2014 Zweites Halbjahr

Stangenmikado und Galopparbeit

Auch diese Kurse brachten bei schönstem Wetter die Leute zum Strahlen. Diesmal auch mit Unterstützung zweier VFD- Praktikanten, die sich freuten, auch mitmachen und sich einbringen zu können. Es ist immer wieder erstaunlich, was die Reiter anfangs alles befürchten und glauben, dass es nicht geht. Und kaum hat man Anleitung, konzentriert sich und ist einfach ganz präsent bei der Sache und nicht im Alltag, schon klappt es. Schön ist auch, wenn unterschiedliches Können aufeinander trifft. Die einen haben dann ein Vorbild, wie es mal ausschauen kann und die Besseren erinnern sich bestimmt auch an ihre eigenen Anfangsschwierigkeiten.

VFD-Geländehüpferkurse

Fanden wieder beide am Reiterhof Altmühlsee unter der besonnenen Leitung von Stefan Schwarz statt. Im September leider im Regen, aber der Boden war trotzdem gut – und die Gemeinschaft auch. War halt nix für Weicheier

Borkum- Traumurlaub für Reiter, Pferde und Hund

Ein bisschen aufgeregt waren wir diesmal schon! Was machen wir, wenn es stürmt? Wenn die Pferde auf der Fähre Angst bekommen? Alles umsonst ausgedacht. Bei schönstem Sommerwetter setzten wir über. Es war unser bislang schönster Nordsee-Urlaub. Vormittags ritten wir – trotz ausgebuchter Insel – am menschenleeren Sandstrand. Nachmittags badeten wir mit Hund bei 21 Grad Wassertemperatur. Zu sechst zusammensitzen war auch sehr nett und Peter genoss es, der Hahn im Korb zu sein. Nächstes Jahr wollen wir nach Romö- es ist schon gebucht und wir freuen uns darauf.

Wanderreitführer

Im Spätsommer fand dieser Lehrgang im Kleinen statt. Die unterschiedliche Gruppenzusammensetzung war ein Supertest für die Realität des Wanderreitführers. Ein junger Isländer, dem vor allem beim Vorneweggehen noch nicht alles geheuer war. Ein eher gemächlicher Norweger, der als Kinderreitpferd einfach nur brav sein muss. Ein erfahrener Araber, dem eigentlich nichts zu weit und nichts zu schnell ist. Und dazu mein Peter, der diesen Mix nicht unbedingt als Urlaub ansehen konnte. Doch jeder hatte seine Stärken und Schwächen und konnte diese gut einsetzen. Und dabei auch gleich testen, welche Zielgruppe als Kunden für ihn zutreffen.

Wir gratulieren ganz herzlich: Katrin M.
Katja K.
Ute Sch.

Funktionelle Anatomie

Der Spätherbst ist für theorielastige Seminare gut geeignet. Ich hatte sehr wissbegierige und bereits gut vorgebildete Teilnehmerinnen dabei. So konnten wir von den Basics auch gut in die Tiefe gehen. Um zu überprüfen, ob man auch das sieht, von dem wir theoretisch gesprochen haben, ritt jeder zum Schluss einzeln eine kleine Aufgabe und die anderen gaben ihr Urteil dazu ab. Da gehört zum einen ganz schön viel Mut dazu, Kritik zu üben, aber genauso viel Mumm, dies auch auszuhalten. Es war eine tolle Truppe und das regionale Menü im „Deutschen Haus“ zur Belohnung spürt bestimmt noch jeder auf der Zunge. Hier ein persönlicher Teilnehmereindruck:

Wochenende Funktionelle Anatomie Wir meldeten uns für dieses Seminar an, weil wir die unbeschönigte Wahrheit wissen wollten über unsere Pferde. Einige Baustellen waren uns klar, nur konnten wir keine Erklärungen finden, was wir besser oder anders machen können, um unsere Pferde „schön“ und gesund zu reiten. Die Voraussetzungen unserer Pferde waren total verschieden (ein Senior und ein „beste Jahre“), wo sollen wir ansetzen? Also war uns klar, da ist Hilfe nötig, und wir meldeten uns samt Pferdebegleitung an. Die Anreise erfolgte schon am Freitag und unsere beiden „Pferdedamen“ bezogen ihre Box mit erstklassiger Verpflegung samt Paddock am Hof von Petra in Kühnhardt. Am Samstag nach unserem Frühstück legten wir los, wir stellten uns und unsere Pferde ausführlich vor. Dann folgte der erste Teil in Theorie, unter anderem besprachen wir die ethischen Grundsätze des Pferdefreundes der deutschen reiterlichen Vereinigung und der sich daraus resultierenden Verhaltensregeln im Reitsport. Einige gute Buchtipps waren auch dabei.

Im ersten Praxisteil übten wir uns am Exterieur der Pferde, wobei es leichter war, die fremden Pferde zu beurteilen, beim eigenen Pferd schleicht sich nämlich schnell eine gewisse Betriebsblindheit ein. Nachdem wir Kursteilnehmer unsere Beobachtungen weitergegeben hatten, erläuterte Petra uns die restlichen körperlichen Defizite und erklärte immer wieder, warum und woher diese Baustellen am Pferd kommen. Nachmittags ritten wir gemeinsam auf dem Reitplatz, jede Teilnehmerin ritt eine Dressuraufgabe vor, wir anderen schauten die Pferde an, wie sie laufen. Gleich anschließend gaben wir unsere Beobachtungen weiter, und Petra kommentierte und erklärte viel dazu. Ein Beispiel: zu wenig Aktion in der Hinterhand, Pferd fällt auf die Vorhand, am Oberarm entstehen muskuläre Zubildungen.

Ein Samstag vollbepackt mit Infos, ging mit einem leckeren Abendessen in Dinkelsbühl zu Ende. Am Sonntag ging’s weiter mit dem Üben (Krankengymnastik), wir erhielten eine kurze Einführung in die Longenarbeit mit dem Kappzaum, was natürlich viel leichter aussah, als es wirklich war. Der nächste Theorieteil war dann die Anatomie des Pferdes, angelehnt an Gillian Higgins, die mit ihren „bemalten“ Pferden dieses bildlich erklären konnte. Wir lernten auch die neuesten Erkenntnisse über verschiedene Gebisse und ihre Wirkung kennen.

Die letzte Reiteinheit war individuell auf die Probleme des jeweiligen Pferdes zugeschnitten und als Hausaufgabe zu verstehen. Damit hatten wir erstmal genug Input für die nächsten Wochen im heimischen Stall. Unser Abschluss-Fazit: Wir mussten viel aushalten, unsere Fehler wurden uns ohne Beschönigungen klar und unmissverständlich vor Augen gehalten. Wir bekamen so viele wertvolle Informationen und fanden es Super, genau deshalb sind wir nämlich gekommen und hoffen, dass wir in Zukunft unsere Pferde besser reiten können. Wir waren eine tolle Gruppe, die anderen zwei Mädels mit ihren Pferden waren auch so nett, dass wir ein richtiges Superwochenende verbringen konnten. Rafft euch auf, stellt euch den hausgemachten Problemen, lasst euch auf die funktionelle Anatomie ein, es gibt so viele Aha-Effekte zum Wohle des Pferdes!

Es bedanken sich: Uschi + Rabea mit Noelle + Grace

Kreativer Reitunterricht – Trainerfortbildung

So wie wir das Jahr anfingen, haben wir es auch ausklingen lassen! Trotz November hatten wir schönes Wetter und konnten mittags noch draußen essen. Auch dieser Kurs war spannend, hatten wir doch ein gemischtes Bündel an Wissen.

Ulrike macht eigentlich Unterricht für Kinder, hat aber breites Vorwissen. Wir genossen sehr ihre Einstimmungen nach Sally Swift. Verena hat es mehr mit Anfängern oder ängstlichen Reitern zu tun. Hier bestätigte sich wieder mal, dass oft weniger mehr ist. Annette sieht sich mehr als Coach zwischen Pferd und Reiter, will weniger das technische Reiten, sondern dass der Mensch das Spüren und Wahrnehmen lernt. Dazu hatten wir noch eine Wiedereinsteiger – Kundin mit Jungpferd, die sich zum Testen anbot und hier wirklich eine Fülle von Anregungen bekam.

So wie auch untereinander reger Austausch stattfand, wenn auch nicht immer im Konsens – grins. Mich freute sehr das übereinstimmende Feedback zu meiner Arbeit. „wenn ich jemals so einen Unterricht von einem FN-Trainer bekommen hätte, hätte ich mich nie „gezwungen“ gefühlt, nach Alternativen zu suchen.“ Auch das nachreiten lassen meiner Übungen bei den Kunden zuhause, hat wohl viele Aha-Erlebnisse gegeben. Das bestärkt natürlich und motiviert andere am eigenen Wissen teilhaben zu lassen. Wir wollen als Reitausbilder ja eigentlich alle den Schülern weiterhelfen – die Palette dazu hat viele Farben!

 

Vorschau 2015: Reitbegleithund-Ausbildung

Es ist immer wieder interessant, auf welchen Lebensweg uns die Tiere führen. Als ich als Schülerin noch kein Geld für ein Pferd hatte, begleiteten mich Schäferhunde. Damals (ist ja auch schon 35 Jahre her) war noch ein barscher Umgangston mit den Hunden auf den Übungsplätzen und nicht zimperlich im zupacken üblich. Aber: wenn ich dem Hund rief, kam der auch angespurtet. Nun gut, das ist bestimmt wie bei den Pferden auch, ein bisschen rassetypisch. „Want to please you“ ist ja das Motto der Schäferhunde. Nun haben wir in Billy, einen Mischling, der das „dickfellige und distanzlose“ des Labradors mit dem sensiblen Charakter des Setters paart. Eine Herausforderung in den Zeitzwängen des Alltags. Da auch ich mich schon bei Joggern und männlichen Spaziergängern für meine Fellnase entschuldigen musste und der verhasste Satz „der tut nix“ von den Lippen kam, möchte ich das jetzt im kommenden Jahr angehen. Wenn euch das auch interessiert, meldet euch bei mir, ich nutze gerade die Winterpause um ein Kursangebot zu schneidern.

2014 Erstes Halbjahr

Kurs Horsedancing

Schon Binding sagt: „Das Pferd ist dein Spiegel. Es schmeichelt dir nie.“

Was spiegeln sie in unserem Leben?
Oder: Was in uns spiegelt unser Pferd?
Wir haben das eine Pferd nicht ohne Grund – es gibt dafür einen bestimmten Grund.
Das ist unspektakulär, solange es rund läuft – doch sehr aufschlussreich, wenn wir deshalb nach Antworten suchen (müssen).

Eine Frage in den Spiegel: Warum kommt dieses Pferd gerade jetzt in mein Leben? Doch wählt behutsam die Größe eures Spiegels. Sicher hat uns auch das Detail eines Taschenspiegels einiges aufzudecken. Doch so ein Hallenspiegel zeigt uns in unserer wahren Pracht und Größe; egal welchen Maßstab wir ansetzen, es kommt auf den Blickwinkel an. Meine Neugierde auf all die Hintergründe und Fragen brachten mich zum „Horse-Dancing“ ins Barockreitzentrum von Elke Wedig in Heimsheim. Nun habe ich ja meinen objektiven Blick auf Äußerlichkeiten, wie z.b. geht das Pferd taktrein, ist es schief u.a. durch all die Reit- und Trainerlehrgänge geschult. Durch die Physiotherapie spürt man auch ins Innere, nimmt Schmerz, Angst und Anspannungen wahr. Es hilft mir dabei immer der Blick in die Augen des Pferds. Lachen sie noch oder haben sie sich resigniert verschleiert? Durch das Auge blickt man bis ins Herz der Kreatur. Doch bei der pferdegestützten Persönlichkeitsentwicklung geht es noch tiefer. Ich durfte erleben, wie die Pferde bewusste oder auch unbewusste Themen des Menschen reflektieren. Das können verdrängte Gefühle wie ungelöste Probleme, unterdrückte Zweifel, unbewusste Einstellungen, aber auch noch unentdeckte Talente und Sehnsüchte sein. Und wenn man sich dann die Zeit nimmt und den Pferden ganz achtsam „zuhört“, dann kann einem schon mal das Herz aufgehen und so manche Frage beantwortet sich von selbst: von wegen – warum hat der Mensch das Pferd. – Danke Jaco!

Sie zeigen uns mit ihrer magischen Ur-Weisheit ganz klar, wo unsere Stärken und Schwächen sind, und wo wir uns weiterentwickeln sollen.

Ich hatte dabei zwei besonders schöne Begegnungen. Man wies mir zwei Esel zu. Ich begann sie mit meiner Fröhlichkeit aufzuwecken und sie beantworteten das mit ungewöhnlicher Spiel- und Bewegungsfreude. Man sah sie von außen angeblich „schweben“. Und ich? Mir kam der Gedanke, vom inneren, alten, sturen Esel, den man doch öfters überwinden sollte.

Dann noch ein weißes Minishetty namens Snow. So strubbelig, so stakselig, so wenig Athlet, wie ich mir ein Pferd eigentlich wünsche. Doch diese tiefschwarzen Kulleraugen. Sie sagten mir was vom Urpferd, von seiner Klarheit, von seiner Freundschaft ohne Macht und Manipulation, voller Sanftmut und Vertrauen. Diesen Ausdruck haben nicht mehr viele Pferdeaugen.

Kursleiterin Ulrike Dietmann beeindruckte mich noch mit ihrer Feststellung: Pferdetrainer sind auch wie Künstler, sie haben bereits das fertige Modell vor Augen. Vielleicht ist das für euch auch nachdenkenswert? Schade, dass wir Pferdeleute alle so weit verstreut an einsamen Orten wirken. Wir könnten soviel voneinander lernen. Aber vielleicht ist es ja auch das Schöne, dass wir an so vielen Orten zu finden sind für Pferdemenschen, die nicht nur auf Schnäppchenjagd sind, sondern sich neu orientieren wollen.

Bodenarbeit und Rückentraining mit dem Kappzaum

„Man kann ein Pferd zur Tränke führen,
aber man kann es nicht zwingen, zu trinken.
Man kann einen Menschen an Wissen heranführen,
aber man kann ihn nicht zwingen, zu denken.“
(Terri Shinnaman)

So begannen wir bei herrlichem Frühjahrswetter und einem Glas Sekt zum Saisonauftakt mit dem Kurs: Bodenarbeit und Rückentraining mit dem Kappzaum.
Sehr nett geschrieben ist der Bericht von Elke P., den ich gerne hier anfüge

„Stellt Euch vor, letztes Wochenende kam mein Frauchen Samstag morgens in den Stall gestürmt, schimpfte ein wenig mit meinem isländischen Kollegen, dass er ja selber schuld sei, wenn er daheim bleiben müsse (er hatte sich am Huf verletzt) und dann zog sie mich aus dem Stall mit dem Kommentar, dann dürfte ich halt mal einen Ausflug machen. – Ich wurde verladen und mit dem Hänger ein Stück durch die Gegend geschaukelt, bis nach Kühnhardt zu Stegmüllers. Dort durfte ich dann erst mal einen Paddock beziehen und über den Zaun Bekanntschaft mit einigen Artgenossen schließen. Frauchen verschwand derweil mit ein paar anderen Zweibeinern zu einer „Vorstellungsrunde“. – Muss lustig gewesen sein, denn nach einer Weile kamen sie alle leicht angeheitert wieder (so ein Glas Begrüßungssekt am Morgen hat es offenbar in sich) und dann wurde ich gemeinsam mit drei anderen Pferde-Kollegen auf den nahe gelegenen Reitplatz geführt.

Zunächst mussten wir einfach nur rumstehen, während die Menschen uns der Reihe nach argwöhnisch betrachteten und dabei Begriffe wie „steile Schulter“, „wenig bemuskelt“, „Weidekondition“ und ähnliches fallen ließen. Na prima, da zeigt man sich von seiner besten Seite und dann so was… – Exterieurbeurteilung nennen die das wohl. Anschließend durften wir uns dann aber bei einigen Führübungen die Hufe vertreten, über Stangen und durch Ecken, vorwärts, rückwärts und in Kringeln. Zugegeben, mir war noch nicht immer ganz klar, was ich da sollte – aber das ist auch kein Wunder, denn das war mein erster Ausflug von Zuhause in die Fremde – und so einen Reitplatz bin ich auch nicht gewöhnt. – Nach einer ausgiebigen Mittagspause ging es dann wieder ins besagte Viereck. Manche der Übungen waren mir etwas unheimlich und so versuchte ich, mich dem Ganzen durch schnelles Davonrennen zu entziehen. Petra – der Frau, die auf diesem Platz das Sagen hatte, gefiel das offenbar nicht wirklich und ehe ich mich versah, hatte sie mich am Strick. Ich war zunächst noch aufgeregter, aber Davonrennen schien nicht die gewünschte Lösung zu sein. – Ich machte mehrere Versuche, musste dann aber einsehen, dass ich am Ehesten in Ruhe gelassen wurde, wenn ich einfach nur neben ihr her ging. Später wurden wir dann alle der Reihe nach an die Longe genommen. Die etwas älteren teilnehmenden Pferde zogen dabei recht gleichmäßig ihre Runden, während ich noch immer etwas unschlüssig war, was ich denn nun genau tun sollte. – Abends war ich mir noch nicht ganz sicher, ob das nun ein toller Tag war, oder nicht.

Am nächsten Morgen ging es dann aber wieder auf den Reitplatz und wir begannen erneut mit Führübungen. Diesmal war es richtig spannend, es ging vorwärts und rückwärts über Stangen und durch Gassen hindurch, bis zu einer Übung, die sich „Grill“ nannte. – Dabei handelte es sich um Stangen, über die man klettern sollte, die aber davonrollten, wenn man sie berührte. Faszinierend, wie der teilnehmende Tinker dabei mit seinen Hufen jeden Schritt vorsichtig im Voraus ertastete. Später ging es wieder an die Longe, wobei vor allem die etwas erfahreneren Pferde richtig ins Schwitzen kamen. Das, was sie dort tun mussten, mit Biegen und Schulterheben, schien doch recht anstrengend zu sein. Ich kam altersentsprechend mit deutlich weniger Runden davon, fand es als junges Pferd aber sehr lehrreich, einfach nur da zu stehen und zu beobachten, wie gelassen die anderen diese Übung meisterten. Das Beste kam dann aber am Nachmittag, als die Menschen auf einmal anfingen, sich gegenseitig zu longieren – um ihre Körpersprache zu üben und selbst zu erfahren, wie unsereins sich fühlt, wenn der da innen mit Longe und Peitsche jongliert und mit seiner Aufmerksamkeit sonst wo ist. – Ich konnte den Kopf gar nicht abwenden, so fesselnd war der Anblick. Beim abschließenden selbst wieder longiert werden begriff ich dann endlich, dass ich eigentlich nur im Schritt um Frauchen rumzulaufen brauchte und auf Kommando stehenzubleiben, bzw. auch mal ein paar Runden zu traben. – Ach so!!! – Und dafür die ganze Aufregung vorher? Die älteren Pferde, allen voran der Araber, mussten dagegen 20 Minuten schweißtreibende „Krankengymnastik“ an der Longe hinter sich bringen – da ist es doch ganz schön, selbst noch ein Jungpferd zu sein.

Viel zu schnell waren die zwei Tage Kurs dann auf einmal vorbei. Bei schönstem Wetter, guter Verpflegung und einem individuell auf die einzelnen Teilnehmer abgestimmten Programm – und die Zweibeiner hatten zwischendurch auch immer ihre Theorieeinheiten, was für uns Vierbeiner eine willkommene Pause bedeutete. – Hm, wer weiß, vielleicht steige ich ja doch einmal wieder in den Hänger und lasse mich zu so einem Kurs fahren. – Denn auch im Leben eines Pferdes ist das mal eine spannende Abwechslung zum Alltag – und man lernt auch, besser zu verstehen, was die Menschen eigentlich von einem wollen!“

Viele Grüße von Pageno, 4 Jahre, Haflinger-Mix von Elke P.

Abzeichenjäger

Im April waren wieder die Abzeichenjäger am Zuge. In kleiner aber motivierter Runde bestanden das FN-Wanderreitabzeichen1 sowie den VFD-Geländereiter:

  • Petra S.
  • Bernhard S.
  • Frauke A.
  • Jana G.

Besonders freute mich folgender Eintrag ins Gästebuch:

„… ihr habt alles super ausführlich und wahnsinnig geduldig und praxisbezogen erklärt. Man hatte nie den Eindruck euch zur Last zu fallen – ihr habt uns großmütig familiär aufgenommen. Ich habe ungeheim viel gelernt und danke euch für eure Offenheit und Wissensweitergabe. All eure Tiere spiegeln eure Gastfreundlichkeit und Herzlichkeit wiehernd, schnurrend oder wedelnd wieder!“

Wanderritte am Rothsee, Taubertal und Altmühltal

Eigentlich gelingen uns so Wanderritte immer, man braucht nur:

  • nette, gesprächsfreudige und gleichgesinnte Reiter
  • gute Quartiere für Ross und Reiter
  • herrliches Essen, Futter und WETTER
  • ein gutes Gespür für schöne Wege und nette Mittagsrast
  • eine helfende Hand, einen guten Willen und eine Portion Humor

Dem Feedback unserer Mitreiter nach ist es uns heuer wieder gelungen. Und das Beste: auch wir haben in den Tagen Spaß und Freude an der Gemeinschaft

Bilder Rothsee und Altmühltal

19. Franken- Sternritt in Dinkelsbühl- Lohe

Dinkelsbühl leuchtet (auch) für die Sternreiter

„Nicht nur die Ferienkinder bekommen bei dem Anblick strahlende Augen – auch wir genossen schon den ersten Blick auf den Reiterhof Fraunholz. Dem Ort, wo die vielen Schulpferde zufrieden auf riesigen Weiden grasen und weiter hinten schon die feinsäuberlich aufgereihten Paddocks warteten. Denn der Reiterhof Fraunholz war auch in diesem Jahr wieder der Zielort des traditionellen Sternritts der „Reitstationen zwischen Main und Donau“.

Wanderreiter aus ganz Bayern und aus Baden-Württemberg waren am Himmelfahrts-Wochenende nach Dinkelbühl gekommen. Viele hatten die Woche auch genutzt, um durch die wunderschöne Landschaft zum Ziel zu reiten. Die ersten beiden Plätze in der Streckenwertung gingen dann auch nach Baden-Württemberg, genauer zum VFD-Stammtisch Mainhardter Wald. Es siegten in der Streckenwertung mit 147,7 km das Team aus Irmgard Burkhardt, Tanja und Ewald Schumacher. Nur 3,6 km weniger ritten Heinz und Uschi Baumann. Platz drei belegten Christine und Bruno Radtke mit 134,8 km vor den acht Reitern des „Präsidentenritts“ um den VFD-Bayern-Vorsitzenden Dietmar Köstler und Jutta Poster, die insgesamt 132,7 km mit den Pferden zurücklegten.

Die Ehrung der weitesten Anritte war auch in diesem Jahr wieder ein absolutes Highlight. Denn die Sternreiter ritten in der Abenddämmerung mit brennenden Fackeln in die historische Altstadt von Dinkelsbühl ein, wo sie vom Oberbürgermeister, der Mutter der Marketenderin (die „Amtsträgerin“ war mit Grippe im Bett) und den Jagdhornbläsern um Anton Liesch begrüßt wurden. Da zu dieser Zeit auch das Stadtfest „Dinkelsbühl leuchtet“ stattfand, war die Altstadt voller Besucher, die sich über die Reiter sichtlich freuten.

Am zweiten Sternritt-Tag hatten die Sternreiter dann auch Gelegenheit, ihr reiterliches Geschick und die guten Nerven ihrer Pferde unter Beweis zu stellen. Denn der Reitverein in Lohe hatte zum Orientierungsritt eingeladen. Mehr als 50 Sternreiter und ortsansässige Reiter stellten sich den Herausforderungen und prüfenden Blicken von Petra Stegmüller. Und hier bewahrheitete sich das alte Sprichwort: Die Letzten werden die ersten sein. Es siegte das letzte Team, das auf die Strecke geschickt wurde, nämlich Dominic Helferich und Heike Geißendörfer vor den beiden Vorjahressiegern Peter Stegmüller und Stefan Knoll.

Am dritten Tag ging es dann besinnlich zu. Nach dem Frühstück trafen sich alle Teilnehmer mit ihren Pferden in der großen Reithalle, wo ein gemeinsamer Gottesdienst mit Pferdesegnung stattfand. Die Jagdhornbläser sorgten auch hier für die musikalische Untermalung. Beim anschließenden Weißwurstfrühstück verkündete Elfi Fraunholz dann die gute Nachricht: Auch der Sternritt 2015 wird in Lohe ausgerichtet. Und der Termin steht auch schon fest. Es ist wieder das Himmelfahrts-Wochenende, also der 15.-17. Mai 2015. Wir sehen uns in Lohe!“

Verena Eckert

03.06.14 – Mymoon geht über den Regenbogen

22 Jahre lang waren wir fast täglich zusammen. 18 Jahre lang war er bestrebt sein bestes zu geben. Ich habe mit ihm wunderschöne Erfolge gefeiert und mühelose Ritte in bester Erinnerung. Er hieß bei den Kursteilnehmern: Herr Naseweiß, Professor, Streber

Er trat dem Menschen einfach nur wohlwollend gegenüber (solange sie ihn nicht im Fellwechsel putzten). Ich konnte mich auf ihn verlassen.

Er wurde bei uns geboren, hat nie seinen Stall gewechselt und durfte auf der Weide mit uns sterben. Es war ein Abschied in Etappen, wir wussten: das mit dem Bein, das wird nix mehr- auch nicht noch den Sommer lang.

Es ist furchtbar noch ein „Seelenpferd“ gehen zu lassen- aber es ist unsere Pflicht. Vielen Dank an Doris, die ihm auch in den nicht mehr reitbaren Wochen das Gefühl gab, wichtig und geliebt zu sein!

Mymoon mit Doris
Mymoon mit Doris
Mymoon mit Petra
Mymoon mit Petra

2013 Zweites Halbjahr

Geländehüpfer in Gunzenhausen

Etwas kurzfristig angemeldet, fand dieser Tag doch wieder großen Anklang. Stefan Schwarz kennt nun zum Teil schon die Pferd-Reiter-Kombinationen und kann diese super weiterfördern. Mit seiner souveränen Art strahlt er die nötige Ruhe und Zuversicht aus, um eventuelles Zögernwollen des Reiters gar nicht aufkommen zu lassen.

Wetter und Essen hat auch gut gepasst, so fuhren wir alle wieder nach einem gelungenen Tag erfreut heim.
Natürlich stehen die Termine für 2014 schon: 29.6. und 21.9.14

FN-Abzeichenjäger September zusammen mit VFD-Geländereiter

Hier ein Bericht der VFD-Prüferin Verena Eckert:

Erste gemeinsame FN/VFD-Prüfung in Mittelfranken

Der Abzeichenjäger-Kurs am Wanderreiterstützpunkt von Petra und Peter Stegmüller im mittelfränkischen Kühnhardt wird seinem Namen schon immer absolut gerecht. Mit den FN-Prüfungen Basispass, Zertifikat Bodenschule, Deutscher Reitpass und Wanderreitabzeichen Stufe 1 konnten die Teilnehmer in dem fünftägigen Kurs schon immer eine ganze Menge Urkunden und Abzeichen sammeln. Seit dem September 2013 ist nun auch die Jagd auf die VFD-Abzeichen, genauer gesagt den VFD-Geländereiter eröffnet. Und gleich im ersten Kurs entschieden sich alle Teilnehmer dafür, sich auch der VFD-Prüfung zu stellen. Eine Reiterin wurde sogar extra aus diesem Grund VFD-Mitglied. Diese Motivation hat mich als Prüferin dieser ersten gemeinsamen VFD-/FN-Prüfung sehr gefreut!

Wie nicht anders zu erwarten war, waren alle Teilnehmerinnen in der Theorie super fit. Während die FN-Prüfer Kurt Vicedom und Annette Vollet sich noch kurz mit der Ausbilderin besprachen, beteten die drei Reiterinnen zur Übung noch mal die Anatomie der Pferde herunter. Ich hab einfach zugehört und mich gefreut, wie viel Wissen die Drei erworben hatten. Dann folgte die Basispass-Prüfung der FN-Kollegen und wir sattelten die Pferde für den Ausritt. Im Gelände stellen die Prüfungsordnungen beider Verbände sehr ähnliche Anforderungen. Mir persönlich waren die aktive Mitarbeit in der Gruppe (Handzeichen weitergeben usw.) sowie die praktisch demonstrierte Erste-Hilfe sehr wichtig, weswegen ich auch einen Unfall simulierte und von den angehenden Geländereiterinnen sehr gut versorgt wurde. Aber auch die Aufgaben, die die FN-Prüfer stellten, waren sehr sinnvoll und passten auch gut zu den VFD-Anforderungen.

Auf dem Reitplatz entspricht die Reitprüfung der VFD den Anforderungen des Wanderreitabzeichens Stufe 1. Pferde und Reiter zeigten großes Engagement und konnten auch diesen Prüfungspunkt erfolgreich abschließen.

In der Geländereiter- bzw. Reitpass-Theorie gingen dann die Verbände zwar nicht inhaltlich, aber methodisch unterschiedliche Wege. Während die FN-Prüfer die Gruppe mündlich prüften, mussten sie für unsere VFD-Prüfung einzeln einen Fragebogen ausfüllen. Wie nicht anders zu erwarten war, waren alle drei Abzeichenjägerinnen hier absolut sattelfest.

Und so freut es mich, drei neuen VFD-Geländereiterinnen gratulieren zu dürfen: Elke Lamberts, Janine Schulz und Katrin Schulz. Ihnen, ihrer Ausbilderin Petra Stegmüller und den beiden FN-Prüfern vielen Dank für die sehr angenehme Prüfung!

Ritt im Altmühltal

Bei herrlichem Wetter konnten wir in Großnottersdorf wieder die Saison ausklingen lassen. Es war ein sehr angenehmes Reiten in einer auch abends noch lustigen Truppe.

Ein Mitreiter schwelgte: „das war mein schönster Urlaub heuer“. Sowas geht natürlich runter wie Öl. Aber was braucht es mehr? Schöne Reitwege, gutes Essen, prima Unterkunft, lustige und erfahrene Mitreiter bei passablem Wetter.

Mit meiner Schwägerin Doris teilte ich mir Reitspass mit Paolo und Hundesitting von Billy. So kam jeder auf seine Kosten- Super!

Ich freu mich schon aufs nächste Jahr!

Kursbericht Galopparbeit von Simone Schragner

Gerne bin ich auf dem Hof von Petra und Peter Stegmüller zu Gast. Und so freute ich mich schon sehr auf den Lehrgang Galopparbeit, denn ich wollte den Defiziten auf den Grund gehen, die bei meiner Stute und mir gerade in der schönsten Gangart leider zu spüren sind.

Am Samstag den 12.10. kamen wir morgens im vertrauten Kühnhardt an. Nach einer herzlichen Begrüßung waren die Pferde schnell untergebracht, versorgt und das Gepäck ausgeladen. Anschließend saßen wir bei einer Tasse Kaffee in angenehm kleiner Runde mit 4 Teilnehmern in der gemütlichen Küche zusammen, stellten uns erst einmal vor und beschrieben die Hintergründe, warum wir uns für diesen Kurs entschieden haben:

Was fällt uns im Galopp schwer? Liegt es am Pferd, durch Blockaden, mangelnde Kraft?
Oder am Reiter durch falsche Hilfengebung, mangelnde Koordination in der schwungvollen Gangart, oder sogar ängstliches Verhalten?

Gründe gibt es viele, und so erörterten wir erst einmal den Galopp selbst: wie ist die Definition, welche Tempi gibt es, welche Taktfolgen – richtige und falsche – welche Muskulatur arbeitet und wann arbeitet sie richtig?

Und wie sieht der richtige Reitersitz aus? Welche Fehler können passieren und woran liegt das?

Dann ging es raus auf den Reitplatz und die Ist-Situation wurde erst einmal analysiert. Pumpt der Reiter beim angaloppieren, klemmt er, schiebt er im Sprung, gibt er bei Angaloppieren die richtige Hilfe? Wie verhält sich das Pferd: kraftlos, auf welcher Seite galoppiert es lieber, welche Seite fällt ihm schwer, stampft es in den Boden, sind Takt und Fußfolge richtig, sind die Sprünge gleichmäßig?

Dann begannen wir mit Entspannungs- und Koordinationsübungen auf dem Pferd, um selber die Anspannung zu verlieren, Bewegungen bewusster wahrzunehmen und mehr Koordinationsgefühl zu entwickeln.

Im Anschluss zeigte uns Petra eine Reihe von Übungen, die wir alle leicht nachreiten können und die richtig ausgeführt folgende Ziele anstreben: Seitengänge zum gezielten Umlasten und Reaktion auf den Schenkel und zum Erkennen, wann welches Hinterbein unter den Schwerpunkt tritt und Last aufnimmt, sowie Übungen mit vielen Übergängen, die die Kraft entfalten.

Nachmittags, nach einem reichhaltigen Essen in der Kühnhardter Wirtschaft, erörterten wir die Erkenntnisse aus dem Vormittag und fassten schriftlich die gerittenen Übungen zusammen, bevor es anschließend wieder in die Praxis auf dem Reitplatz ging.

Der Lehrgang war in vier Theorie- und vier Praxiseinheiten aufgeteilt, je 1x Theorie + Praxis am Vormittag und 1x am Nachmittag. Am zweiten Tag wurde das Thema weiter vertieft, die Praxisübungen wurden mit Cavaletti und Springübungen erweitert und richtig anspruchsvoll! Umso fantastischer waren dann die deutlichen Fortschritte der einzelnen Teilnehmer und Pferde zu sehen: der Trakehner galoppierte endlich links an, nachdem die Teilnehmerin ohne Bügel ritt, der Araber (Marke Herr Professor) meisterte mit seiner Reiterin jede noch so schwierige Übung mit Präzision und einer Souveränität, als würden die beiden in ihrem Leben nichts anderes machen, und der Warmblüter konnte seine Reiterin von seiner Gutmütigkeit und seinem Fleiß endlich überzeugen, als er sie brav und mit einer Leichtigkeit galoppierend durch die Übungen trug, die sie ihm gar nicht zugetraut hätte. Und meine spanische Stute und ich galoppierten im Leben noch nicht so viel wie an diesem Wochenende – obwohl sich in der letzten Stunde dann doch ihr schmerzender Rücken wieder bemerkbar machte – wir müssen eben noch viel an der Kraft arbeiten! Aber mit den Übungen, die Petra uns in diesem Kurs vermittelte, haben wir das notwendige Handwerkszeug, um daheim zu arbeiten und weiter vorwärts zu kommen.

Insgesamt war der Kurs für alle Teilnehmer ein sehr lehrreiches und erfolgreiches Erlebnis. Jeder nimmt für sich viele Erkenntnisse mit, um selbstständig weiter an sich und mit seinem Pferd arbeiten zu können.

Und sehr viel Spaß hatten wir natürlich auch – selbst bei der ersten Praxisstunde im Dauerregen! Dazu trugen die familiäre Atmosphäre auf dem Hof, Peters sonnige Witze und die ganz hervorragende kulinarische Betreuung bei.

Vielen Dank für diesen tollen Lehrgang! Ich freue mich schon auf den nächsten Aufenthalt bei Euch!

Der Zug der Kraniche

Ich habe schon viele Wildtiere gesehen- Delfine, Wale, Wildpferde u.a.m. Aber noch keine Kraniche trompeten hören.

Also sind wir Ende Oktober zum heuer dritten Mal in den Norden bei Bremerhaven gefahren. Ich weiß auch nicht, aber irgendwie zieht es mich an die Nordsee. Der NABU lenkt die Besucher sehr geschickt und auch tierfreundlich zu den Beobachtungsplätzen. In Begleitung eines Rangers bezogen wir zur Dämmerung den Aussichtssturm. Dort saßen alle dick eingemummelt, mit Ferngläsern, Fotoapparaten und Spektiv und warteten gespannt mit dem Blick ins Moor. Als man die ersten Kraniche trompeten hörte und ihren Landeanflug beobachtete, war das echt schaurig. Der Mond scheinte auf das glitzernde Moor und seine Seen. Dann kamen immer mehr, in versch. Formationen angeflogen. Die Luft war direkt kranichgeschwängert. Tags drauf fuhren wir mit dem Planwagen zu den Fressplätzen. Für irgendwas muss der irre Maisanbau ja gut sein – für die Kraniche jedenfalls eine fette Mahlzeit.

Mit Billy fuhren wir noch nach Butjadingen, um die See im Herbst zu riechen. Der Hund hat einfach überall Spaß wo Wasser ist, egal wie kalt. In den Fischrestaurants war es richtig gemütlich und alle Leute genossen die letzten schönen Herbsttage.

Mit dem Eindruck von 25000 Kranichen fuhren wir wieder heim. Tage später entdeckte ich auf der Fahrt zum Pferde behandeln auch einen Zug Kraniche. Im Radio kam dann, dass am Rothsee 8000 Kraniche Rast machten.

Horse-Dancing

Hieß ein Seminar, das ich in Heimsheim am Barockreitzentrum besuchte. Die Eindrücke könnt ihr ja zum Jahreswechsel lesen. Unvergesslich bleibt mir u.a. eine Reitstunde mit PRE Habanero. Im spanischen Schritt durch eine mit Kronleuchtern erhellte Nobelreithalle – das hatte ich auch noch nicht. Und ein Pferd, das unter dir verschwindet im Kompliment.

Kursbericht Stangenmikado am 05./06.10.2013 auf dem Meierhof in Gelting

Voll gespannter Erwartung, hochmotiviert und auch etwas aufgeregt starteten wir im Oktober in den zweitägigen Kurs „Stangenmikado““.

Für Petra diesmal keine leichte Aufgabe: wir waren zwar diesmal nur 5 Pferde und Reiterinnen, jedoch mit den unterschiedlichsten Voraussetzungen: vom gut ausgebildeten, erfahrenen Pferd über Jungspunde mit wenig Erfahrung hin zu verletzungsbedingtem Handicap sowie erfahreneren, unerfahreneren, mehr oder weniger mutigen bzw. ängstlichen Reiterinnen war alles dabei! Hier hat sich Petras große Erfahrung gezeigt, innerhalb kürzester Zeit hat sie erkannt, wo die Stärken und Schwächen jedes einzelnen Pferd-Reiter-Paares liegen und die Anforderungen individuell an Niveau/Können der Reiter und den Ausbildungsstand der Pferde angepasst.

Angefangen mit Theorie ging es recht schnell in die Praxis mit Übungen zu Lininenführung, Takt, Rhythmus, leichtem Sitz und natürlich Stangen in allen möglichen Variationen: zunächst noch am Boden, später auch als Cavaletti oder kleine Kreuze – alles inklusive Spaßfaktor! Im Laufe des Kurses konnten wir uns so in strukturierten, abwechslungsreichen Reiteinheiten von den ersten Basisübungen hin zu ganzen Aufgaben verbessern. Trotz kaltem und teilweise regnerischem Wetter kamen Pferd und Reiter dabei eher ins Schwitzen als ins Frieren! Abgerundet durch „Beweisaufnahmen“ mit der Videokamera konnte sich jeder selbst nochmal ansehen und nachvollziehen, was Petra zuvor korrigiert hatte – Aha-Erlebnisse garantiert!

Wir und unsere Pferde haben gemeinsam viel gelernt und jede Menge Anregungen bekommen, wie man Trainingseinheiten mit Stangen und kleinen Sprüngen abwechslungsreich selbst gestalten kann. DANKE an Petra für diese 2 spannenden und lehrreichen Tage, in dem sie uns wieder mit viel Wissen, Erfahrung und Humor über die Stangen und zu sowohl mentalen als auch ganz realen kleinen Sprüngen geführt hat!

Patricia Quering

2013 Erstes Halbjahr

Trageerschöpfung

Der Begriff wurde ja von Tanja Richter geprägt und auch in den Seminaren bei ihr gelehrt. Da mir schon viele Pferde mit diesem Erscheinungsbild unter die Finger kamen, hab ich mich in das Thema vertieft. Eine Kursleiterin in der Pfalz ebenso, und so hab ich mich bei ihr mit angemeldet, um zu sehen, was sie draus macht. Wir waren und sind uns dabei einer Meinung und das Seminar wurde ein schöner Austausch, auch durch die betroffenen Pferdebesitzer.

Trageerschöpfung hat ja viele Ursachen und man findet sich da schnell wieder. Im VFD-Jahrbuch hab ich einen Artikel geschrieben und auch gute Resonanz bekommen. Zeitgleich wurde das Thema auch von verschiedenen Fachzeitschriften aufgenommen. Ich hoffe, dass es sich noch mehr rumspricht und ich bei Lösungsansätzen helfen kann. Trageerschöpfung hat ja nichts mit dem Alter zu tun, schon beim falschen Einreiten kann der Grundstein dafür gelegt werden!

Huforthopädie

Lerry ist nun seit über einem Jahr ohne Eisen und die Hufform ist nun endlich wie es sein soll. Kein Stolpern, keine Kurztrittigkeit, kein Schlenkern der Vorderbeine mehr, einfach gesundes abhufen. Das mit den Hufschuhen funktioniert auch ganz gut, aber bequemer für den Reiter sind ganz klar Eisen. Nur mit den jetzigen Erfahrungen geht das gar nicht mehr.

Ich möchte euch dazu ermutigen – einen kundigen Behandler vorausgesetzt!

Das Frühjahr und sein Winterwetter

Als Freilandreitbetrieb hatte ich heuer sehr lange einen Schal und dicke Jacken an, dazu eine kräftige Stimme, die gegen den Wind ankommt. Und besessene Reitschüler, die trotzdem zu den Reitkursen und Wanderritten kamen. Heißer Tee war unser ständiger Begleiter. Erst beim Stangenmikado mussten wir schwitzen, und das nicht nur wegen den persönlichen Herausforderungen bei den Hüpfern. Nebenbei konnte ich unserem Heu beim Trocknen zusehen, da schwitzte es sich gleich leichter.

Die Kurse waren heuer meist super besucht, ich stellte nämlich im Winter fest, dass ich in der Google-Welt nicht mehr so gut zu finden war. Mit ein paar anderen Wörtern und Kniffen sind wir wieder vorne dabei.

Auch die Reiter vom Stationenhopping waren mit dem Wetter ganz schön bedient. Ganz Hartgesottene ließen sich über Ostern doch nochmal Wintergrips einbauen und konnten dann vergnügt durch den Schnee stiefeln.

Unser alter Hund

Am 15.4. hab ich Ouzo einschläfern lassen, es war an der Zeit, ihn gehen zu lassen.

Die 16 gemeinsamen Jahre waren eine lange Zeit und werden uns immer in Erinnerung bleiben. Am 1.6. holten wir aus Cuxhaven einen Setter-Labrador-Welpen den wir Billy tauften. Es ist herrlich, wieder mit einem Hund toben und lachen zu können. Zu lange war das Thema Hund mit Sorgen und Kummer belegt. Jeder weiß, wie viel Zeit man für einen Junghund aufbringen muss – von der Routine des Alten sind wir noch weit entfernt.

1. Mai und Kühnhardts Hahnenbaum

Was in anderen Dörfern Maibaum heißt, ist bei uns der traditionelle Hahnenbaum. An ihm hängt dann auch der Schlegel, der ja auch mit dem Ortsnamen verknüpft ist: Kühnhardt am Schlegel.

Der Hahnenbaum bleibt, einmal aufgestellt, solange stehen, bis er umfällt oder umzufallen droht. Das war nun Ende Januar der Fall. Nach 5 Jahren ist er frühmorgens über die Straße gefallen – nur gut, dass nix passiert ist. Bei uns wird der Baum noch nach alter Tradition von Hand aufgestellt. Dazu braucht man viele Helfer, einen erfahrenen Zimmermann, der das Kommando fährt, tragkräftige „Schwalben“ (je 2 zusammengebundene starke Stangen) und zwei Leiterwägen, die als mobiler Hebeluntersatz dienen.

Und: Zeit, denn das kleine Dorffest muss ja auch ausgiebig gefeiert werden. Im Vorfeld hatten die Frauen 38 Meter Girlanden gebunden, um den 26 Meter hohen Baum zu schmücken. Schön war zu fühlen, dass wirklich alle zusammenhielten und sich über den schönen Baum freuten. Dabei hielt das ganze Dorf wieder vorbildlich zusammen und es waren alle Zwistigkeiten oder Unstimmigkeiten, wie z.B. Windrad ja oder nein, unwichtig. Und das ist ja das Ziel von einem Dorffest – miteinander feiern und ins Gespräch kommen.

Ein neugestaltetes Täfelchen gibt Auskunft:
Früher tanzte die Dorfjugend unterm Baum „den Hahn aus“. Der Schlegel ist Zeichen einer gütigen Einigung mit den Kreßbergern in einem langen Weiderechtstreit. Der auswärtige Schäfer musste alsdann mit seiner Herde umdrehen, wenn er die Spitze des Hahnenbaums sehen konnte.

Der riesige Eichenklotz (Schlegel) hängt schon seit 1784 an dem Hahnenbaum. Früher wurde er im Winter von Ochsen nach Mosbach geschleift, um den Kindern den Schulweg vom Schnee frei zu machen. Nach dem Krieg wurde er als Sühnezeichen bei ehelichen Zwistigkeiten eingesetzt. Widersetzte sich eine Frau ihrem Mann auf ungebührliche Art, so wurde ihr der Schlegel vor die Haustüre gelegt. Der Mann musste den Schlegel dann unter Gespött im Wirtshaus wieder auslösen. Entweder sind die Frauen nun braver geworden oder das Weltbild hat sich geändert – in der Neuzeit wurde er so nicht mehr angewendet, so manch leise Androhung hat es bestimmt gegeben.

17. Sternritt und 40 Jahre VFD

Bericht zum Sternritt mit Geländereiter-Cup und 40 Jahre VFD Bayern vom 7. bis 9. Juni 2013

Mehr als 60 Reiter zog es nach Lohe bei Dinkelsbühl in Mittelfranken. Dort wurde in diesem Jahr der Sternritt der Wanderreitstationen zwischen Main und Donau mit dem 40. Geburtstag der VFD-Bayern verbunden. Gerade diese Geburtstagsparty lockte eine ganze Menge Reiter nach Franken. Das tolle Reitgelände ohne Verbotsschilder, die vielen gastfreundlichen Wanderreitstationen, die netten Menschen und die gute Küche ließen viele der Reiter schon zu Beginn des Treffens den Sternritt fest in ihren Terminkalender nächstes Jahr eintragen.

Als die Pferde versorgt waren, trafen sich die Reiter zum Erfahrungsaustausch bei Countrymusik und leckerem Essen. Am Abend wurden dann die Ehrungen für die Reiter ausgesprochen, die schon mindestens 3 Mal beim Sternritt dabei waren. Nur zwei Reiter waren bei allen 17 Sternritten am Start: Peter Stegmüller aus Kühnhardt und Stefan Knoll aus München. Dessen inzwischen 25 Jahre alte Araberstute Marana ist auch das einzige Pferd, das bisher zu jedem Sternritt von „Reiten zwischen Main und Donau“ gelaufen ist.

Es wurde erstmalig von den Pferdefreunden Dinkelsbühl-Lohe zusammen mit der VFD (Vereinigung der Freizeitreiter und -fahrer in Deutschland) ein Geländereiter-Cup bei dieser Veranstaltung ausgetragen. 44 Teilnehmer meldeten sich am Samstag zu dem anspruchsvollen und spannenden Freizeitreiter-Wettbewerb an. Der Geländereiter-Cup bestand aus den 3 Teilbereichen: Trail-Parcours, Geländestrecke mit Stationen und einer Theorieprüfung. Anhand einer eingetragen Wegstrecke auf der topographischen Karte starteten die Reiter paarweise und trafen auf verschiedene Stationen auf ihrem Weg durch die abwechslungsreiche Landschaft, wo sie körperliche Fitness und Wissen rund ums Pferd unter Beweis stellen mussten. Hierzu gehörten „Gebisse“ ertasten, an einem Seil hochklettern, Auf- und Absteigen vom Pferd in einer vorgegebenen Zeit. Die letzte Aufgabe war dann gut für schöne Bilder – das Durchreiten des Pferdeteichs auf dem Reiterhof Fraunholz, erinnerte so manchen Reiter an die Überschwemmungen, die sie in den Tagen vor dem Sternritt überall beobachten konnten. Nach ca. 18 km waren Pferd und Reiter unfallfrei auf dem Reiterhof angekommen, um hier dann noch einen Trail-Parcours auf dem Reitplatz zu bewältigen. Petra Stegmüller und Franziska Schwab fungierten als Richter, wobei Einwirkung auf das Pferd, Harmonie und Gesamtbild neben der Rittigkeit und dem fehlerfreien Durchreiten des Parcours eine große Rolle spielten. Theoretisches Wissen wurde in einem 20 minütigen Test durch einen Fragebogen geprüft und alle Teilnehmer mussten dies im Zeitalter von internetfähigen Handys gleichzeitig machen, um die Chancengleichheit zu bewahren.

Sieger des Geländereiter-Cups waren Stefan Knoll mit Marana und Peter Stegmüller mit Paolo, auf den 2. Platz kamen Geisendörfer Heike und Zeiher Gudrun, den 3. Platz belegten Bengel Alexandra und Brunner Christine.

Am Abend sattelten die über 60 Teilnehmer des Sternritt-Wochenendes, die aus Baden-Württemberg und Bayern kamen, ihre Pferde für den Fackelritt, der vom Reiterhof ausgehend in die historische Stadt Dinkelsbühl führte. Hier wurden sie dann durch den Oberbürgermeister Dr. Hammer, der Marketenderin und dem Nachwächter begrüßt. Die weitest gerittenen Teilnehmer wurden vom Oberbürgermeister Dr. Hammer geehrt und bekamen ein Erinnerungsgeschenk der Stadt Dinkelsbühl mit auf den Weg. Auch bei dieser Streckenwertung ging der Sieg an Stefan Knoll, der zusammen mit Verena Eckert eine Woche lang durch Mittelfranken nach Lohe geritten ist. Mit Fackeln wurde der Ritt durch die mittelalterliche Stadt zu einem ganz besonderen Erlebnis. Begleitet durch den Solotrompeter, den Alphorn- und Jagdhornbläsern freuten sich auch zahlreiche Zuschauer über die Reiter mit ihren Fackeln und disziplinierten Pferden.

Einen Festgottesdienst mit anschließender Pferdesegnung, gestaltet von Diakon Franz Schindler, war am Sonntag in der Reithalle der festliche und auch sehr feierlichere Abschluss. Der Gottesdienst wurde ebenfalls begleitet durch die Alphorn- und Jagdhornbläsergruppe. Frau Elfi Fraunholz als Vorsitzende bei Reiten zwischen Main und Donau und Dr. Dietmar Köstler als Landesvorsitzender der VFD-Bayern verabschiedeten die Reiter. Adelheid Grell als Vereinsvorsitzende überreichte dann im Namen der VFD-Bayern die Rekener Charta an die Reiter aus Baden-Württemberg. Der VFD-Stammtisch Mainhardter Wald nahm die Grußbotschaften der Reiter und Bürgermeister von Tschechien bis Dinkelsbühl feierlich in Empfang und wird sie weitertragen, so dass sie am letzten Augustwochenende in Reken beim Vereinsjubiläum des VFD-Bundesverbandes die Unterschriftensammlung für das Reiten in der freien Natur ankommen wird.

Reif für die Insel – Galopp über den Meeresboden

Vor vier Jahren waren wir mit den Pferden in St. Peter Ording beim Wattreiten. Heuer luden wir Paolo und Jaco auf und fuhren mit Freunden nach Cuxhaven. Unser Ferienhäuschen lag in einem tollen Ausreitgebiet. Hinterm Haus begann die blühende Küstenheide mit tollen Sandwegen, die uns an „wilde“ Konik- und Heckrinderherden vorbeiführten. Kurz verladen und schon waren wir am Watt bei Sahlenburg. Ein Muss war natürlich der Ritt nach Neuwerk. Entgegen den ganzen Horror-Internetberichten, ging das problemlos.

Wir hatten richtig Urlaub und gaaanz tolle Pferde. Unser kleiner Billy hatte auch seinen Spaß und konnte sogar seine Mama besuchen. Nächstes Jahr: Ostsee?

Trageerschöpfung − oder: wenn das Fass übergelaufen ist

Trageerschöpfung − oder: wenn das Fass übergelaufen ist

Schon vor Jahren hat meine Ausbilderin und Physiotherapeutin Tanja Richter vom IPP das Syndrom definiert. Nun hat es endlich ein breiteres Gehör gefunden, bestimmt unterstützt durch ihr lesenswertes, neues Buch Illusion Pferdeosteopathie.

Unter den Pferdebesitzern kenne ich drei Gruppen. Die, die sagen, das und das hat mein Pferd schon immer und läuft trotzdem. Die, die die Flöhe husten hören um endlich ihren Pflegetrieb ausleben zu können. Und zuletzt, die tatsächlich Ahnungslosen. Mein Bestreben ist, mit diesen Zeilen einen Mittelweg für das Verständnis der Dysbalance zwischen Skelett und Bewegungsmuskulatur zu finden. Denn die Trageerschöpfung ist reitweisenunabhängig, multifaktorell und liegt immer in der Verantwortung des Besitzers. Sie entsteht über einen längeren Zeitraum und ist mit wachen Augen den Pferden anzusehen:

  • Neben dem Widerrist sind Kuhlen, die Sattellage wirkt eingesunken und man sieht bzw. fühlt Hubbel entlang der evtl. hervorstehenden Wirbelsäule
  • unterhalb der Rippenbögen (die tonnig hervorstehen) ist ein harter Strang zu sehen oder zu fühlen, der für verspannte Bauchmuskeln steht; das Pferd ist oft kitzelig
  • die Vorhand ist vermehrt bemuskelt und stark verspannt
  • die Hosen, also die Sitzbeinmuskeln, treten als Relief hervor und sind bretthart
  • hinter der eingesunkenen Sattellage ist eine Aufwölbung im Lendenbereich und gleich danach eine Kuhle im Bereich des Kreuzbeins zu sehen, sowie eine Aufquellung vor der Schweifrübe
  • der Glanz in den Augen ist Resignation gewichen

Wenn ihr euer Pferd mit dieser Symptomatik vorfindet, ist es fünf vor zwölf für euer Handeln. Hat euer Pferd nur einige dieser äußeren Erscheinungen, spricht das definitiv auch für Fehler im Management und bereits erreichten Blockaden im Bewegungsapparat.

Was hätte man denn an der Bewegung erfühlen können:

  • Das Pferd geht kurztrittig, hölzern und läuft in den Boden; atmet schwer
  • Es stolpert oft und hat vermehrt Sehnenprobleme bis hin zu chronischen Lahmheiten
  • Es wird wenig Schwung von hinten entwickeln und durchlassen
  • Es dehnt und biegt sich ungern

Was habe ich als Reiter falsch gemacht?

  • Zuviel gegessen: idealerweise sitzt weniger als ein Fünftel des Pferdegewichtes im Sattel
  • Zuwenig geritten: Unterforderung baut keine tragenden Muskeln auf. Drei bis Fünf mal pro Woche abwechslungsreiches Training entspricht der Natur des Pferdes
  • Zuviel geritten: Für stundenlanges Tragenlassen ist der Rücken nicht gebaut
  • Zuviel Angst: klemmender Sitz, ständiger Zügelzug und zuwenig frischer Galopp
  • Zu wenig Ahnung von: passenden Sätteln, Reit- und Trainingslehre, Hufbalance, guter Haltung und Fütterung
  • Zulange schön geredet und nichts dagegen unternommen

Was kann ich tun?

  • Oben dargestellte Fehler abstellen und vertrauenswürdigen Pferdemensch zu Rate ziehen
  • Mit viel Glück einen fachkundigen Behandler suchen, der die Ursache herausfindet und sie auch schonungslos mitteilt. Einer, der die Muskulatur lockert, damit die Durchblutung fördert und Blockaden löst. Der euch einen Trainingsplan ausarbeitet und euch beim Neustart und Umdenken begleitet.
    Das Pferd nicht einfach nur wegstellen sondern umbauen
  • Schnell umblättern, weiter an die eigenen Ausreden und Bequemlichkeiten glauben und sich schon mal nach einem neuen Pferd umschauen (mit Rassemerkmal Unkaputtbar)…

Was hilft mir bei der Meinungsfindung?
z.B. das Seminar Trageerschöpfung oder funktionelle Anatomie. Hier werden wir den eigenen Blick schulen und Zusammenhänge zwischen Muskelphysiologie und Training herstellen.

(Artikel erschienen im VFD-Jahrbuch 2013)

2012 Zweites Halbjahr

Bericht vom Kurs für Wanderreitführer vom 11./15.08.2012

Kurs zum FN-Wanderreitführer 2012

Wanderritte nicht nur als Teilnehmer zu erleben, sondern auch selber planen und führen zu können – zu diesem Lernziel trafen sich fünf fleißige Kursteilnehmer am 11.08.2012 zu einem fünftägigen Lehrgang bei Petra Stegmüller in Kühnhardt. Aus diversen Ecken Süddeutschlands, zum Teil am Vortag nach Franken angereist, begannen die Teilnehmer zunächst mit einer kurzen Vorstellungsrunde. Sodann folgten die ersten Theorieeinheiten: Trainingslehre, Orientierung, Pädagogik.

Nach einem intensiven Vormittag schwirrte allen der Kopf und so war es Zeit für den ersten Trainingsritt. Teils mit eigenen Pferden, teils mit Leihpferden der Wanderreitstation Stegmüller wurde eine kleine Orientierungsaufgabe rund um Kühnhardt geritten. Hierbei ging es zum einen darum, die zuvor geplante Strecke genau nachzureiten, zum anderen sollten Tempovorgaben eingehalten werden. Dies war gar nicht so leicht! Per GPS wurde das Ergebnis vom Co-Dozenten Carl-Hans im Anschluss überprüft und der Ritt in der Gruppe ausgewertet. Eine abendliche Lehreinheit zum Thema GPS und digitale Karten rundete den ersten Tag ab.

Abritt in Limbach, Reitstation 12
Patriotismus in fränkischer Wüstenluft

Der nächste Tag stand im Zeichen eines Tagesrittes mit auswärtiger Mittagsrast.

Hier gab es einiges vorzubereiten: die Teilnehmer planten die Route nach Ungetsheim und legten die Streckenabschnitte fest, auf denen immer einer aus der Gruppe die Rolle des Rittführers übernahm. Schließlich ging es los! Trotz aller Planung gab es jedoch unterwegs immer wieder Herausforderungen, vor die die Rittführer gestellt wurden. Teilweise waren diese von der Lehrgangsleiterin bewusst eingebaut worden: Wie gehe ich mit „bockigen“ und streitlustigen Teilnehmern um? Was mache ich, wenn sich Teilnehmer nicht an die Anweisungen des Rittführers halten? Was mache ich, wenn Reiter zurückbleiben? Wie verhält man sich bei Stürzen? Welche Maßnahmen sind zu ergreifen, wenn ein Pferd lahmt und nach Hause gebracht werden muss? Wie integriere ich ein neues Pferd in die Gruppe? Teilweise jedoch ergaben sich diese Problemstellungen von ganz alleine: Grabenüberquerungen, Probleme im Zeitmanagement, Begegnungen mit anderen Reitergruppen, erhöhtes Aufkommen an Mähdreschern und Landmaschinen sowie spontane Routenänderungen. Vom Lerneffekt her war dieser Lehrritt außerordentlich ergiebig, da eine noch so umfassende theoretische Ausbildung nicht vollständig auf die Situationen vorbereiten kann, die unterwegs eintreffen können. Es war sehr wichtig, diese – wenn auch geballt – einmal unmittelbar mitzuerleben.

Nach Beendigung des Ritts und Versorgung der Pferde folgte eine Theorieeinheit zum Thema Ausrüstung. Hier hielten die ersten Teilnehmer auch ihre in Vorbereitung auf den Kurs angefertigten Referate zu Themen rund um den Wanderritt. Ein gemeinsames Abendessen rundete den Tag ab. Der Vormittag des dritten Tages stand im Zeichen juristischer Fragen. Verena Eckert klärte zu Haftungsfragen, Aufsichtspflicht und juristischen Fallstricken auf, ohne die Teilnehmer jedoch zu sehr abzuschrecken. Anschließend wurden die Teilnehmer mit geschlossenen Augen zu einem idyllischen Fleck in der Umgebung Kühnhardts gebracht. Dort sollten sie mit Hilfe von Karte und Kompass ihre genaue Position bestimmen, was gar nicht so einfach war, jedoch das Bewusstsein für markante Landschaftspunkte erheblich schärfte. Am Nachmittag folgten weitere Referate und ein kleiner Ausritt. Abends schließlich galt es, den geplanten Zweitagesritt nach Limbach vorzubereiten. Die Route wurde ausgetüftelt, Last-Minute-Anrufe beim Quartier getätigt, das Essen und die Versorgung der Pferde in der Mittagsrast geklärt und die Ausrüstung zusammengestellt.

Geländeschwierigkeit Graben
Feedbackrunde

Der Dienstag war dem ersten Teil des Prüfungsrittes gewidmet.

Mit kleiner Verspätung ritten die Teilnehmer von Kühnhardt zur Mittagsstation nach Birkach, wo Pferde und Reiter ein wohlverdientes Päuschen einlegten. Die Prüferinnen beurteilten hier Kompetenz und Wissen der Prüflinge. Am Nachmittag folgte die nächste Etappe nach Limbach, wo die Gruppe in der Reitstation 12 von Familie Städtler schon erwartet wurde. Die Prüferinnen stellten jedem diverse theoretische Fragen insbesondere in Bezug auf Organisation und Pferdeversorgung, bevor Frau Städtler ein köstliches Abendessen auftischte. Der letzte Kurstag bestand aus dem zweiten Teil des Prüfungsrittes. Nach Vorbereitung der Pferde und ordnungsgemäßem Abritt ritt die Gruppe Richtung Bernau, wo die Mittagsrast stattfinden sollte. Langsam aber stetig kletterte das Thermometer über 30 Grad, was Pferd und Mensch zu schaffen machte.

Als die Prüferinnen mittags zur Gruppe stießen, schwitzten alle bereits, bevor die Theorieprüfung überhaupt angefangen hatte. Sodann gab es auch kleinere Änderungen im geplanten Ablauf, weil auf Grund von Kreislaufbeschwerden der Reiterin in der Folge ein Handpferd mitzuführen war. Dies erledigte Peter Stegmüller, der den Ritt zusammen mit Petra überprüfend begleitete, jedoch souverän. Auf Grund der inzwischen unangenehm heißen Temperaturen wurde die letzte Etappe am Nachmittag zur Strapaze, weshalb die Rittführer den Auftrag bekamen, die Gruppe auf dem schnellsten Weg zurück zum Stall zu bringen. Bei Ankunft waren Pferd und Reiter dann erleichtert und erholten sich bei einem frischen Wasser vom Ritt! Schließlich folgten noch einige abschließende theoretische Fragen der Prüferinnen, bevor es heißen konnte: Alle mit Bravour bestanden!

Insgesamt handelte es sich bei dem Kurs zum FN-Wanderreitführer um sehr lehrreiche, aufschlussreiche Tage, die keiner der Teilnehmer missen möchte! In diesem Sinne: Nochmals vielen Dank, Petra und Peter, Verena und Carl-Hans, die Prüferinnen Frau Diener und Frau Vollet und natürlich an alle, die uns unterwegs so freundlich aufgenommen und bewirtet haben!

Katharina Fenkner

2012 Erstes Halbjahr

Liebe Besucher unserer Site,
das „Bremsen- Sommerloch“ geht nun zur Neige und es ist an der Zeit noch einen ersten Rückblick zu schreiben. Den Winter habe ich für diverse Fortbildungen genutzt, den tatsächlich tiefsten Eindruck vom Pferd bekam ich beim Präparationskurs an der Uni München. Bei Tanja Richter buchte ich noch „Sensomotorik“ um Einblick in die Schmerzleitung zu bekommen, bzw. die therapeutischen Ansätze, dies zu umgehen. Klaus Schöneich besuchte ich bei einem Kurs auf der Alb, und stellte fest, dass er seinen Prinzipien treu geblieben ist, wenn ich auch jetzt aus therapeutischer Sicht, für so manches Problem eine stressfreiere Lösung hätte. Im zeitigen Frühjahr war ich viel auf externen Kursen unterwegs. Pferdemassage und heuer ganz beliebt die „Arbeit am Boden“ mit Longieren und Kappzaum. Ich hatte es dabei wirklich mit den unterschiedlichsten Pferden zu tun und wurde gefordert, den passenden Knopfdruck zu finden, was mir auch gut gelang. Wenn ich von so einem Wochenende heimfahre und nochmal Revue passieren lasse, ist es mir persönlich einfach wichtig, das Gefühl zu haben: die Leute sind jetzt einen Schritt weiter. Und die Feedbacks bestätigen das dann auch.

Hier ein gekürzter Bericht aus der Gegend von Garching:

Kurs „Arbeit am Boden“ vom 21./22.04.2012 mit Petra Stegmüller

Keine Möglichkeit mit Pferd zum Kurs nach Kühnhardt zu fahren? Kein Problem – nachdem genügend Interesse da war, bot Petra an, zu uns an den Aschauerhof in Straußdorf zu kommen. Und so waren wir – 3 junge Hafis und 3 noch jüngere Kaltblüter mit dazugehörigen Fraulis – sehr gespannt, was uns in den beiden Tagen Arbeit am Boden erwarten würde. Trotz angekündigtem Aprilwetter wurden wir am Samstagmorgen mit zwar kühlen Temperaturen aber viel Sonnenschein begrüßt. Nach einer gemütlichen Vorstell- und Theorierunde bei Kaffee und frischen Brezen ging es dann auch gleich in die Praxis: Wie wird der Kappzaum richtig verschnallt? Mit welchen Führübungen kann ich mein Pferd aufs Longieren vorbereiten? Worauf muss ich dabei achten? Für so manchen Jungspund stellte schon das Stillstehen während der Erklärungen eine Herausforderung dar – am Ende hat das aber bei allen geklappt und uns bleibt die Erkenntnis „Das ist ja angenehm, wenn man in Ruhe da stehen kann.“ Auch beim Führen zeigte sich, dass Führen nicht einfach nur neben dem Pferd herlaufen ist: Abstand zum Menschen einhalten und der Mensch gibt das Tempo (in Variationen) vor – nicht umgekehrt – wobei das Pferd auch flüssig mitlaufen soll, ohne vorauszueilen oder sich hinterher ziehen zu lassen. Da schleichen sich im Alltag doch sehr leicht Nachlässigkeiten ein und so hörte man nicht selten Petra: „Dein Pferd kumpelt schon wieder!“

Nach der Mittagspause ging es dann weiter – zunächst wurden zum Aufwärmen nochmals die Übungen vom Vormittag wiederholt – siehe da, es klappte schon deutlich besser! Anschließend ging es endlich ans Longieren – in Einzelarbeit und je nach Vorbildung des Pferdes zuerst mit der Meisterin oder gleich mit Frauli selbst und gründlicher Anleitung. Wie schaffe ich es, mich mit Longe nicht selbst zu Fall zu bringen? Dabei sollte natürlich auch noch das Pferd um einen rum laufen! Doch damit nicht genug: Kaum hat man die Fußangeln im Griff, soll man auch noch Paraden geben, um nicht kurz darauf ein „das ist wieder ein typisches Beispiel für: oh wie schön, mein Pferd läuft brav um mich rum!“ zu kassieren. Hat man es dann irgendwann geschafft, sowohl sich selbst zu koordinieren, aber auch gleichzeitig das Pferd dazu zu bringen außen zu bleiben und damit dem „ich geh wieder zur Mama auf den Schoß“ entgegen zu wirken, folgt auch gleich die Belohnung in Form eines am Ende doch annähernd in annehmbarer Haltung laufenden und auf Signale reagierenden Pferdes, das schönste Lob für jeden Longenführer!

Am nächsten Tag wurden die noch frischen Praxiserfahrungen vertieft, nicht nur mit den Vierbeinern, sondern auch mit menschlichen Pferden, damit jede Teilnehmerin auch das Longieren (und die möglichen Missverständnisse auch aus Pferdesicht kennenlernen konnte. Dies sorgte für einige Erheiterung, aber auch für viele Aha!-Effekte – so ein Pferd ist schließlich auch nur ein Mensch. Zusätzlich zu vielen abwechslungsreichen Übungen zur Vorbereitung aufs Longieren, wurde am zweiten Tag auch wieder fleißig longiert und die ein oder andere probierte sich auch in weiteren gymnastizierenden Aufgaben, wie dem Führen in Stellung oder den Anfängen des übertreten-Lassens an der Hand. Am Ende des Kurses hat das Longieren schließlich bei allen gut geklappt, auch bei den komplett Longen-unerfahrenen Jungspunden, so dass wir am Sonntagabend mit einem dicken Grinsen und dem guten Gefühl einen großen Schritt weitergekommen zu sein, die Pferde in den wohl verdienten Feierabend entlassen konnten. Fazit: ein sehr lehrreiches und gelungenes Wochenende, sowohl für die Vier- aber auch die Zweibeiner!

Patricia Quering

Kurs Stangenmikado

Beim Kurs Stangenmikado führte ich Pferd und Reiter an die ersten Hüpfer hin. Hier ist die mentale Schranke immer höher als das Hindernis selbst. Doch sind die Pferde dann motiviert genug, nehmen sie ihre Reiter einfach mit und der Spaß beginnt. Hier ein Bericht von Ralf, der den Kurs zum Praktikum nutzte:

Stangenmikado

… war der Titel eines der neuen Kurse bei Petra Stegmüller, der Vorsitzenden der VFD Mittelfranken, der diesmal auch nur von VFD-Mitgliedern gebucht wurde.

Der Begriff Mikado kommt aus dem japanischen und bezeichnet den Titel des Kaisers, bei uns besser als Tenno bekannt. Was hat das ganze nun mit Reiten zu tun. Mikado ist bei uns als Geschicklichkeitsspiel mit Holzstäbchen bekannt. Sie sind bunt und erinnern uns an die farbigen Stangen die auf den meisten Reitplätzen zu finden sind. Petra nahm diesen Namen zum Anlass uns Spaß und Freude bei der gymnastizierenden Bahnarbeit zu vermitteln. Der Einstieg war ein Referat über das Chiron-System und seine Bedeutung für Freizeitreiter. Mit seiner Grundthese, dass das Pferd ein freudiger und mitarbeitender Partner sein wird, wenn man ihm vertraut, absolvierten wir einen leichten Parcour, ohne die notwendige Aufwärmarbeit zu vernachlässigen.

Es entwickelten sich bald eigene Ideen, wie der „Schwänzeltanz“, eine Übung zur Lockerung der Hüfte. Ohne Stress erarbeiteten wir mit unseren Pferden Takt und Rhythmus. Wichtige Diskussionspunkte ergaben sich aus der Frage, wie der Reiter am besten sitzt, um das Pferd im Bewegungsablauf am wenigsten zu stören. Ein klassischer Chironsitz ist nämlich mit Westernsätteln nur schwer vorstellbar. Jeder stellte aber im Laufe des Kurses seine Steigbügel kürzer, oder kramte aus seinen Beständen einen Englischsattel hervor. Am Nachmittag begannen wir dann schon mit Vorübungen zum leichten Caprillitest. Nachdenklich bemerkte hier schon ein Kursteilnehmer an, dass man bevor man bei Petra ist, eigentlich denkt, dass das alles ein Kinderspiel ist und man eh schon alles kann. Doch merkten wir alle sehr schnell, wo es bei uns und dem Pferden noch hakt. Dieser Caprillitest (Caprilli, war der Vordenker für Rolf Bechers Chiron-System) . Beschäftigte uns auch am Kurssonntag und führte einige von uns schon am Ende des Tages nicht nur zu kleinen Sprüngen. Doch Sprünge waren uns gar nicht das Wichtigtste. Vielmehr freuten wir uns, dass bei Pferd und Reiter sich der Rhythmus verbesserte. Eine Voraussetzung für Sprünge jeglicher Art. Für mich war es ein gelungenes Kurswochenende, in das man sich auch mit eigenen Gedanken einbringen konnte. Kurz gesagt: Es machte Lust auch die anderen Kurse von Petra kennen zu lernen.

Motivationstraining

Im Frühjahr hatte ich Verena Eckert als Referentin zu einem Abend Motivationstraining eingeladen. Die Frage ins Publikum: was für ein Ziel verfolgt ihr mit eurem Pferd dieses Jahr? , stellte ich mir auch leise selbst. Hat der Freizeitreiter Ziele? Was ist denn so erstrebenswert? Arbeitet man wirklich auf etwas hin? Interessante Antworten regten zum nachdenken an. Ich formulierte für mich: ich möchte den Maiwanderritt mit Jaco mitreiten. Jeder der unsere Odyssee kennt, weiß, welche persönliche Herausforderung das war. Es meldete sich dann eine Truppe Distanzreiter an, mit der Vorgabe „kein Galopp“. Das passt, dachte ich, dann lernt er schon nichts blödes. Und so wurde es ein wunderbar entspannender Ritt, eine Mitreiterin meinte, dass man unseren Pferden halt schon die Routine und Gelassenheit anmerkt. Was für ein Kompliment, beim ersten Gruppenritt mit Fremden. Nach dem Ritt bekam er einen Beschlag und einen gescheiten Sattel und gehört nun zu den Großen.

Es ist gut, sich Ziele zu setzen, dann kneift man schon nicht so leicht, dieses „wenn und aber“ bremst einfach.

Das Frühjahr verging im Jagdgalopp. Wanderreiter gaben sich die Boxentüren in die Hand und ein Berittpferd nach dem anderen füllte den Kalender zusätzlich. Vielen Dank euch allen für das Vertrauen und: verfolgt weiterhin eure Ziele!

Unser Franken-Sternritt 2012

Ein wenig schlechtes Gewissen war schon dabei. Da sind wir routinierte Wanderreiter und buchen trotzdem das Rundum-Sorglos-Paket, das Stationenhopping. Sind wir plötzlich zu bequem geworden, um uns die Wege zwischen den Wanderreitstationen auf dem Weg zum Sternritt der fränkischen Reitstationen selbst zu suchen? Rückblickend ist zu sagen: Und wenn schon, die Entscheidung war total richtig. Denn so schöne Wege muss man als Wanderreiter erst einmal finden! Und bequem ist die Rittvorbereitung wirklich: Nur einmal telefonieren und alle Stationen sind gebucht. Vor Ort gibt’s nicht nur eine tolle Pferdeunterbringung, sondern auch alles, was das Reiterherz begehrt, inklusive Gepäcktransfer. Und natürlich eine komplett ausgearbeitete Strecke mit den schönsten Wegen zwischen den Stationen. Und so kamen wir am 1. Juni nach vier Tagen gut gelaunt beim Sternreitertreffen der Wanderreitstationen zwischen Main und Donau in Saurach bei Crailsheim an. Unsere Pferde bezogen ihre großzügigen Paddocks und wir freuten uns über viele bekannte Gesichter und einige neue Teilnehmer. Insgesamt waren 26 Reiter nach Saurach gekommen. Zu wenige für das komplette Sternrittprogramm, so dass einige Programmpunkte gestrichen werden mussten. Aber genug, um ein tolles Wochenende zu verbringen. Und so wurden nach dem Blootz-Essen die am weitesten gerittenen Teilnehmer und die „Wiederholungstäter“ geehrt. Es ist immer wieder schön zu sehen, wie viele Reiter treue Anhänger des Sternritts sind und seit vielen Jahren den Termin fest in den Kalender aufgenommen haben!

Für uns alle – Neulinge wie alte Sternritt-Hasen – gab es aber am zweiten Sternritt-Tag eine Premiere. Carl Hans Recker hatte ein Geocaching für die Reiter organisiert. Geocaching bedeutet, dass nacheinander verschiedene Verstecke zu finden sind, deren Koordinaten ins GPS einprogrammiert werden. Das GPS ist aber nicht genau genug, um uns Schatzsucher genau zum Ziel zu bringen, ein Radius von ein paar Metern bleibt immer noch. Nötig ist also zusätzlich eine topografische Karte für die Routenplanung und offene Augen vor Ort. Doch nur mit Schatzsuche war es noch nicht getan. An jedem Geocach hatte Carl Hans für uns noch weitere Rätsel versteckt, die neben reiterlichem Fachwissen auch sehr viel logisches Denken erforderten. So wurde das Geocaching zu einer neuen Version der Reiterrallye – ein tolles Erlebnis.

Am Nachmittag stand dann der traditionelle Trailparcours auf dem Programm. Petra Stegmüller hatte sich auch in diesem Jahr wieder einige Herausforderungen für Mensch und Pferd überlegt. Und so machten mehr als die Hälfte aller Sternritt-Teilnehmer mit! In diesem Zusammenhang auch ein herzlicher Dank an die Uelzener Versicherung, die die Preise für das Geocaching und den Trail spendete.

Am Abend hatte sich die Sternreitergruppe jedoch noch mal deutlich verkleinert. Einige waren schon nach Hause gefahren, um nach einem langen Wanderritt noch einen Tag vor der nächsten Arbeitswoche zum Aufräumen zu nutzen. Andere waren weiter geritten, um ihren Wanderritt fortzusetzen. Der Rest der Teilnehmer startete daher nach dem Abendessen einfach eine Anhänger-Party und genoss den Sonnenuntergang. Am nächsten Morgen, pünktlich zum Ende des Sternrittwochenendes, setzte der erste ergiebige Regen der Woche ein.

Liebe Franken-Reitstationen, wir sehen uns wieder beim Sternritt 2013!

Verena Eckert

Schließlich lies ich mich noch überreden, wieder einen Geländetag zu organisieren. Ruck-Zuck war der Kurs voll und es hat allen mächtig Spaß gemacht. Hier ein Teilnehmerbericht:

VFD -Geländehüpferkurs und „Die wilde Horde“

So nennt sich ab jetzt eine Gruppe von 13 Freizeitreitern, die am Sonntag, dem 24.06.2012 die Geländestrecke vom Reiterhof Altmühlsee unter fachkundiger Anleitung von Stefan Schwarz unsicher machte. Bereits am Samstag versammelten sich einige der Teilnehmer, um gemeinsam das herrliche Ausreitgelände zu erkunden. Am Sonntag stießen dann die restlichen Freizeitreiter zu der Truppe. Um 9 Uhr begann der Kurs und die erste von drei Gruppen stürmte die tolle und gepflegte Geländestrecke. Petra Stegmüller, Bezirksvorsitzende der VFD-Mittelfranken, hatte wieder den Kurs organisiert und schon im Voraus die Gruppen entsprechend der gewählten Schwerpunkte und Wünsche der Reiter zusammengestellt. Mit Hilfe von Tipps, Tricks, der ruhigen Art und dem Fachwissen des Trainers ließen sich alle gerne auf neue Herausforderungen, wie Bergabsprünge oder verschiedene Hinderniskombinationen, ein. Nach einem tollen Vormittag, an dem Pferd und Reiter durchaus über sich hinauswuchsen, erwartete uns ein herrliches Mittagessen.

Bereits um 14 Uhr startete die erste Gruppe zur 2. Trainingseinheit des Tages. Auch hier galt es wieder, sich neuen Herausforderungen zu stellen. Sichtlich geschafft, aber auch stolz fanden sich Pferde und Reiter um 17 Uhr zum Abschlussgesprßch ein. Selten erlebte ich einen Lehrgang, bei dem die Teilnehmer untereinander so gut harmonierten. Deshalb konnten Pferd und Reiter ihre Grenzen akzeptieren, anstatt falschen Ehrgeiz zu zeigen. Spaß stand im Vordergrund und am Ende des Tages hatte jeder diverse persönliche Highlights zu verbuchen. So stand auch fest, dass man in Kontakt bleiben wollen. Am Ende des Tages gab es ein einstimmiges Fazit: „Das müssen wir unbedingt wiederholen!!!“

Nächster Termin ist der 9.9.12, Interessierte bekommen bei Petra Stegmüller (info@pferde-unser-leben.de) gerne die Ausschreibung.
Sabrina Siedle, Schnelldorf

Etwas angesäuert bin ich bezüglich der FN-Abzeichenkurse. Ich verstehe ja, dass jeder Pferdebesitzer auf Nummer sicher gehen will und sich kurzfristig anmeldet. Doch durch diese Moral musste ich beide Kurse im Frühjahr absagen- obwohl sie dann doch stattfinden hätten können. Natürlich könnt ihr nicht wissen, was das für eine Vorbereitung ist. Ich muss den Kurs drei Wochen vorher in München anmelden und genehmigen lassen sowie die Richter einladen. Dazu brauche ich mindestens vier Teilnehmer. Wenn ihr dann 10 Tage vorher anruft, ob ihr noch mitmachen könnt, ärgert mich das. Die anderen TN haben extra Urlaub genommen und dann muss ich absagen.

Es wäre arg schön, wenn das nächstes Jahr besser klappt. Ebenso ist das mit den kurzfristigen Absagen.

So, nun sind wir im Endspurt der Vorbereitungen zum FN-Wanderreitführer Lehrgang, der heuer gut besucht ist. Ich finde es total super, wenn ich die Leute mit dem ersten Wanderreitabzeichen so motivieren kann, dass sie bis zu letzt mitmachen. Und solche Leute braucht der Breitensport und ich wünsche mir, dass sich Anfänger im Wanderreiten auch solchen Leuten anvertrauen, dann wird Wanderreiten auch für das Pferd ein schönes Erlebnis! Einen schönen Spätsommer wünscht euch und den Pferden,
Petra

Hofgeschichten 2010 – 2012

Rückblende 2012

Pferde: Einem jeden, der sie reitet,
naht sein GLÜCKSSTERN sich im Raum.
Leid verweht – das Leben gleitet,
leicht dahin – ein schöner Traum.
(Pall Olafsson)

In Vielem sind wir dieses Jahr ein Stück weitergekommen. Meine Reitkurse sprechen sich scheinbar rum und finden auch extern viel Anklang. Ich bekam viele verschiedene Pferde zwischen meine Finger und konnte ihnen mit Physiotherapie weiterhelfen. Was für ein Geschenk in meinen Händen! Die entspannten Pferdegesichter sind mein ganzes Glück. Mit dem Stationenhopping Angebot können wir immer noch viele begeisterte Wanderreiter begrüßen und wertvolle Gespräche bis in die Nacht führen. Wie es den Leuten so gefallen hat, lässt sich ja unter der Rubrik Berichte nachlesen.

Ein herzliches Danke an alle, die zu uns kommen. Danke an Alle, die mir ihre Pferde bringen und damit ihr Vertrauen aussprechen. Danke an Alle, die ehrliche Worte finden und zum Nachdenken anregen. Danke an die Pferde, durch die wir menschlich so viel weiter kommen.

Bedanken möchte ich mich im Besonderen bei Karin Wimmer. Sie ist überzeugte Huforthopädin bei Hof und hat mich durch ihr vertrauensvolles Engagement auf einen neuen Weg geführt. Seit 35 Jahren lasse ich meine Pferde aus Überzeugung beschlagen. Ich konnte dabei nichts Schlechtes empfinden. Im Gegenteil, ich belächelte die überzeugten Barhufler, die halt nicht soviel reiten, dass die Pferde Eisen brauchen. Natürlich gab es auch das eine oder andere Barhufpferd, dem von den Hufen bis zum Rücken alles weh tat und die damit diese Ansicht unterstützten. Ich will jetzt keinen Roman schreiben. Leute, es hat sich da was getan, eine wirklich fachkundige Entwicklung. Unser Lerry ist ein Jahr ausgefallen, weil ihm durch falschen Beschlag schiefe Gelenkspalten hingezüchtet wurden. Nun hat er ein Jahr barhuf hinter sich. Der deformierte Huf sieht jetzt vollkommen anders aus als mit Eisen, das Horn ist gesund und: das Pferd auch wieder. Da er eine dünne Sohle hat, läuft er längere Strecken jetzt mit Schuhen. Das geht ohne Probleme. Ich habe nun schon viele Reiter davon überzeugt und in Thomas Lau einen DHG-Experten in meiner Nähe.

Besonders Pferde mit Schulterproblemen, festem Rücken oder gebundenen Gang haben ganz tief durchgeschnauft, als die Eisen unten waren. Aber bitte nicht nur Eisen runter, sondern ein Huforthopäde muss her! Ein Nur-Schmied kann das nicht, der denkt an rund und schön, doch Hufbalance ist viel mehr. Zugegeben, nicht fachkundige Gastgeber unterwegs schauen schon etwas mitleidig, wenn beim Ausladen der Sättel auch noch Schuhe mit dabei sind. Aber das ist doch nur ein Pferd, was braucht das Schuhe? Was für den einen nur ein Pferd ist, war für Isenbart ein Königreich wert: Ein Pferd, ein Pferd, ein Königreich für ein Pferd.

In meinem kleinen Königreich Pferde-unser-Leben freu ich mich immer, Euch als Gast begrüßen zu dürfen. Das viele Geld, die viele Zeit, die langen Wege, die sorgenvollen Gedanken – alles nur für die Pferde. Viele von euch kennen diese Sätze bestimmt auch aus der Familie. Ist Totilas auch nur ein Pferd? Was bitte macht nur ein Freizeitpferd aus? Ist ein altes Pferd für uns nur ein Pferd? Was ist mit all den gemeinsamen Erinnerungen und Erfahrungen? Sind das noch Pferde, die im Pudel-Look kleinkariert eingedeckt hinter Gitter stehen? Oder in Lammfell verhüllt geritten und dann mit Bananen vollgestopft werden, als wenn sie demnächst von Baum zu Baum springen müssten? Nur ein Pferd kann uns den Spiegel vorhalten! Ist der geduldige Braune wirklich nur ein Pferd, wenn er in der Hippotherapie einen Behinderten zum Strahlen bringt? Haben wir im Herbst nur über ein Pferd geweint und getrauert? Nur ein Pferd hat mich heut durch den Winterwald fliegen lassen, ich durfte tiefstes Vertrauen und pure Lebensfreude spüren. Sie lassen uns die Gegenwart genießen, weil sie unsere Gedanken ablenken. Der Kopf hört auf, sich im Kreis zu drehen.

Rückblende 2011

Wir haben fast vergessen,
was für eine seltsame Sache das ist,
dass ein Tier, so groß,
so kraftvoll und so intelligent wie das Pferd
einem anderen, weit schwächerem Wesen erlaubt,
auf seinem Rücken zu reiten. (Peter Grey)

Diese Zeilen werden wohl, je nach persönlichem Ausgangspunkt unterschiedlich gelesen. Für viele gibt es uneingeschränktes Glück auf dem Rücken der Pferde. Doch manche haben ein Pferd im Stall, das wenig Rückendeckung gibt.
Oder es ist gar nicht das Pferd, sondern veränderte Lebensumstände die das Gehirn Karussell fahren lässt. Gründe gab es genug, die Verena Eckert aus München bei den Kursen Glücklich reiten – Angst besiegen aufspürte und gekonnt moderierte. Sich verstanden fühlen, offen in einer Gruppe dieses Tabuthema ansprechen zu können, gemeinsam zu reiten und wissen, jeder hat jetzt ein ähnliches Gefühl, das brachte eine große Verbundenheit in der Gruppe. Und meine Pferde spielten auch brav mit und gaben verlorenes Vertrauen wieder zurück. Am Ende der Kurse hatten alle Rückenwind. Einen Antreiber, einen Schwung von hinten, keine dauerhafte Gehhilfe, mehr einen liebenswerten Gehilfen. Das brauchen wir alle. Nur so gelingen uns diese Quantensprünge nach vorne. Über das Cavaletti, mitten ins Leben, rein ins Vertrauen, ohne Panzer und Schmerzen.
Zurück bleiben die, die sich mit ihren Ausreden und Selbstflüchten mit dem Wind drehen.

Wie wichtig uns der Rücken ist, zeigen auch die Verkaufszahlen der Rückenprotektoren. Unseren Rücken geschätzt zu wissen, beruhigt uns, stabilisiert uns, hilft uns, dass uns niemand in den Rücken fällt. Der Rücken als Angriffsfläche für Feiglinge, die Liebe, die den Rücken frei hält. Der Rücken lebt Vertrauen.
Man vertraut darauf, dass hinter unserem Rücken nicht schlecht geredet wird. Darauf, dass uns das Leben den Rücken stärkt. Dabei hat jeder eine besondere Begabung, den Verstand und/oder das Gefühl für seine persönliche Rückendeckung. Dabei drücken unsere Körpersprache, unsere Haltung, unsere Worte viel von diesem Vertrauen aus – durchaus auch lesbar für die Pferde! Den Rücken stärken ist u.a. mein großes Anliegen bei diesem Kurs im Sommer. Denn der Pferderücken hat durchaus so seine Stabilitätsprobleme. Das Pferd lebt auch in dem Vertrauen, dass ihm nichts in den Rücken fallen möge. Sie sehen nicht, was hinter ihrem Rücken passiert, oft genug werden sie von hinten attackiert.

Wir hatten heuer rund 150 Wanderreitpferde zu Gast. Gut vorbereitete Reiter hatten auch solide trainierte Pferde. Reiter, die sich selbst überschätzen, tun das auch bei ihren Pferden. Nicht jeder Pferderücken war wirklich tragfähig. Trageerschöpfung nennt man das in Fachkreisen, wenn die Vorhand massiv überlastet ist, weil der Rücken als Bewegungszentrale ausfällt. Und trotzdem krabbeln diese sanftmütigen Tiere am nächsten Morgen wieder aus den Boxen, um den Spaß ihrer Reiter zu er-tragen. Es freut und motiviert mich sehr, heuer wieder so manch unbedachten Freizeit-Cowboy zum Umdenken gebracht zu haben und auf einen pferdefreundlicheren Weg. Auch wenn er beschwerlich und weniger cool ist, doch wenn dann aus müden Pferdeaugen wieder der Schalk blitzt, hat sich der Umweg gelohnt.

Wer an dem Hobby Pferd Spaß haben will – und zwar für beide Seiten – tut gut daran, unsere vielfältigen Kurse zu besuchen. Das Trainingskonzept gibt mir Recht, denn in den Jahren sind ganz tolle Pferd – Reiterpaare daraus hervor gegangen. Ein von der Basis her geschultes Pferd mit passender Ausrüstung schreitet im Wohlfühlmodus. Gut vorbereitetes Wanderreiten ist stressfrei und schätzt vor Überlastungen (dies ist auch das Konzept von: www.stationenhopping.de). Die Arbeitsweise und Raffinessen seines GPS-Gerätes bereits vor dem ersten Einsatz zu verstehen, eröffnet Horizonte. Ich glaube, die große Bandbreite rund ums Pferd macht auch seine Begeisterung aus und die Freude am Weiterkommen und dazu lernen. Dazu lade ich euch auch in 2012 herzlich ein.

Anerkennung als VFD-Übungsleiter − März 2011

Mitte März fuhr ich nach Hofstarring zu Heiner Sauters Glück auf Hof.

In einem Fachgespräch wurden meine Einstellung und mein Wissen überprüft. Danach stellte sich Verena dem Fremdreitertest bei einer Reitstunde auf Bärbels netten Haflinger. Der Reitplatz stand noch ziemlich unter Wasser und engte damit unsere Möglichkeiten etwas ein, aber ich denke, meine Ideen kamen gut rüber. Wir ließen uns jedenfalls Verenas köstlichen Gut-gemacht-Kuchen danach schmecken.

Nun ist unser jahrelanges Hin und Her mit FN und VFD Ausbildung zumindest auf dieser Ebene schon mal geglättet. Es wäre schön, wenn es auch bundesweit klappen könnte. Nun fehlen mir noch Assistenzen, doch dazu hatte ich bisher keine Gelegenheit.

Ich freue mich darauf, im nächsten Jahr Kurse zum Geländereiter anbieten zu können. Heuer hatte ich auch schon erste VFD-ÜL da, die ihr Praktikum leisteten. Es sind durchwegs engagierte Leute, die aber halt noch Erfahrung sammeln müssen, so wie jeder, der was Neues macht. Manche Themen in der ÜL-Ausbildung hätte ich gerne anders gewichtet, andererseits muss sich jeder selber fortbilden und dazu hat man ja ein Leben lang Zeit.

Das Hoch Nicole

Mit dem Glücklich Reiten Kurs zog das Hoch Nicole über Deutschland und ganz speziell nach Kühnhardt. Es brachte zwar viel Trockenheit mit sich, aber auch Freuden. Getarnt als Praktikantin zog Nicole bei uns ein, mit ihrem Wuschelhund Finja und dem klapperdürren Trakehner Viento. Nicole war letztes Jahr schon mal eine Woche bei uns auf Station, als sie mit Viento auf der Suche nach dem Sinn des Lebens und dem Zugang zu ihrem schwierigen Pferd von Rottweil nach Würzbug ritt. Ihr Ziel war dort eine Pferdeflüsterin, auf deren Intuition sie hoffte. So konnten wir uns letztes Jahr ungezwungen beschnuppern und fanden uns sehr sympathisch. Wir blieben in losem Telefonkontakt. Wenn, dann telefonierten wir lange und ich versuchte ihre neuen Pferdekenntnisse zu verstehen oder gab ihr eher Anstöße, Meinungen zu hinterfragen. Manchmal ist der Mensch ja schon leidensfähig und kann was aushalten, wenn er auf die Quintessenz hofft. Nach einem Jahr wurde das Pferd immer weniger und die Lust am Reiten war weg, denn man soll das Pferd nur aufhalftern, wenn es auch herschaut…?? Ein Rucken am Halfter ist körperliche Manipulation. Nun, da prallen halt Welten aufeinander. Ich schlug ihr vor, gleich eine Hotline zum Tierschutzverein zu schalten, wenn wir dann mit Kappzaum longieren, anstatt das Pferd um uns rum trödeln zu lassen. Nun sind die 3 schon über 3 Monate hier und haben sich prächtig entwickelt.

Viento haben wir entwurmt, gemästet und gleichzeitig neu gestartet. Er genoss, es eine klare Führung zu bekommen, seinen Körper wieder zu spüren und vor allem seinem frustrierten Fraule wieder zu gefallen und wichtig zu sein. Longe, Bodenarbeit, Spaziergänge, Mitführen als Handpferd und erstes, behutsames Reiten mit Trense statt Knotenhalfter. Ein lachendes Pferd mit grinsender Reiterin − ein lebendiges Lob.

Im Arbeitstausch übergab ich ihr den zigfachen Neustart von Wildling Jaco. Nicole gab sich echt Mühe und hatte mit ihm viel Geduld. Der andere Ansatz in der Arbeit war interessant zu beobachten und Jaco machte schön mit. Gewisse Verhaltensweisen wurden nun anders gewichtet und gedeutet. Auch auf seine Schreckhaftigkeit und Spannigkeit bei bestimmten Berührungen konnte sie echt gut eingehen. Schließlich nahmen wir ihn wieder als Handpferd mit und dann auch zwischendrin mit Reiter. Er fühlt sich jetzt gut an, verkriecht sich nicht mehr und lässt schneller den Stress ab. Bin selbst gespannt wie es weiter geht − leicht ist es nicht… aber er freut sich richtig, dass er wieder dabei ist.

Urlaub

Durch Nicoles Anwesenheit am Hof, konnten wir noch guten Gewissens eine Woche nach Lanzarote fliegen und es uns gut gehen lassen. Ich hatte etwas meine Zweifel, ob mir die schwarze Insel überhaupt gefällt. Aber sie war leicht hellgrün, denn es hatte, anders als bei uns, dort vorher ausgiebig geregnet. Der Reiseführer meinte, die Ziegen und Kamele stehen jetzt alle mit Bauchweh im Stall, denn das grün sind sie in der Menge nicht gewohnt. Verrückte Welt!

Stationenhopping – Frühjahr 2011

Was für ein Zulauf heuer−wie im Taubenschlag. Pferde rein, Pferde raus, Betten wechseln, kochen, wieder ein kurze Nacht mit lustigen Leuten und netten Gesprächen. Was für ein Glück, Nicole unterstützend an meiner Seite zu haben. Ein echt gutes Team! Jetzt ist erst mal Bremsenpause, dann freuen wir uns wieder über nette Reitersleut!

Axel wird 30! – 23.05.2011

Am 23. Mai feierte Peters Bruder Bernhard (50) mit Axel (30) Geburtstag. Achtzig Jahre Erfahrung im Umgang mit Peter. Das ist Grund zum Feiern und Danken! Peter kennt Axel ja seit seiner Geburt und hat mit ihm alles erreicht, was sich ein Freizeitreiter wünscht! Ab unserer Zeit in Kühnhardt hat er einigen Reiterinnen viel Spaß gemacht, auch mal verzweifeln lassen, aber schlussendlich alle für ihr Bemühen durch Kooperation belohnt. Als Chef der Herde hat er vielen Neuzugängen einen guten Onkel gegeben und besticht auch heute noch durch seine ausstrahlende Souveränität. Dabei hat er sich ein gutes Aussehen und entsprechende Gesundheit bewahrt. Ein gewisser Altersbonus in Sachen Sturheit sei ihm zugesprochen. Zu unserer gemeinsamen Zeit fallen mir folgende Zeilen ein:

Unendlich kommen mir die Tage vor, seit denen Du bei uns bist.
Ich hoffe, es werden noch viele unbeschwerte Tage folgen.
Irgendwo in ihrer Mitte sind auch ein paar besonders grüne Sommertage.
Für diese Spanne Zeit Danke ich dir und dem Herrgott der Pferde!

Anerkennung als VFD-Ausbildungsstall − August 2010

Petra mit den drei Prüfern

Wieder einmal macht sich Aufregung bemerkbar an unserem sonst so ruhigen Hof.

Weil wir fanden, dass sich neben der FN-Auszeichnung auch ein VFD-Schild gut machen würde, bewarben wir uns um den Ausbildungsstall-Reiten-VFD. Mit dem zwar kritischen, aber dennoch partnerschaftlich gestimmten Prüfer-Dreigestirn aus Eberhard Reichert, Franziska Schwab und Horst Brindel wurde unser Hof überprüft. Als erstes nutzte ich den plötzlichen Regenstop aus, um zwei Unterrichtsstunden durchzuführen. Meine armen Reitschüler waren derart aufgeregt, dass rechts und links, sowie vorwärts oder rückwärts zur Geduldprobe wurden. Und das, obwohl doch ich geprüft wurde und nicht sie… aber so halfen sie mir unterbewusst, wirklich unterrichten zu können.

Als erstes Thema wählte ich passend das Lösen des Pferdes und danach gymnastizierende Übungen. Zwar galt es zuallererst meine Reiterlein zu lösen, doch mit Trailübungen und kleinen Sprüngen gelang mir dies, ohne dass sie es selbst merkten. Kommentar von Franziska: das ist halt die Realität − so ist es draußen.

Mein abwechslungsreicher und doch anspruchsvoller Unterricht wurde sehr gelobt. Ebenso die Rittigkeit und der Zustand der Pferde. Dann marschierten wir mit Notizblöcken durch die Stallungen, die auf Frosttauglichkeit, artgerechte Gruppen- und Einzelhaltungen durchlöchert wurden. Gerne beantwortete ich die verschiedenen Fragen.

Danach besuchten wir die Pferde auf der Weide. Zufrieden düsten diese in der Weidehütte − nichts ahnend meiner Aufregung. Weidemanagement und Heugewinnung fanden auch hier anerkennende Worte. Rechtzeitig bevor der Himmel wieder seine Wolken öffnete, konnte bei einer gemeinsamen Vesper das Abschlussgespräch stattfinden. Und über das schöne Schild nebst Urkunde habe ich mich wirklich sehr gefreut!

Herzlichen Dank an das Dreigestirn- ihr habt eure Aufgabe wirklich ernst genommen.
Nun hoffe ich, viele VFD’ler auf ihrem Weg mit den Pferden begleiten zu dürfen!

Haende bewegen Pferde − Juli 2010

Das neue Logo

Alle, die mich mental bei meinem Studium zur Pferdephysiotherapeutin begleitet haben schnauften durch, als die Nachricht bestanden durchs Telefon rauschte. Es war eine harte Zeit für alle Beteiligten: Familie, Freunde und Ehemann bekamen mich nur noch sporadisch zu Gesicht, und wenn, dann doch leicht überdreht. Anzurufen hat sich auch keiner mehr getraut, weil die Gespräche sich mit mir eh aufs nötigste beschränkten. Ansonsten brütete ich hinter Büchern, Videos und Ordnern, drückte an meinen und anderen Pferden herum und träumte nachts von Knochenteilen oder Bergen an Muskelfleisch. Zwischendrin verfolgte mich die Panik, irgendwelche Stationenhopping-Wanderreiter vergessen oder vertauscht zu haben, und ich hörte während dem Lernen im Geiste vorbeiziehendes Hufeisengetrappel. Wie einfach hat man es doch als Schüler gehabt. Man musste nur lernen und hatte sonst nichts als seine Freizeit zu organisieren. Ich ziehe jetzt den Hut vor all denjenigen, die berufsbegleitend noch eine Zusatzausbildung machen. Das ist eine nervliche Mehrbelastung, die einen (mitsamt Umfeld) echt fordert.

Meine Mutter kam schließlich noch zum Tippen der Facharbeit mit dem Thema Der Tellington-TTouch bei Pferden zu mir, und so konnte ich das Kapitel auch termingerecht abschließen.

Das Sternritt-WE konnte ich nur an einem Abend genießen, am nächsten Tag war dann die Abschlussprüfung. Da wir durch die Verwirrungen des Besitzerwechsels in der Equinus-Schule nur schlecht auf die Prüfung zum Pferde-Physiotherapeut vor dem Berufsverband vorbereitet wurden, waren die Zweifel und Ängste groß. Umso schöner war es zu wissen, dass all die, die mir vom Sternritt-Abend her gutes Gelingen wünschten, an mich glaubten. Ich fühlte mich auf meinen wackligen Beinen von ihnen getragen.

Die zweitägige Prüfung war extrem schwer und 5 von 12 Teilnehmern rasselten durch. Wir waren derart von dem Ergebnis geschockt, dass wir uns nicht mal über unser Bestehen freuen konnten. Wir standen wie die Trümmerfrauen da.

Bei einem gemeinsamen Peters Geburtstagsfest und bestandener Prüfung feierte ich dann die Eröffnung meiner Praxis Haende bewegen Pferde. Bei so vielen Glückwünschen konnte ich mich dann auch erleichtert freuen.

Nun ist auch das Logo fertig und die ersten Pferde wurden erfolgreich behandelt. Es erfällt mich dabei immer wieder mit Dankbarkeit und Demut, wie einfach man doch die Rittigkeit verbessern kann, wenn man weiß, wo es zwickt. Für mich persönlich und als Trainer war die zweijährige Ausbildung Gold wert. Ich wünsche mir, noch viele Pferde durch meine Hände wieder locker bewegen lassen zu können. Meine Homepage wartet noch auf einen kreativen Anfall von mir. Es fällt mir schwer, mein Konzept aus Physiotherapie und Training in Worte zu fassen. Einfacher ist das in der Praxis. Als mobiler Trainer bin ich nun schon bis München unterwegs, um Kurse zur Pferdemassage zu geben. Dies lässt sich auch gut mit einem Gymnastizierungskurs kombinieren, sowie mit Pferde- und Ausrüstungscheck. Es ist schon erstaunlich, wie sich Pferde bemühen, brav zu gehen, obwohl ein unpassendes Korsett auf dem Rücken die eigentliche Bewegung behindert.

Ihr seht, ein neuer, spannender Weg liegt vor uns…

Glücklich Reiten

Kurs Glücklich Reiten am 24./25.9.11

Hier gleich die Eindrücke zweier Teilnehmer:

Das Unterbewusstsein reitet mit – Ein Ausritt zu Dritt

Seminarbericht von Marion Schümann
Glücklich Reiten vom 24. und 25.09.2011 in Kühnhardt

Als Übungsleiterin ist es wichtig, immer mal wieder Kurse zu belegen, das eigene Wissen zu erweitern, Anregungen zu bekommen und damit die eingefahrenen Wege im eigenen Alltag zu durchbrechen. Der Kurs Glücklich Reiten machte neugierig, da hier als Titel nicht Ängste bekämpfen, sondern die positive Erwartung des glücklichen Reitens in Aussicht gestellt wurde. Hier wird also von den Seminarleiterinnen Verena Eckert und Petra Stegmüller bewusst der positive Ansatz gewählt.

Oftmals sind es Formulierungen wie das kann ich nicht, habe ich schon mal probiert und es klappt nicht, das geht mit dem Pferd sowieso nicht, die aus unserem Unterbewusstsein unsere reiterlichen Möglichkeiten einengen, die uns die Zuversicht nehmen, unsicher machen und verkrampfen lassen. Das Pferd spürt das und ist entsprechend ebenso verunsichert. Vielleicht nehmen wir uns manchmal auch zu viel vor. Das sehr allgemeine Ziel, eines schönen Ausritts, setzt uns keinen konkreten Maßstab und lässt uns viel zu häufig resümieren, ganz schön, aber … . Und schon sind die Freude und der Stolz über das Erreichte verflogen.

Positiv Dinge angehen, konkrete und erreichbare Ziele setzen und die Stärken ausbauen, statt in vermeidlichen Schwächen zu versinken. Das hört sich nach einem ganz einfachen Kochrezept an. Man nehme … Doch können wir unsere Barrieren selbst durchbrechen?

Im theoretischen Teil des Kurses moderierte uns Verena Eckert, ohne dass wir unser Seelenleben nach außen kehren mussten. Sie zeigte uns, wie wir unser Vorgehen strukturieren, eigene Stärken formulieren und realistische Ziele definieren können. Mit methodischem Vorgehen half sie uns, konstruktiv an der persönlichen Weiterentwicklung zu arbeiten. Manches wurde dadurch klarer, erschien in einem anderen Licht. Das Unterbewusstsein baute keine Hürden mehr auf. Aber geht das auch auf dem Pferd?

Im praktischen Teil des Kurses leitete Petra Stegmüller die individuellen, reiterlichen Übungen. Alles war neu. Ein nicht bekanntes Pferd, anderes Material, eine andere Umgebung. Doch die gut ausgebildeten Pferde gaben uns Sicherheit. Einfache Übungen sorgten für Entspannung oder waren entsprechend unrhythmisch (z.B. beim Leichttraben zweimal hintereinander sitzen bleiben und einmal Aufstehen) dass wir uns auf unser Handeln voll konzentrieren mussten und unser Unterbewusstsein keine Gelegenheit hatte uns Ängste einzureden. Und es klappte. Das vorher bestimmte Ziel wurde erreicht, beinahe unbeschwert.

Also lassen wir zu, uns zu freuen und zufrieden zu sein. Ganz einfach? Nicht ganz. Methodik, Klarheit, Analyse hat uns dorthin geführt. Mit sanfter Moderation haben uns Verena Eckert und Petra Stegmüller den Weg gezeigt.

Ich verlasse den Kurs mit vielen Ideen und Anregungen, die ich nun auch versuchen werde, in meinen Alltag der Reitstunden einzubauen. Eine positive Erfahrung die mich auch dazu bringt, diesen Artikel zu schreiben und diesen Kurs in Kühnhardt zu empfehlen.

 

Von einem, der auszog, das Fürchten zu (ver-)lernen!

So oder so ähnlich könnte mein Motto lauten, warum ich an dem Kurs für ängstliche Reiter, unter der ebenso charmanten wie kompetenten Leitung von Verena Eckert, am 24./25. September 2011 auf dem Stegmüllerhof nahe Feuchtwangen teilgenommen habe.

Zwar liegt mein folgenschwerer Reitunfall schon Jahre zurück, die Verletzungen sind längst spurlos verheilt, dennoch hatte ich seither bei jedem Ritt SIE dabei. SIE, die Angst, die Befürchtung, es könnte wieder so kommen. Immer dieses negative Kribbeln im Bauch. Die Freude am Ausritt trat immer erst nach erfolgreichem Absteigen am Ende des Rittes auf. Nach Möglichkeit nicht traben, nicht galoppieren, wurde das Pferd schneller, begann ich mich zu verkrampfen – ein Teufelskreis. Dann, im Frühjahr las ich in einer VFD-Beilage über den Kurs Glücklicher Reiten – ein Kurs für ängstliche Reiter. Wenn ich mehr vom Reiten haben will, dann musste ich etwas ändern. Wenn nicht jetzt, wann dann?

Gesagt getan, respektive gebucht. Am 24. September stand ich um 9 Uhr bei Petra und Peter Stegmüller, in Kühnhardt bei Feuchtwangen, auf dem Hof. Hier sollte der Kurs statt finden. Petras herzliche Begrüßung und das urgemütliche Ambiente des Hofes, ließen letzte Zweifel, ob ich mich richtig entschieden hatte, sofort verfliegen. Neben mir, dem Quotenmann, waren noch drei Mädels in der Gruppe. Ich hatte sofort den Eindruck, wir würden uns alle schon lange kennen. Es gab keine Vorbehalte, keine Berührungsängste.

Nach einem Startkaffee begrüßte uns Verena Eckert, unsere Mentaltrainerin und Kursleiterin, und stellte uns die Inhalte und den Ablauf des zweitägigen Kurses vor.

Um einen Eindruck von den Motiven und Erwartungen der Teilnehmer zu bekommen, begannen wir mit einer Vorstellungsrunde. Jeder erzählte kurz etwas über seine reiterliche Laufbahn und über das Wie und Warum. Damit hatten wir eine Basis geschaffen. Verena erläuterte uns den Angstkreislauf und die Entstehung der Maisfeldmonster und Gelbe-Sack-Gespenster………..und den Umstand, dass dieses Kopfkino nicht etwa dem Denken unseres Pferdes entspringt, sondern ausschließlich Ergebnis der kreativen Vorstellungswelt des Reiters ist. Die Art und Weise der Erklärung regte den Teilnehmer(innen)kreis immer wieder zu spontanen Kurzdiskussionen an und auch der Humor kam nicht zu kurz. Gleich vorweg, es hat riesig Spaß gemacht und wir haben auch viel gelacht.

Nach einer ausgiebigen Mittagsbrotzeit animierte uns Verena, tiefer in uns hinein zu hören. Ich glaube, jeder von uns hat an diesem Nachmittag auch an sich wieder neue Seiten entdeckt. Abgerundet wurden die Gruppenarbeiten am Nachmittag mit praktischen Lektionen auf dem Reitplatz. Mit auf den Weg gab uns Verena noch eine kleine Hausaufgabe, die jeder von uns gerne bis zum nächsten Morgen erledigen wollte. Nachdem wir uns unser Pferd aus dem Stall von Petra ausgesucht hatten, ging es ab zum Reitplatz.

Die perfekt ausgebildeten und absolut ruhigen Pferde ließen schon auf die fachlichen Qualitäten von Petra Stegmüller, die im Bereich des Western- und Wanderreitens einen ausgezeichneten Ruf genießt, schließen. Ihre humorvoll direkte Art, uns auf falsch Erlerntes oder Verbesserungswürdiges hinzuweisen, machte auch auf dem Reitplatz das Lernen zu einem sehr positiven Erlebnis. Beim abendliche Brathendlessen der Gruppe klang der erste Tag aus.

Der Sonntag begann mit einem gemeinsamen Frühstück. Dann machten wir uns wieder an die Arbeit. Stärken jedes Teilnehmers ermitteln, Ziele festlegen und vieles mehr. Auch der Sonntag wurde durch einen praktischen Teil vervollständigt. Und diese Reitstunde endete wohl für jeden von uns Teilnehmern mit einem Erfolgserlebnis. Freihändiges Traben und Galoppieren an der Longe unter Petras Anleitung und ….. plötzlich spürte ich, wie viel Spaß das Reiten ohne Angst machen kann. Das Kribbeln im Bauch wich einer gewissen Leichtigkeit und der Erkenntnis: Yes, I can. Hätte ich keine Ohren gehabt, ich hätte im Kreis gelacht. Es war ein genialer Abschluss.

Fazit: ich kann diesen Kurs nur empfehlen. Sicher wird in nächster Zeit noch das eine oder andere Müllsackmonster versuchen, sich meiner zu bemächtigen, aber jetzt hab ich das Werkzeug erhalten, damit umzugehen. Und eines weiß ich sicher. Das Reiten wird mir künftig weitaus mehr Spaß machen, als es bislang der Fall war. Der Anfang ist schon gemacht.

Ich möchte mich noch einmal bei Verena bedanken, die in unnachahmlich humorvoller und kompetenter Art auf uns Teilnehmer eingegangen ist. Ganz besonderen Dank möchte ich auch Petra und Peter Stegmüller aussprechen, die uns mit ihrer Gastfreundschaft auf ihrem Hof jederzeit das Gefühl gaben, eine große Familie zu sein.

Mit galoppierenden Grüßen,
Armin

Nicoles Sicht

Von Heinzelmännchen und Wanderreitstationen

Für die Wanderreiter ist es Urlaub, für die Gastgeber harte Arbeit. Nicole Menzel hat beides erlebt und berichtet für uns aus beiden Sichtweisen − nämlich als Gast und als Gastgeberin, jeweils des Wanderreiterstützpunktes im mittelfränkischen Kühnhardt.

Die Station aus Wanderreiter-Sicht

Vor einem Jahr zog ich mit meinem Trakehner Viento 700 km durch die Lande. Dabei kam ich auch beim Wanderreiterstützpunkt von Peter und Petra Stegmüller im mittelfränkischen Kühnhardt vorbei. Auf einer Pferdemesse hatte ich ihren Flyer mitgenommen. Als mich mein Weg dann Richtung Crailsheim führte, erinnerte ich mich und rief einen Tag vorher an, ob ich vorbeikommen könnte. Wann ich ankommen würde, wollte Petra wissen. Na, das wusste ich einen Tag vorher noch nicht. Petra gab grünes Licht, denn im Juli bei 35°C sind nur wenige Wanderreiter unterwegs.

Mittags rief ich nochmal kurz an. Jetzt konnte ich meine Ankunftszeit genauer abschätzen. Nicht mehr lange und ich stand im Stall der Stegmüllers. Hier das Wasser, dort die Abspritzmöglichkeit, mein Sattel in die Scheune und dort die Unterkunft für mein Pferd. Ob ich ihn noch wälzen lassen möchte. Ja gerne. Schnell wurden die hauseigenen Pferde verräumt und mein treuer Begleiter hatte den ganzen Auslauf für sich. Genüsslich gewälzt stand er nun auf seinem Paddock und malmte frisch gemähtes Gras. Die Pferdewelt war in Ordnung.

Für mich gab es kurz darauf frischen Kaffee, ein Stück Kuchen und nette Unterhaltung mit Petra. Da ich auf meinem Ritt oft genug froh war überhaupt unterzukommen, freute ich mich am Willkommen-Sein mit Familienanschluss. Dazu ein helles Zimmer mit sauberem Bad, nach all den Nächten im Schlafsack vor der Box, eine Wohltat! Abends saßen wir bei leckerem Essen und verbesserten die Pferdewelt. Ich blieb einige Tage, ruhte aus und fühlte mich wohl.

Dann zog ich weiter. Doch im nächsten Jahr kam ich zu einem Sommerpraktikum wieder und erlebte eine Wanderreitstation hinter den Kulissen. Und mir wurde klar, was für mich so leicht und natürlich aussah, ist oft gute Planung und zeitaufwendige Vorbereitung.

Die Station aus Sicht der Gastgeber

Wenn Petra beim Frühstück verkündete heute kommen 4 Wanderreiter, dann war der Tag eigentlich schon verplant. Um 7 Uhr Füttern der hofeigenen Pferde, danach gemeinsames Frühstück. Was sollen wir kochen für die Wanderreiter (= Hopperer vom Stationen-Hopping)? Und wer fährt einkaufen? Wer ist ab 15.00 Uhr am Stall, denn wir wissen nie, wann die Reiter ankommen. Ist noch genügend Milch da, oder müssen wir noch zum Milchbauern?

Dann los, lass uns noch schnell die eigenen Pferde reiten. Mittags führt eine von uns einkaufen, frisch, möglichst regional und saisonal soll es sein. Und dann bereiten wir alles schon vor, damit dem genüsslichen 3-Gänge-Menü nichts im Wege steht.

Für die Pferde werden die Boxen frisch eingestreut und die Raufen mit dem hofeigenen Heu gefällt. Peter kommt von der Arbeit − rauf auf seinen Traktor und mäht frisches Gras. Ab 15 Uhr bleibt immer einer von uns am Hof, denn die Reiter kommen gerne dann, wenn man mal schnell noch weg ist.

Manchmal bleibt noch Zeit für einen Kaffee in aller Ruhe. Oft riechen ihn aber auch die Gäste und stehen zeitgleich auf dem Hof. Petra heißt alle Gäste, wie damals auch mich, herzlich willkommen. Das Scheunentor auf, alle hinein, dort anbinden, hier abspritzen, Wassereimer gibt es da hinten, Futter ist schon vorbereitet. Wir laufen von einem zum anderen. Trennen den Auflauf ab, damit sich alle Pferde noch bewegen können und bauen Sattelständer, damit alles ordentlich aufgehängt werden kann. Wenn die Pferde zufrieden sind, kehrt Ruhe ein.

Die Reiter sitzen um den runden Gartentisch. Kaffee, Kuchen, etwas Wasser mit Holunderblütensirup? Ja gerne. Wir laufen los, die Kaffeemaschine brummelt um die Wette. Dann sitzen wir gemeinsam im Garten. Was haben die Hopperer erlebt? War es ein schöner Tag, eine gelungene Strecke? Oft wird viel gelacht und sich ausgetauscht.

Die Reiter gehen duschen, doch für uns geht es weiter. Das Essen soll pünktlich um sieben auf dem Tisch stehen und bis dahin sind noch alle Pferde zu versorgen. So kocht meist einer von uns, während die Anderen ausmisten, Wasserfässer füllen, Kraftfutter und Heu zurecht machen und all das tun, was auf einem Hof sonst noch anfällt.

Um sieben ist das Essen tatsächlich fertig. Alle Reiter erscheinen frisch geduscht. Lecker ist es, wie so oft, und wir freuen uns gemeinsam mit unseren Gästen. Viele Geschichten gibt es zu erzählen. Bis der Nachtisch auf dem Tisch steht ist es meist neun Uhr. Danach gehe ich nach Hause. Wie lange sie wohl noch erzählen? Ich bin froh, dass ich einfach gehen kann. Nach all den Vorbereitungen möchte ich jetzt noch in Ruhe für mich sein. Denn am nächsten Tag geht es in aller Frühe wieder weiter.

Wir sind die ersten, die alle Pferde versorgen, 3 km entfernt frische Brötchen holen und beim schnipseln des Obstsalates allen einen wunderschönen Guten Morgen wünschen. Peter erklärt den besten Weg und meldet die Gäste bei der Mittagsstation an. Während die Gäste nach dem Essen die Pferde satteln, verladen wir die vielen Taschen und Einzelteile. Manchmal ist es soviel Gepäck, dass es kaum in das Auto passt. Erstaunlich! Danach fährt Peter das Gepäck zur nächsten Station. Petra und ich verabschieden die Wanderreiter und wünschen einen wunderbaren Ritt. Und während sie von dannen reiten, stehen wir schon mit Mistgabeln und Schubkarren im Stall. Der Tag beginnt von Neuem.

Fazit

Liebe Wanderreitfreunde – es war mir vorher nicht bewusst, wie viel Arbeit hinter dieser Gastfreundschaft steckt. Denn reich wird man davon nicht. Das muss man wirklich leben und von Herzen wollen. Sicher wird es nicht überall so aufwendig betrieben wie beim Stationenhopping. Wie schön, wenn dann der ein oder andere Wanderreiter schon seine Box gemistet oder die Stallgasse gekehrt hat. Bei 8 eigenen und 4 Wanderreitpferden spüren wir jeden Handgriff und freuen uns über jede kleine Hilfe.

Jetzt weiß ich, wie viel Arbeit und Organisation hinter einer Wanderreitstation steckt und danke allen, die mich aufgenommen haben, nochmals aus tiefem Herzen. Auf frohe Ritte und alle Zeit viel Spaß mit unseren 4-beinigen Kameraden.

Nicole