irgendwie organisch, wenn man das Rauschen der Blätter in den hohen Kronen dazu nimmt, oder das Rascheln im Unterholz, wenn sich ein noch nicht erkennbares Tier gestört fühlt.

Auch wenn man in der Gruppe reitet, gibt es Momente wo jeder schweigt. Dann fallen die abgehobensten Gedanken aus dem Karussell. Eine Mitreiterin ruft: „schaut mal, wie das Licht durch die Bäume fällt und welche Muster es am Boden malt. Und wie unterschiedlich Grün das alles ist, Moospolster, Preiselbeeren, Tannennadeln…“

Gerade in der fränkischen Schweiz konnten wir viele Naturböden bereiten. Herrlich, wenn der Boden unter den Hufen elastisch nachgibt, wenn das Laub vom letzten Jahr noch in der Trockenheit raschelt.

Und wie es riecht. Kiefernwälder duften so harzig und bisserl nach Urlaub und Süden. Ein paar Kilometer weiter ist der Boden noch feucht und riecht wieder anders. Wir atmen tief ein und wieder aus. Die Maiglöckchen zeigen sich, duften aber noch nicht, dafür der Waldmeister. Da ruft die Nächste:“ och, so eine Frühlingsbowle wäre jetzt auch schön…“

Dann geht es noch ein Stück dem glucksenden Bach entlang. Der Hund legt sich hinein und genießt die Abkühlung. Wir sehen ihm neidisch zu und denken an die Waldmeisterbowle- nun gut, ein paar flüssige Kräuter aus dem Flachmann sind auch nicht schlecht.

 

 

Auch wenn das nun ein anderer Rittbericht ist, wie: das Essen war toll, die Unterkünfte auch und die Galoppstrecken…Das ist das, was als Gefühl in mir hängen geblieben ist. Und das ist das, was ich am Wanderreiten so liebe. Mit dem Pferd in einer netten Gruppe in der Natur unterwegs zu sein- für uns gibt es nichts Erstrebenswerteres!

Entschleunigung auf neudeutsch, ein Gedicht von Christian Morgenstern aus einer anderen Zeit:

„Zwei Tannenwurzeln groß und alt, unterhalten sich im Wald.

Was droben in den Gipfeln rauscht, das wird unten ausgetauscht.

Ein altes Eichhorn sitzt dabei und strickt wohl Strümpfe für die zwei.

Die eine sagt: knig. Die andere sagt: knag.

Das ist genug für einen Tag.“