2014 Zweites Halbjahr

Stangenmikado und Galopparbeit

Auch diese Kurse brachten bei schönstem Wetter die Leute zum Strahlen. Diesmal auch mit Unterstützung zweier VFD- Praktikanten, die sich freuten, auch mitmachen und sich einbringen zu können. Es ist immer wieder erstaunlich, was die Reiter anfangs alles befürchten und glauben, dass es nicht geht. Und kaum hat man Anleitung, konzentriert sich und ist einfach ganz präsent bei der Sache und nicht im Alltag, schon klappt es. Schön ist auch, wenn unterschiedliches Können aufeinander trifft. Die einen haben dann ein Vorbild, wie es mal ausschauen kann und die Besseren erinnern sich bestimmt auch an ihre eigenen Anfangsschwierigkeiten.

VFD-Geländehüpferkurse

Fanden wieder beide am Reiterhof Altmühlsee unter der besonnenen Leitung von Stefan Schwarz statt. Im September leider im Regen, aber der Boden war trotzdem gut – und die Gemeinschaft auch. War halt nix für Weicheier

Borkum- Traumurlaub für Reiter, Pferde und Hund

Ein bisschen aufgeregt waren wir diesmal schon! Was machen wir, wenn es stürmt? Wenn die Pferde auf der Fähre Angst bekommen? Alles umsonst ausgedacht. Bei schönstem Sommerwetter setzten wir über. Es war unser bislang schönster Nordsee-Urlaub. Vormittags ritten wir – trotz ausgebuchter Insel – am menschenleeren Sandstrand. Nachmittags badeten wir mit Hund bei 21 Grad Wassertemperatur. Zu sechst zusammensitzen war auch sehr nett und Peter genoss es, der Hahn im Korb zu sein. Nächstes Jahr wollen wir nach Romö- es ist schon gebucht und wir freuen uns darauf.

Wanderreitführer

Im Spätsommer fand dieser Lehrgang im Kleinen statt. Die unterschiedliche Gruppenzusammensetzung war ein Supertest für die Realität des Wanderreitführers. Ein junger Isländer, dem vor allem beim Vorneweggehen noch nicht alles geheuer war. Ein eher gemächlicher Norweger, der als Kinderreitpferd einfach nur brav sein muss. Ein erfahrener Araber, dem eigentlich nichts zu weit und nichts zu schnell ist. Und dazu mein Peter, der diesen Mix nicht unbedingt als Urlaub ansehen konnte. Doch jeder hatte seine Stärken und Schwächen und konnte diese gut einsetzen. Und dabei auch gleich testen, welche Zielgruppe als Kunden für ihn zutreffen.

Wir gratulieren ganz herzlich: Katrin M.
Katja K.
Ute Sch.

Funktionelle Anatomie

Der Spätherbst ist für theorielastige Seminare gut geeignet. Ich hatte sehr wissbegierige und bereits gut vorgebildete Teilnehmerinnen dabei. So konnten wir von den Basics auch gut in die Tiefe gehen. Um zu überprüfen, ob man auch das sieht, von dem wir theoretisch gesprochen haben, ritt jeder zum Schluss einzeln eine kleine Aufgabe und die anderen gaben ihr Urteil dazu ab. Da gehört zum einen ganz schön viel Mut dazu, Kritik zu üben, aber genauso viel Mumm, dies auch auszuhalten. Es war eine tolle Truppe und das regionale Menü im „Deutschen Haus“ zur Belohnung spürt bestimmt noch jeder auf der Zunge. Hier ein persönlicher Teilnehmereindruck:

Wochenende Funktionelle Anatomie Wir meldeten uns für dieses Seminar an, weil wir die unbeschönigte Wahrheit wissen wollten über unsere Pferde. Einige Baustellen waren uns klar, nur konnten wir keine Erklärungen finden, was wir besser oder anders machen können, um unsere Pferde „schön“ und gesund zu reiten. Die Voraussetzungen unserer Pferde waren total verschieden (ein Senior und ein „beste Jahre“), wo sollen wir ansetzen? Also war uns klar, da ist Hilfe nötig, und wir meldeten uns samt Pferdebegleitung an. Die Anreise erfolgte schon am Freitag und unsere beiden „Pferdedamen“ bezogen ihre Box mit erstklassiger Verpflegung samt Paddock am Hof von Petra in Kühnhardt. Am Samstag nach unserem Frühstück legten wir los, wir stellten uns und unsere Pferde ausführlich vor. Dann folgte der erste Teil in Theorie, unter anderem besprachen wir die ethischen Grundsätze des Pferdefreundes der deutschen reiterlichen Vereinigung und der sich daraus resultierenden Verhaltensregeln im Reitsport. Einige gute Buchtipps waren auch dabei.

Im ersten Praxisteil übten wir uns am Exterieur der Pferde, wobei es leichter war, die fremden Pferde zu beurteilen, beim eigenen Pferd schleicht sich nämlich schnell eine gewisse Betriebsblindheit ein. Nachdem wir Kursteilnehmer unsere Beobachtungen weitergegeben hatten, erläuterte Petra uns die restlichen körperlichen Defizite und erklärte immer wieder, warum und woher diese Baustellen am Pferd kommen. Nachmittags ritten wir gemeinsam auf dem Reitplatz, jede Teilnehmerin ritt eine Dressuraufgabe vor, wir anderen schauten die Pferde an, wie sie laufen. Gleich anschließend gaben wir unsere Beobachtungen weiter, und Petra kommentierte und erklärte viel dazu. Ein Beispiel: zu wenig Aktion in der Hinterhand, Pferd fällt auf die Vorhand, am Oberarm entstehen muskuläre Zubildungen.

Ein Samstag vollbepackt mit Infos, ging mit einem leckeren Abendessen in Dinkelsbühl zu Ende. Am Sonntag ging’s weiter mit dem Üben (Krankengymnastik), wir erhielten eine kurze Einführung in die Longenarbeit mit dem Kappzaum, was natürlich viel leichter aussah, als es wirklich war. Der nächste Theorieteil war dann die Anatomie des Pferdes, angelehnt an Gillian Higgins, die mit ihren „bemalten“ Pferden dieses bildlich erklären konnte. Wir lernten auch die neuesten Erkenntnisse über verschiedene Gebisse und ihre Wirkung kennen.

Die letzte Reiteinheit war individuell auf die Probleme des jeweiligen Pferdes zugeschnitten und als Hausaufgabe zu verstehen. Damit hatten wir erstmal genug Input für die nächsten Wochen im heimischen Stall. Unser Abschluss-Fazit: Wir mussten viel aushalten, unsere Fehler wurden uns ohne Beschönigungen klar und unmissverständlich vor Augen gehalten. Wir bekamen so viele wertvolle Informationen und fanden es Super, genau deshalb sind wir nämlich gekommen und hoffen, dass wir in Zukunft unsere Pferde besser reiten können. Wir waren eine tolle Gruppe, die anderen zwei Mädels mit ihren Pferden waren auch so nett, dass wir ein richtiges Superwochenende verbringen konnten. Rafft euch auf, stellt euch den hausgemachten Problemen, lasst euch auf die funktionelle Anatomie ein, es gibt so viele Aha-Effekte zum Wohle des Pferdes!

Es bedanken sich: Uschi + Rabea mit Noelle + Grace

Kreativer Reitunterricht – Trainerfortbildung

So wie wir das Jahr anfingen, haben wir es auch ausklingen lassen! Trotz November hatten wir schönes Wetter und konnten mittags noch draußen essen. Auch dieser Kurs war spannend, hatten wir doch ein gemischtes Bündel an Wissen.

Ulrike macht eigentlich Unterricht für Kinder, hat aber breites Vorwissen. Wir genossen sehr ihre Einstimmungen nach Sally Swift. Verena hat es mehr mit Anfängern oder ängstlichen Reitern zu tun. Hier bestätigte sich wieder mal, dass oft weniger mehr ist. Annette sieht sich mehr als Coach zwischen Pferd und Reiter, will weniger das technische Reiten, sondern dass der Mensch das Spüren und Wahrnehmen lernt. Dazu hatten wir noch eine Wiedereinsteiger – Kundin mit Jungpferd, die sich zum Testen anbot und hier wirklich eine Fülle von Anregungen bekam.

So wie auch untereinander reger Austausch stattfand, wenn auch nicht immer im Konsens – grins. Mich freute sehr das übereinstimmende Feedback zu meiner Arbeit. „wenn ich jemals so einen Unterricht von einem FN-Trainer bekommen hätte, hätte ich mich nie „gezwungen“ gefühlt, nach Alternativen zu suchen.“ Auch das nachreiten lassen meiner Übungen bei den Kunden zuhause, hat wohl viele Aha-Erlebnisse gegeben. Das bestärkt natürlich und motiviert andere am eigenen Wissen teilhaben zu lassen. Wir wollen als Reitausbilder ja eigentlich alle den Schülern weiterhelfen – die Palette dazu hat viele Farben!

 

Vorschau 2015: Reitbegleithund-Ausbildung

Es ist immer wieder interessant, auf welchen Lebensweg uns die Tiere führen. Als ich als Schülerin noch kein Geld für ein Pferd hatte, begleiteten mich Schäferhunde. Damals (ist ja auch schon 35 Jahre her) war noch ein barscher Umgangston mit den Hunden auf den Übungsplätzen und nicht zimperlich im zupacken üblich. Aber: wenn ich dem Hund rief, kam der auch angespurtet. Nun gut, das ist bestimmt wie bei den Pferden auch, ein bisschen rassetypisch. „Want to please you“ ist ja das Motto der Schäferhunde. Nun haben wir in Billy, einen Mischling, der das „dickfellige und distanzlose“ des Labradors mit dem sensiblen Charakter des Setters paart. Eine Herausforderung in den Zeitzwängen des Alltags. Da auch ich mich schon bei Joggern und männlichen Spaziergängern für meine Fellnase entschuldigen musste und der verhasste Satz „der tut nix“ von den Lippen kam, möchte ich das jetzt im kommenden Jahr angehen. Wenn euch das auch interessiert, meldet euch bei mir, ich nutze gerade die Winterpause um ein Kursangebot zu schneidern.

2014 Erstes Halbjahr

Kurs Horsedancing

Schon Binding sagt: „Das Pferd ist dein Spiegel. Es schmeichelt dir nie.“

Was spiegeln sie in unserem Leben?
Oder: Was in uns spiegelt unser Pferd?
Wir haben das eine Pferd nicht ohne Grund – es gibt dafür einen bestimmten Grund.
Das ist unspektakulär, solange es rund läuft – doch sehr aufschlussreich, wenn wir deshalb nach Antworten suchen (müssen).

Eine Frage in den Spiegel: Warum kommt dieses Pferd gerade jetzt in mein Leben? Doch wählt behutsam die Größe eures Spiegels. Sicher hat uns auch das Detail eines Taschenspiegels einiges aufzudecken. Doch so ein Hallenspiegel zeigt uns in unserer wahren Pracht und Größe; egal welchen Maßstab wir ansetzen, es kommt auf den Blickwinkel an. Meine Neugierde auf all die Hintergründe und Fragen brachten mich zum „Horse-Dancing“ ins Barockreitzentrum von Elke Wedig in Heimsheim. Nun habe ich ja meinen objektiven Blick auf Äußerlichkeiten, wie z.b. geht das Pferd taktrein, ist es schief u.a. durch all die Reit- und Trainerlehrgänge geschult. Durch die Physiotherapie spürt man auch ins Innere, nimmt Schmerz, Angst und Anspannungen wahr. Es hilft mir dabei immer der Blick in die Augen des Pferds. Lachen sie noch oder haben sie sich resigniert verschleiert? Durch das Auge blickt man bis ins Herz der Kreatur. Doch bei der pferdegestützten Persönlichkeitsentwicklung geht es noch tiefer. Ich durfte erleben, wie die Pferde bewusste oder auch unbewusste Themen des Menschen reflektieren. Das können verdrängte Gefühle wie ungelöste Probleme, unterdrückte Zweifel, unbewusste Einstellungen, aber auch noch unentdeckte Talente und Sehnsüchte sein. Und wenn man sich dann die Zeit nimmt und den Pferden ganz achtsam „zuhört“, dann kann einem schon mal das Herz aufgehen und so manche Frage beantwortet sich von selbst: von wegen – warum hat der Mensch das Pferd. – Danke Jaco!

Sie zeigen uns mit ihrer magischen Ur-Weisheit ganz klar, wo unsere Stärken und Schwächen sind, und wo wir uns weiterentwickeln sollen.

Ich hatte dabei zwei besonders schöne Begegnungen. Man wies mir zwei Esel zu. Ich begann sie mit meiner Fröhlichkeit aufzuwecken und sie beantworteten das mit ungewöhnlicher Spiel- und Bewegungsfreude. Man sah sie von außen angeblich „schweben“. Und ich? Mir kam der Gedanke, vom inneren, alten, sturen Esel, den man doch öfters überwinden sollte.

Dann noch ein weißes Minishetty namens Snow. So strubbelig, so stakselig, so wenig Athlet, wie ich mir ein Pferd eigentlich wünsche. Doch diese tiefschwarzen Kulleraugen. Sie sagten mir was vom Urpferd, von seiner Klarheit, von seiner Freundschaft ohne Macht und Manipulation, voller Sanftmut und Vertrauen. Diesen Ausdruck haben nicht mehr viele Pferdeaugen.

Kursleiterin Ulrike Dietmann beeindruckte mich noch mit ihrer Feststellung: Pferdetrainer sind auch wie Künstler, sie haben bereits das fertige Modell vor Augen. Vielleicht ist das für euch auch nachdenkenswert? Schade, dass wir Pferdeleute alle so weit verstreut an einsamen Orten wirken. Wir könnten soviel voneinander lernen. Aber vielleicht ist es ja auch das Schöne, dass wir an so vielen Orten zu finden sind für Pferdemenschen, die nicht nur auf Schnäppchenjagd sind, sondern sich neu orientieren wollen.

Bodenarbeit und Rückentraining mit dem Kappzaum

„Man kann ein Pferd zur Tränke führen,
aber man kann es nicht zwingen, zu trinken.
Man kann einen Menschen an Wissen heranführen,
aber man kann ihn nicht zwingen, zu denken.“
(Terri Shinnaman)

So begannen wir bei herrlichem Frühjahrswetter und einem Glas Sekt zum Saisonauftakt mit dem Kurs: Bodenarbeit und Rückentraining mit dem Kappzaum.
Sehr nett geschrieben ist der Bericht von Elke P., den ich gerne hier anfüge

„Stellt Euch vor, letztes Wochenende kam mein Frauchen Samstag morgens in den Stall gestürmt, schimpfte ein wenig mit meinem isländischen Kollegen, dass er ja selber schuld sei, wenn er daheim bleiben müsse (er hatte sich am Huf verletzt) und dann zog sie mich aus dem Stall mit dem Kommentar, dann dürfte ich halt mal einen Ausflug machen. – Ich wurde verladen und mit dem Hänger ein Stück durch die Gegend geschaukelt, bis nach Kühnhardt zu Stegmüllers. Dort durfte ich dann erst mal einen Paddock beziehen und über den Zaun Bekanntschaft mit einigen Artgenossen schließen. Frauchen verschwand derweil mit ein paar anderen Zweibeinern zu einer „Vorstellungsrunde“. – Muss lustig gewesen sein, denn nach einer Weile kamen sie alle leicht angeheitert wieder (so ein Glas Begrüßungssekt am Morgen hat es offenbar in sich) und dann wurde ich gemeinsam mit drei anderen Pferde-Kollegen auf den nahe gelegenen Reitplatz geführt.

Zunächst mussten wir einfach nur rumstehen, während die Menschen uns der Reihe nach argwöhnisch betrachteten und dabei Begriffe wie „steile Schulter“, „wenig bemuskelt“, „Weidekondition“ und ähnliches fallen ließen. Na prima, da zeigt man sich von seiner besten Seite und dann so was… – Exterieurbeurteilung nennen die das wohl. Anschließend durften wir uns dann aber bei einigen Führübungen die Hufe vertreten, über Stangen und durch Ecken, vorwärts, rückwärts und in Kringeln. Zugegeben, mir war noch nicht immer ganz klar, was ich da sollte – aber das ist auch kein Wunder, denn das war mein erster Ausflug von Zuhause in die Fremde – und so einen Reitplatz bin ich auch nicht gewöhnt. – Nach einer ausgiebigen Mittagspause ging es dann wieder ins besagte Viereck. Manche der Übungen waren mir etwas unheimlich und so versuchte ich, mich dem Ganzen durch schnelles Davonrennen zu entziehen. Petra – der Frau, die auf diesem Platz das Sagen hatte, gefiel das offenbar nicht wirklich und ehe ich mich versah, hatte sie mich am Strick. Ich war zunächst noch aufgeregter, aber Davonrennen schien nicht die gewünschte Lösung zu sein. – Ich machte mehrere Versuche, musste dann aber einsehen, dass ich am Ehesten in Ruhe gelassen wurde, wenn ich einfach nur neben ihr her ging. Später wurden wir dann alle der Reihe nach an die Longe genommen. Die etwas älteren teilnehmenden Pferde zogen dabei recht gleichmäßig ihre Runden, während ich noch immer etwas unschlüssig war, was ich denn nun genau tun sollte. – Abends war ich mir noch nicht ganz sicher, ob das nun ein toller Tag war, oder nicht.

Am nächsten Morgen ging es dann aber wieder auf den Reitplatz und wir begannen erneut mit Führübungen. Diesmal war es richtig spannend, es ging vorwärts und rückwärts über Stangen und durch Gassen hindurch, bis zu einer Übung, die sich „Grill“ nannte. – Dabei handelte es sich um Stangen, über die man klettern sollte, die aber davonrollten, wenn man sie berührte. Faszinierend, wie der teilnehmende Tinker dabei mit seinen Hufen jeden Schritt vorsichtig im Voraus ertastete. Später ging es wieder an die Longe, wobei vor allem die etwas erfahreneren Pferde richtig ins Schwitzen kamen. Das, was sie dort tun mussten, mit Biegen und Schulterheben, schien doch recht anstrengend zu sein. Ich kam altersentsprechend mit deutlich weniger Runden davon, fand es als junges Pferd aber sehr lehrreich, einfach nur da zu stehen und zu beobachten, wie gelassen die anderen diese Übung meisterten. Das Beste kam dann aber am Nachmittag, als die Menschen auf einmal anfingen, sich gegenseitig zu longieren – um ihre Körpersprache zu üben und selbst zu erfahren, wie unsereins sich fühlt, wenn der da innen mit Longe und Peitsche jongliert und mit seiner Aufmerksamkeit sonst wo ist. – Ich konnte den Kopf gar nicht abwenden, so fesselnd war der Anblick. Beim abschließenden selbst wieder longiert werden begriff ich dann endlich, dass ich eigentlich nur im Schritt um Frauchen rumzulaufen brauchte und auf Kommando stehenzubleiben, bzw. auch mal ein paar Runden zu traben. – Ach so!!! – Und dafür die ganze Aufregung vorher? Die älteren Pferde, allen voran der Araber, mussten dagegen 20 Minuten schweißtreibende „Krankengymnastik“ an der Longe hinter sich bringen – da ist es doch ganz schön, selbst noch ein Jungpferd zu sein.

Viel zu schnell waren die zwei Tage Kurs dann auf einmal vorbei. Bei schönstem Wetter, guter Verpflegung und einem individuell auf die einzelnen Teilnehmer abgestimmten Programm – und die Zweibeiner hatten zwischendurch auch immer ihre Theorieeinheiten, was für uns Vierbeiner eine willkommene Pause bedeutete. – Hm, wer weiß, vielleicht steige ich ja doch einmal wieder in den Hänger und lasse mich zu so einem Kurs fahren. – Denn auch im Leben eines Pferdes ist das mal eine spannende Abwechslung zum Alltag – und man lernt auch, besser zu verstehen, was die Menschen eigentlich von einem wollen!“

Viele Grüße von Pageno, 4 Jahre, Haflinger-Mix von Elke P.

Abzeichenjäger

Im April waren wieder die Abzeichenjäger am Zuge. In kleiner aber motivierter Runde bestanden das FN-Wanderreitabzeichen1 sowie den VFD-Geländereiter:

  • Petra S.
  • Bernhard S.
  • Frauke A.
  • Jana G.

Besonders freute mich folgender Eintrag ins Gästebuch:

„… ihr habt alles super ausführlich und wahnsinnig geduldig und praxisbezogen erklärt. Man hatte nie den Eindruck euch zur Last zu fallen – ihr habt uns großmütig familiär aufgenommen. Ich habe ungeheim viel gelernt und danke euch für eure Offenheit und Wissensweitergabe. All eure Tiere spiegeln eure Gastfreundlichkeit und Herzlichkeit wiehernd, schnurrend oder wedelnd wieder!“

Wanderritte am Rothsee, Taubertal und Altmühltal

Eigentlich gelingen uns so Wanderritte immer, man braucht nur:

  • nette, gesprächsfreudige und gleichgesinnte Reiter
  • gute Quartiere für Ross und Reiter
  • herrliches Essen, Futter und WETTER
  • ein gutes Gespür für schöne Wege und nette Mittagsrast
  • eine helfende Hand, einen guten Willen und eine Portion Humor

Dem Feedback unserer Mitreiter nach ist es uns heuer wieder gelungen. Und das Beste: auch wir haben in den Tagen Spaß und Freude an der Gemeinschaft

Bilder Rothsee und Altmühltal

19. Franken- Sternritt in Dinkelsbühl- Lohe

Dinkelsbühl leuchtet (auch) für die Sternreiter

„Nicht nur die Ferienkinder bekommen bei dem Anblick strahlende Augen – auch wir genossen schon den ersten Blick auf den Reiterhof Fraunholz. Dem Ort, wo die vielen Schulpferde zufrieden auf riesigen Weiden grasen und weiter hinten schon die feinsäuberlich aufgereihten Paddocks warteten. Denn der Reiterhof Fraunholz war auch in diesem Jahr wieder der Zielort des traditionellen Sternritts der „Reitstationen zwischen Main und Donau“.

Wanderreiter aus ganz Bayern und aus Baden-Württemberg waren am Himmelfahrts-Wochenende nach Dinkelbühl gekommen. Viele hatten die Woche auch genutzt, um durch die wunderschöne Landschaft zum Ziel zu reiten. Die ersten beiden Plätze in der Streckenwertung gingen dann auch nach Baden-Württemberg, genauer zum VFD-Stammtisch Mainhardter Wald. Es siegten in der Streckenwertung mit 147,7 km das Team aus Irmgard Burkhardt, Tanja und Ewald Schumacher. Nur 3,6 km weniger ritten Heinz und Uschi Baumann. Platz drei belegten Christine und Bruno Radtke mit 134,8 km vor den acht Reitern des „Präsidentenritts“ um den VFD-Bayern-Vorsitzenden Dietmar Köstler und Jutta Poster, die insgesamt 132,7 km mit den Pferden zurücklegten.

Die Ehrung der weitesten Anritte war auch in diesem Jahr wieder ein absolutes Highlight. Denn die Sternreiter ritten in der Abenddämmerung mit brennenden Fackeln in die historische Altstadt von Dinkelsbühl ein, wo sie vom Oberbürgermeister, der Mutter der Marketenderin (die „Amtsträgerin“ war mit Grippe im Bett) und den Jagdhornbläsern um Anton Liesch begrüßt wurden. Da zu dieser Zeit auch das Stadtfest „Dinkelsbühl leuchtet“ stattfand, war die Altstadt voller Besucher, die sich über die Reiter sichtlich freuten.

Am zweiten Sternritt-Tag hatten die Sternreiter dann auch Gelegenheit, ihr reiterliches Geschick und die guten Nerven ihrer Pferde unter Beweis zu stellen. Denn der Reitverein in Lohe hatte zum Orientierungsritt eingeladen. Mehr als 50 Sternreiter und ortsansässige Reiter stellten sich den Herausforderungen und prüfenden Blicken von Petra Stegmüller. Und hier bewahrheitete sich das alte Sprichwort: Die Letzten werden die ersten sein. Es siegte das letzte Team, das auf die Strecke geschickt wurde, nämlich Dominic Helferich und Heike Geißendörfer vor den beiden Vorjahressiegern Peter Stegmüller und Stefan Knoll.

Am dritten Tag ging es dann besinnlich zu. Nach dem Frühstück trafen sich alle Teilnehmer mit ihren Pferden in der großen Reithalle, wo ein gemeinsamer Gottesdienst mit Pferdesegnung stattfand. Die Jagdhornbläser sorgten auch hier für die musikalische Untermalung. Beim anschließenden Weißwurstfrühstück verkündete Elfi Fraunholz dann die gute Nachricht: Auch der Sternritt 2015 wird in Lohe ausgerichtet. Und der Termin steht auch schon fest. Es ist wieder das Himmelfahrts-Wochenende, also der 15.-17. Mai 2015. Wir sehen uns in Lohe!“

Verena Eckert

03.06.14 – Mymoon geht über den Regenbogen

22 Jahre lang waren wir fast täglich zusammen. 18 Jahre lang war er bestrebt sein bestes zu geben. Ich habe mit ihm wunderschöne Erfolge gefeiert und mühelose Ritte in bester Erinnerung. Er hieß bei den Kursteilnehmern: Herr Naseweiß, Professor, Streber

Er trat dem Menschen einfach nur wohlwollend gegenüber (solange sie ihn nicht im Fellwechsel putzten). Ich konnte mich auf ihn verlassen.

Er wurde bei uns geboren, hat nie seinen Stall gewechselt und durfte auf der Weide mit uns sterben. Es war ein Abschied in Etappen, wir wussten: das mit dem Bein, das wird nix mehr- auch nicht noch den Sommer lang.

Es ist furchtbar noch ein „Seelenpferd“ gehen zu lassen- aber es ist unsere Pflicht. Vielen Dank an Doris, die ihm auch in den nicht mehr reitbaren Wochen das Gefühl gab, wichtig und geliebt zu sein!

Mymoon mit Doris
Mymoon mit Doris
Mymoon mit Petra
Mymoon mit Petra