Rückblick 2017

Liebe Freunde und Gäste des Hauses,

pünktlich zum ersten Advent legte sich bei uns ein weißer Schneemantel über die Fluren und verzauberte die Landschaft. Es ist jedes Jahr eine Freude. Ob Mensch, Pferd oder Hund, alle hüpfen und lachen zwischen den Flocken.

Es ist der Moment, wo ich das lästige Hufschuhsuchen vergesse und mich erst kürzlich daran erinnerte, wie wir bei dem Wetter noch vor 5 Jahren Angst hatten, die Pferde fallen am Paddock schon über ihre aufgestollten Stöckelschuhe. Von den Eisklumpen beim reiten ganz zu schweigen. Oder die Überlegung: Schneegrips jetzt schon rein oder erst beim nächsten Beschlag.

Ich hoffe, ihr seid alle gesund und munter durch das Jahr gekommen? Viele von euch haben wir ja persönlich bei uns begrüßt. Wir freuen uns über jeden Einzelnen, egal ob Stammgast, Neuling oder „Wiederauferstandener“. Es ist schön, mit euch in Verbindung zu sein.

Unsere Pferde haben den letzten Winter nicht so gut weggesteckt. Als es mir bewusst wurde, war es schon zu spät. Ich habe zur Ursachenfindung viel Geld ausgegeben: Blutanalysen, Kotproben, Pferdezahnarzt, Selen, Zink und Gladiator. Es waren aber weder die Zähne noch Würmer – es war einfach das zu spät geschnittene Heu. Im Juliheu finden Vollblüter einfach zu wenig Energievorräte. Als die Weidezeit losging, war auch in drei Wochen wieder alles so schön wie sonst.

Bei der Blutprobe bekam ich auch Lerrys Diagnose ECS. Stoffwechselendlage war mir bewusst- aber ein Cushingpferd wollte ich nicht. Nun gut, wir haben uns informiert und beraten und mit hochdosiertem Mineralfutter und einem Mönchspfefferpräparat konnten wir eine verblüffende Verbesserung feststellen. In diesem Rahmen habe ich mit ihm die Equikinetic begonnen. Es ist ewig schade, dass ich keine vorher-nachher Bilder gemacht habe. Ich habe auch nicht mit dieser Wirkung gerechnet. So lernt man dazu- leider ja immer durch die Lehrmeister, unsere Pferde und ihre Besonderheiten.

Unsere Saison begann Mitte März mit dem beliebten Kappzaumtraining. Strahlender Sonnenschein begleitete uns hier, wie auch bei den weiteren Angeboten, wofür ich als Freilandtrainer sehr dankbar bin.

Als die Mücken uns ruhigere Tage bescherten, fuhr ich wieder ein paar Tage zu Tanja Richter vom IPP und lernte was über die Manuellen Therapiemöglichkeiten an den Vordergliedmaßen. Sehr interessante Griffe und Zusammenhänge wurden geschult. Die Heimfahrt verband ich mit ein paar Kundenbesuchen, wo ich das Erlernte gleich ausprobieren konnte. Ich habe so eine Freude damit!

Pferde-Physiotherapie, externe Kurse und Wanderritte führen mich durch so schöne Landstriche in Süddeutschland. Es ist immer wieder erstaunlich, welch idyllische und auch unberührte Ecken unser Land hat. Es liegt an uns und unserem Bewusstsein diese zu erkennen UND zu erhalten.

Gut entwickelt hat sich mein Bemühen um die Reitbegleithundeausbildung in der VFD. Ich habe sogar Telefonkonferenzen gelernt UND auch schätzen gelernt. Doch wirklich schön war dann das persönliche Kennen lernen des Arbeitskreises. Wir haben wirklich was auf die Beine gestellt und werden das nächstes Jahr auch durchführen. Irgendwie hat mich eine Dame im Internet gefunden und ich wurde eingeladen, diese Ausbildung im Rahmen der Consumenta in Nürnberg vor zu stellen. Ich hatte mit Heike und Leni zwei erfahrene Reiter mit guten Hunden, die mir das erzählen leicht machten. Wir waren allesamt zufrieden.

Etwas nachdenklich stimmte mich doch zeitgleich die Sportreiterszene in Halle 11. Faszination Pferd ist der Slogan – ja wirklich, es ist faszinierend was Pferde über sich ergehen lassen. Egal ob im nächtlichen Showprogramm oder in den laufenden Prüfungen. Schäumende, schwitzende, pumpende Pferde mit aufgerissenen Augen oder bereits resigniertem Blick. Sportgeräte, deren Lebensinhalt aus Reithalle, Turnierplatz und Pferdebox besteht! Dafür gibt es und wird es nie eine Rechtfertigung geben!!

In den sozialen Netzwerken gipfelte es für mich über, als die angebliche Dressurqueen IW in einem Interview von Partnerschaft und Demut spricht. Es folgen Videos wie sie in Demut ihren Partner Pferd am Abreiteplatz in Rollkur quält, um Stunden später strahlend und mit Tränen am Siegerpodest zu stehen.

Wie kann man in Demut seinen Partner quälen? Vielleicht habe ich ein falsches Verständnis zu Demut. Ich hinterfrage den Begriff. De und Mut müsste ja: nicht mutig heißen. Aber muss man nicht mutig sein, wenn man von Demut spricht? Man findet auch Hochmut bzw. Arroganz als Gegenpol zur Demut. Das passt für mich besser.

Ich finde ein Zitat von Kurt Albrecht:

„Als wichtige Charaktereigenschaft sollte jeder Reiter über ein Quentchen Demut verfügen, das ihn befähigt, im richtigen Augenblick auch einmal von seinem menschlichen Podest herabzusteigen und in das Pferd hineinzuhorchen. Wer sich dagegen jede Frage selbst beantworten kann, wird für jedes Nichtgelingen eine in seinen Rahmen passende Erklärung parat haben.“

Jeder der schon ein junges Pferd ausgebildet hat, lernte dabei, dass man nichts als selbstverständlich annehmen kann. Und wer glaubt, dass er schon viel weiß, wird zu einem Pferd kommen, das ihn lehrt sich zu bescheiden und einfach mal zurückzunehmen. Das System 0-8-15 passt hier vielleicht nicht, man muss die bisherige Ausbildung innerlich loslassen und reflektieren. Der Blick auf sich selbst ist unbequem und tut oftmals weh.

Und da gehört schon eine Menge Mut dazu, sich in Demut zu üben.

Jedes neue Gedankengut (das kann auch ruhig ein „Altes“ sein, da muss kein neuer Guru her.) bietet Chancen. Man wird dabei Fehler machen und das darf auch so sein. Wichtig ist nur, dass man das Getane überdenkt. Nichts zu tun, sich nicht zu trauen, die Schuld woanders zu suchen (Kindheitstrauma als Fohlen, Krankheiten die da sein könnten oder hoffentlich bald kommen, fehlende Infrastruktur, Knechtschaft des Reitersitzes) ist aber auch keine Lösung. Bei einem Lebewesen wie dem Pferd, das konsequente Führung braucht, wird ein „Nichtangriffspakt“ zu neuen Konflikten führen. Das Pferd spürt, wenn man sich „verstellt“ oder nicht in sich selbst ruht. Präsenz ist in dem Zusammenhang auch ein mächtiges Wort. Da muss man als Besitzer schon mal seine Komfortzone verlassen oder sich eben eine kompetente Hilfe suchen.

Da die Pferde bekanntlich im Hier und Jetzt leben, sind sie meist auch nicht nachtragend. Sie nehmen jede Verbesserung ihrer Situation dankbar an. Es ist also selten zu spät, sich für Umwege zu entscheiden.

Diese Gedanken finde ich in folgendem Zitat von Nuno Oliveira schön zusammengefasst:

„Ein so kostbares Wesen wie das Pferd verdient, dass jeder, der es reitet, sein Wesen und seine Fähigkeiten erfasst. Reiten ist eine Schule von Verzicht und Demut. Unter guter Anleitung führt ihre Praxis zu einer höheren Stufe des Menschseins.“

Reiten heißt demnach nicht, vor Publikum nach Erfolgen zu haschen.

Reiten ist für mich der Dialog mit dem Pferd in der Abgeschiedenheit, die Bemühung um gegenseitiges sich Verstehen (die Frage nach dem „Warum“) und um Verbesserung.

Ich muss Verantwortung und Sorgfalt übernehmen, im Natur- und Tierschutz.

Wissen, positives Denken und Respekt gegenüber dem Partner Pferd sind die Schlüsselwörter dazu. Damit wäre allen geholfen. Vor allem den Pferden.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen, ein 2018 in dem Entspannung und Wohlbefinden beim und mit dem Pferd immer mehr Raum haben.

Kurs longieren

Kurswochenende Rückentraining mit dem Kappzaum mit Petra Stegmüller.

Als VFD Wanderrittführer und Longiermuffel meldete ich mich zu einem zweitägigen Kurs zum Rückentraining mit dem Kappzaum bei Petra Stegmüller in Kühnhardt, Mittelfranken an. Große Lust und Neugier bekam ich durch den tollen Bericht „Fit und gesund durch Longieren“ in der aktuellen Ausgabe Pferd & Freizeit 2017 / 1.

Mit eigenem Pferd war der Kurs leider schon ausgebucht (keine Gastboxen mehr frei), aber Petra versprach mir Jimmy, eines ihrer Pferde, für den Kurs zu geben und so machte ich mich am 10. März bei schönstem Vorfrühlingswetter auf die Socken nach Kühnhardt. Am Abend lernten sich bereits alle Teilnehmer kennen, mit dabei waren Tatjana Pittroff mit Wasabi-Haflinger, Sandra Haseneder mit Nando – Haflinger, Sina Maurer mit Carlo – Warmblut, Silke Hartmann mit Aisha – Reitpony, Simone Winter mit Merlin – Welsh-Cob und ich mit Jimmy – Hafi-Mix von Petra.

Erster Kurstag

Nach einer kurzen theoretischen Einführung treffen sich alle Teilnehmer mit ihren Pferden auf dem Reitplatz zum Aufwärmtraining an der Hand. Wir mussten die Pferde z.B. in Stellung führen oder übertreten lassen. Anschließend wird jedes Pferd einzeln von seiner Besitzerin unter kompetenter Anleitung von Petra auf dem Zirkel mit Kappzaum longiert. Sehr schnell erkennt Petra die jeweiligen Baustellen der Pferde und geht präzise auf diese ein.

Jeder Longierer sollte mit Ruhe und der nötigen Energie mit seinem Pferd korrekt in einem fleißigen Tempo in Innenstellung im Schritt und Trab arbeiten. Dabei spielt das Mitgehen des Longierers eine wichtige Rolle, um besser auf das Pferd eingehen zu können. Bei dieser Arbeit werden Pferd und Longierer höchste Konzentration abverlangt. Nach ca. 20 Minuten intensiver Gymnastik pro Pferd wird das Training beendet.

Durch Zuschauen das Auge schulen! Besonderen Wert legt Petra auf das Schulen des eigenen Auges beim Zuschauen. Mit guten Erklärungen zeigt sie uns, wie und woran man erkennt, ob ein Pferd Rechts- oder Linkshänder ist, gut oder schlecht unter den Schwerpunkt tritt oder auf die Schulter fällt. All dies ist wichtig zu erkennen, um gesundheitliche Schäden beim Pferd vorzubeugen, zu minimieren oder auszugleichen. Als mitlaufender Pferdeführer bemerkte ich, wie schwierig es ist, sich absolut auf die richtige und für das Pferd gesunde Stellung, Biegung und das richtige Tempo zu konzentrieren und dabei auf Schwung, Takt und Losgelassenheit zu achten, ohne dabei über die Longe zu stolpern.

Karpfen und Stichpimpuli

Nach einem intensiven Kurstag entführte uns Petra in ein traditionelles Wirtshaus in Feuchtwangen. Dort konnte man u.a. heimischen Karpfen aus der Region genießen und in geselliger Runde den Tag Revue passieren lassen. Anschließend gab es noch ein besonderes Betthupferl, Stichpimpuli – Kräuterlikör für schöne Träume.

Zweiter Kurstag mit Körperband-Arbeit

Man nehme zwei bis drei elastische Bandagen, die man den Pferden normalerweise um die Beine wickelt und fertig ist das Körperband. In einer acht, mit Knoten verbunden um Vor- und Hinterhand gewickelt soll es die Hinterhandaktivität verbessern. Sehr interessant ist zu beobachten wie Nando der Haflinger, der am Vortag etwas schlurfig ging bemerkte, dass er zwei Hinterbeine hat und diese fleißig in Bewegung setzte. Merlin der Welsh-Cob, der zur Hektik neigt, wurde sichtlich ruhiger, ausgelöst durch die Berührung der Bänder, die offensichtlich die Bewusstheit des Körpers wirksam und sehr pferdefreundlich unterstützen.

Mein Fazit

Wie macht man aus einem Longiermuffel einen begeisterten Longierer? Mit einem Kurs, der sehr gut strukturiert ist und mit der richtigen Dosis kompetent geleitet wird. Vielen Dank, ich habe viel gelernt! Besonders gut hat mir gefallen, dass mehr Wert auf die praktischen Übungen gelegt wurde und die nötige Theorie in die Praxis mit einfloss. Es hat großen Spaß gemacht mit gleichgesinnten Menschen in gemütlicher privater Atmosphäre zu lernen. Den Kurs „Rückentraining mit dem Kappzaum“ mit Petra Stegmüller kann ich sehr empfehlen.

Andrea von Kienlin

Dog & Horse 1

Dog & Horse 1

Was ist aus den „flotten Dreiern“ geworden?

Unser mittelfränkisches Pilotprojekt zum Reitbegleithund geht jetzt ins letzte Drittel. Sechs hoch motivierte Dreierteams hatten bereits viel zu üben. Am ersten Kurswochenende wurde der Grundgehorsam überprüft. Schließlich musste sich die erfahrene Hundetrainerin Andrea Braun aus Ansbach erst einmal ein Bild von uns machen. Anfangs war das gar nicht so einfach, weil die Hunde sich ja noch nicht kannten und mehr mit „telefonieren“ beschäftigt waren, als mit unseren Übungsideen. Andrea fand für jedes Paar eine geeignete Aufgabe und kaum hatte man einen Arbeitsplan, konnte man sich auch darauf konzentrieren. Mehr lesen

2014 Zweites Halbjahr

Stangenmikado und Galopparbeit

Auch diese Kurse brachten bei schönstem Wetter die Leute zum Strahlen. Diesmal auch mit Unterstützung zweier VFD- Praktikanten, die sich freuten, auch mitmachen und sich einbringen zu können. Es ist immer wieder erstaunlich, was die Reiter anfangs alles befürchten und glauben, dass es nicht geht. Und kaum hat man Anleitung, konzentriert sich und ist einfach ganz präsent bei der Sache und nicht im Alltag, schon klappt es. Schön ist auch, wenn unterschiedliches Können aufeinander trifft. Die einen haben dann ein Vorbild, wie es mal ausschauen kann und die Besseren erinnern sich bestimmt auch an ihre eigenen Anfangsschwierigkeiten.

VFD-Geländehüpferkurse

Fanden wieder beide am Reiterhof Altmühlsee unter der besonnenen Leitung von Stefan Schwarz statt. Im September leider im Regen, aber der Boden war trotzdem gut – und die Gemeinschaft auch. War halt nix für Weicheier

Borkum- Traumurlaub für Reiter, Pferde und Hund

Ein bisschen aufgeregt waren wir diesmal schon! Was machen wir, wenn es stürmt? Wenn die Pferde auf der Fähre Angst bekommen? Alles umsonst ausgedacht. Bei schönstem Sommerwetter setzten wir über. Es war unser bislang schönster Nordsee-Urlaub. Vormittags ritten wir – trotz ausgebuchter Insel – am menschenleeren Sandstrand. Nachmittags badeten wir mit Hund bei 21 Grad Wassertemperatur. Zu sechst zusammensitzen war auch sehr nett und Peter genoss es, der Hahn im Korb zu sein. Nächstes Jahr wollen wir nach Romö- es ist schon gebucht und wir freuen uns darauf.

Wanderreitführer

Im Spätsommer fand dieser Lehrgang im Kleinen statt. Die unterschiedliche Gruppenzusammensetzung war ein Supertest für die Realität des Wanderreitführers. Ein junger Isländer, dem vor allem beim Vorneweggehen noch nicht alles geheuer war. Ein eher gemächlicher Norweger, der als Kinderreitpferd einfach nur brav sein muss. Ein erfahrener Araber, dem eigentlich nichts zu weit und nichts zu schnell ist. Und dazu mein Peter, der diesen Mix nicht unbedingt als Urlaub ansehen konnte. Doch jeder hatte seine Stärken und Schwächen und konnte diese gut einsetzen. Und dabei auch gleich testen, welche Zielgruppe als Kunden für ihn zutreffen.

Wir gratulieren ganz herzlich: Katrin M.
Katja K.
Ute Sch.

Funktionelle Anatomie

Der Spätherbst ist für theorielastige Seminare gut geeignet. Ich hatte sehr wissbegierige und bereits gut vorgebildete Teilnehmerinnen dabei. So konnten wir von den Basics auch gut in die Tiefe gehen. Um zu überprüfen, ob man auch das sieht, von dem wir theoretisch gesprochen haben, ritt jeder zum Schluss einzeln eine kleine Aufgabe und die anderen gaben ihr Urteil dazu ab. Da gehört zum einen ganz schön viel Mut dazu, Kritik zu üben, aber genauso viel Mumm, dies auch auszuhalten. Es war eine tolle Truppe und das regionale Menü im „Deutschen Haus“ zur Belohnung spürt bestimmt noch jeder auf der Zunge. Hier ein persönlicher Teilnehmereindruck:

Wochenende Funktionelle Anatomie Wir meldeten uns für dieses Seminar an, weil wir die unbeschönigte Wahrheit wissen wollten über unsere Pferde. Einige Baustellen waren uns klar, nur konnten wir keine Erklärungen finden, was wir besser oder anders machen können, um unsere Pferde „schön“ und gesund zu reiten. Die Voraussetzungen unserer Pferde waren total verschieden (ein Senior und ein „beste Jahre“), wo sollen wir ansetzen? Also war uns klar, da ist Hilfe nötig, und wir meldeten uns samt Pferdebegleitung an. Die Anreise erfolgte schon am Freitag und unsere beiden „Pferdedamen“ bezogen ihre Box mit erstklassiger Verpflegung samt Paddock am Hof von Petra in Kühnhardt. Am Samstag nach unserem Frühstück legten wir los, wir stellten uns und unsere Pferde ausführlich vor. Dann folgte der erste Teil in Theorie, unter anderem besprachen wir die ethischen Grundsätze des Pferdefreundes der deutschen reiterlichen Vereinigung und der sich daraus resultierenden Verhaltensregeln im Reitsport. Einige gute Buchtipps waren auch dabei.

Im ersten Praxisteil übten wir uns am Exterieur der Pferde, wobei es leichter war, die fremden Pferde zu beurteilen, beim eigenen Pferd schleicht sich nämlich schnell eine gewisse Betriebsblindheit ein. Nachdem wir Kursteilnehmer unsere Beobachtungen weitergegeben hatten, erläuterte Petra uns die restlichen körperlichen Defizite und erklärte immer wieder, warum und woher diese Baustellen am Pferd kommen. Nachmittags ritten wir gemeinsam auf dem Reitplatz, jede Teilnehmerin ritt eine Dressuraufgabe vor, wir anderen schauten die Pferde an, wie sie laufen. Gleich anschließend gaben wir unsere Beobachtungen weiter, und Petra kommentierte und erklärte viel dazu. Ein Beispiel: zu wenig Aktion in der Hinterhand, Pferd fällt auf die Vorhand, am Oberarm entstehen muskuläre Zubildungen.

Ein Samstag vollbepackt mit Infos, ging mit einem leckeren Abendessen in Dinkelsbühl zu Ende. Am Sonntag ging’s weiter mit dem Üben (Krankengymnastik), wir erhielten eine kurze Einführung in die Longenarbeit mit dem Kappzaum, was natürlich viel leichter aussah, als es wirklich war. Der nächste Theorieteil war dann die Anatomie des Pferdes, angelehnt an Gillian Higgins, die mit ihren „bemalten“ Pferden dieses bildlich erklären konnte. Wir lernten auch die neuesten Erkenntnisse über verschiedene Gebisse und ihre Wirkung kennen.

Die letzte Reiteinheit war individuell auf die Probleme des jeweiligen Pferdes zugeschnitten und als Hausaufgabe zu verstehen. Damit hatten wir erstmal genug Input für die nächsten Wochen im heimischen Stall. Unser Abschluss-Fazit: Wir mussten viel aushalten, unsere Fehler wurden uns ohne Beschönigungen klar und unmissverständlich vor Augen gehalten. Wir bekamen so viele wertvolle Informationen und fanden es Super, genau deshalb sind wir nämlich gekommen und hoffen, dass wir in Zukunft unsere Pferde besser reiten können. Wir waren eine tolle Gruppe, die anderen zwei Mädels mit ihren Pferden waren auch so nett, dass wir ein richtiges Superwochenende verbringen konnten. Rafft euch auf, stellt euch den hausgemachten Problemen, lasst euch auf die funktionelle Anatomie ein, es gibt so viele Aha-Effekte zum Wohle des Pferdes!

Es bedanken sich: Uschi + Rabea mit Noelle + Grace

Kreativer Reitunterricht – Trainerfortbildung

So wie wir das Jahr anfingen, haben wir es auch ausklingen lassen! Trotz November hatten wir schönes Wetter und konnten mittags noch draußen essen. Auch dieser Kurs war spannend, hatten wir doch ein gemischtes Bündel an Wissen.

Ulrike macht eigentlich Unterricht für Kinder, hat aber breites Vorwissen. Wir genossen sehr ihre Einstimmungen nach Sally Swift. Verena hat es mehr mit Anfängern oder ängstlichen Reitern zu tun. Hier bestätigte sich wieder mal, dass oft weniger mehr ist. Annette sieht sich mehr als Coach zwischen Pferd und Reiter, will weniger das technische Reiten, sondern dass der Mensch das Spüren und Wahrnehmen lernt. Dazu hatten wir noch eine Wiedereinsteiger – Kundin mit Jungpferd, die sich zum Testen anbot und hier wirklich eine Fülle von Anregungen bekam.

So wie auch untereinander reger Austausch stattfand, wenn auch nicht immer im Konsens – grins. Mich freute sehr das übereinstimmende Feedback zu meiner Arbeit. „wenn ich jemals so einen Unterricht von einem FN-Trainer bekommen hätte, hätte ich mich nie „gezwungen“ gefühlt, nach Alternativen zu suchen.“ Auch das nachreiten lassen meiner Übungen bei den Kunden zuhause, hat wohl viele Aha-Erlebnisse gegeben. Das bestärkt natürlich und motiviert andere am eigenen Wissen teilhaben zu lassen. Wir wollen als Reitausbilder ja eigentlich alle den Schülern weiterhelfen – die Palette dazu hat viele Farben!

 

Vorschau 2015: Reitbegleithund-Ausbildung

Es ist immer wieder interessant, auf welchen Lebensweg uns die Tiere führen. Als ich als Schülerin noch kein Geld für ein Pferd hatte, begleiteten mich Schäferhunde. Damals (ist ja auch schon 35 Jahre her) war noch ein barscher Umgangston mit den Hunden auf den Übungsplätzen und nicht zimperlich im zupacken üblich. Aber: wenn ich dem Hund rief, kam der auch angespurtet. Nun gut, das ist bestimmt wie bei den Pferden auch, ein bisschen rassetypisch. „Want to please you“ ist ja das Motto der Schäferhunde. Nun haben wir in Billy, einen Mischling, der das „dickfellige und distanzlose“ des Labradors mit dem sensiblen Charakter des Setters paart. Eine Herausforderung in den Zeitzwängen des Alltags. Da auch ich mich schon bei Joggern und männlichen Spaziergängern für meine Fellnase entschuldigen musste und der verhasste Satz „der tut nix“ von den Lippen kam, möchte ich das jetzt im kommenden Jahr angehen. Wenn euch das auch interessiert, meldet euch bei mir, ich nutze gerade die Winterpause um ein Kursangebot zu schneidern.

2014 Erstes Halbjahr

Kurs Horsedancing

Schon Binding sagt: „Das Pferd ist dein Spiegel. Es schmeichelt dir nie.“

Was spiegeln sie in unserem Leben?
Oder: Was in uns spiegelt unser Pferd?
Wir haben das eine Pferd nicht ohne Grund – es gibt dafür einen bestimmten Grund.
Das ist unspektakulär, solange es rund läuft – doch sehr aufschlussreich, wenn wir deshalb nach Antworten suchen (müssen).

Eine Frage in den Spiegel: Warum kommt dieses Pferd gerade jetzt in mein Leben? Doch wählt behutsam die Größe eures Spiegels. Sicher hat uns auch das Detail eines Taschenspiegels einiges aufzudecken. Doch so ein Hallenspiegel zeigt uns in unserer wahren Pracht und Größe; egal welchen Maßstab wir ansetzen, es kommt auf den Blickwinkel an. Meine Neugierde auf all die Hintergründe und Fragen brachten mich zum „Horse-Dancing“ ins Barockreitzentrum von Elke Wedig in Heimsheim. Nun habe ich ja meinen objektiven Blick auf Äußerlichkeiten, wie z.b. geht das Pferd taktrein, ist es schief u.a. durch all die Reit- und Trainerlehrgänge geschult. Durch die Physiotherapie spürt man auch ins Innere, nimmt Schmerz, Angst und Anspannungen wahr. Es hilft mir dabei immer der Blick in die Augen des Pferds. Lachen sie noch oder haben sie sich resigniert verschleiert? Durch das Auge blickt man bis ins Herz der Kreatur. Doch bei der pferdegestützten Persönlichkeitsentwicklung geht es noch tiefer. Ich durfte erleben, wie die Pferde bewusste oder auch unbewusste Themen des Menschen reflektieren. Das können verdrängte Gefühle wie ungelöste Probleme, unterdrückte Zweifel, unbewusste Einstellungen, aber auch noch unentdeckte Talente und Sehnsüchte sein. Und wenn man sich dann die Zeit nimmt und den Pferden ganz achtsam „zuhört“, dann kann einem schon mal das Herz aufgehen und so manche Frage beantwortet sich von selbst: von wegen – warum hat der Mensch das Pferd. – Danke Jaco!

Sie zeigen uns mit ihrer magischen Ur-Weisheit ganz klar, wo unsere Stärken und Schwächen sind, und wo wir uns weiterentwickeln sollen.

Ich hatte dabei zwei besonders schöne Begegnungen. Man wies mir zwei Esel zu. Ich begann sie mit meiner Fröhlichkeit aufzuwecken und sie beantworteten das mit ungewöhnlicher Spiel- und Bewegungsfreude. Man sah sie von außen angeblich „schweben“. Und ich? Mir kam der Gedanke, vom inneren, alten, sturen Esel, den man doch öfters überwinden sollte.

Dann noch ein weißes Minishetty namens Snow. So strubbelig, so stakselig, so wenig Athlet, wie ich mir ein Pferd eigentlich wünsche. Doch diese tiefschwarzen Kulleraugen. Sie sagten mir was vom Urpferd, von seiner Klarheit, von seiner Freundschaft ohne Macht und Manipulation, voller Sanftmut und Vertrauen. Diesen Ausdruck haben nicht mehr viele Pferdeaugen.

Kursleiterin Ulrike Dietmann beeindruckte mich noch mit ihrer Feststellung: Pferdetrainer sind auch wie Künstler, sie haben bereits das fertige Modell vor Augen. Vielleicht ist das für euch auch nachdenkenswert? Schade, dass wir Pferdeleute alle so weit verstreut an einsamen Orten wirken. Wir könnten soviel voneinander lernen. Aber vielleicht ist es ja auch das Schöne, dass wir an so vielen Orten zu finden sind für Pferdemenschen, die nicht nur auf Schnäppchenjagd sind, sondern sich neu orientieren wollen.

Bodenarbeit und Rückentraining mit dem Kappzaum

„Man kann ein Pferd zur Tränke führen,
aber man kann es nicht zwingen, zu trinken.
Man kann einen Menschen an Wissen heranführen,
aber man kann ihn nicht zwingen, zu denken.“
(Terri Shinnaman)

So begannen wir bei herrlichem Frühjahrswetter und einem Glas Sekt zum Saisonauftakt mit dem Kurs: Bodenarbeit und Rückentraining mit dem Kappzaum.
Sehr nett geschrieben ist der Bericht von Elke P., den ich gerne hier anfüge

„Stellt Euch vor, letztes Wochenende kam mein Frauchen Samstag morgens in den Stall gestürmt, schimpfte ein wenig mit meinem isländischen Kollegen, dass er ja selber schuld sei, wenn er daheim bleiben müsse (er hatte sich am Huf verletzt) und dann zog sie mich aus dem Stall mit dem Kommentar, dann dürfte ich halt mal einen Ausflug machen. – Ich wurde verladen und mit dem Hänger ein Stück durch die Gegend geschaukelt, bis nach Kühnhardt zu Stegmüllers. Dort durfte ich dann erst mal einen Paddock beziehen und über den Zaun Bekanntschaft mit einigen Artgenossen schließen. Frauchen verschwand derweil mit ein paar anderen Zweibeinern zu einer „Vorstellungsrunde“. – Muss lustig gewesen sein, denn nach einer Weile kamen sie alle leicht angeheitert wieder (so ein Glas Begrüßungssekt am Morgen hat es offenbar in sich) und dann wurde ich gemeinsam mit drei anderen Pferde-Kollegen auf den nahe gelegenen Reitplatz geführt.

Zunächst mussten wir einfach nur rumstehen, während die Menschen uns der Reihe nach argwöhnisch betrachteten und dabei Begriffe wie „steile Schulter“, „wenig bemuskelt“, „Weidekondition“ und ähnliches fallen ließen. Na prima, da zeigt man sich von seiner besten Seite und dann so was… – Exterieurbeurteilung nennen die das wohl. Anschließend durften wir uns dann aber bei einigen Führübungen die Hufe vertreten, über Stangen und durch Ecken, vorwärts, rückwärts und in Kringeln. Zugegeben, mir war noch nicht immer ganz klar, was ich da sollte – aber das ist auch kein Wunder, denn das war mein erster Ausflug von Zuhause in die Fremde – und so einen Reitplatz bin ich auch nicht gewöhnt. – Nach einer ausgiebigen Mittagspause ging es dann wieder ins besagte Viereck. Manche der Übungen waren mir etwas unheimlich und so versuchte ich, mich dem Ganzen durch schnelles Davonrennen zu entziehen. Petra – der Frau, die auf diesem Platz das Sagen hatte, gefiel das offenbar nicht wirklich und ehe ich mich versah, hatte sie mich am Strick. Ich war zunächst noch aufgeregter, aber Davonrennen schien nicht die gewünschte Lösung zu sein. – Ich machte mehrere Versuche, musste dann aber einsehen, dass ich am Ehesten in Ruhe gelassen wurde, wenn ich einfach nur neben ihr her ging. Später wurden wir dann alle der Reihe nach an die Longe genommen. Die etwas älteren teilnehmenden Pferde zogen dabei recht gleichmäßig ihre Runden, während ich noch immer etwas unschlüssig war, was ich denn nun genau tun sollte. – Abends war ich mir noch nicht ganz sicher, ob das nun ein toller Tag war, oder nicht.

Am nächsten Morgen ging es dann aber wieder auf den Reitplatz und wir begannen erneut mit Führübungen. Diesmal war es richtig spannend, es ging vorwärts und rückwärts über Stangen und durch Gassen hindurch, bis zu einer Übung, die sich „Grill“ nannte. – Dabei handelte es sich um Stangen, über die man klettern sollte, die aber davonrollten, wenn man sie berührte. Faszinierend, wie der teilnehmende Tinker dabei mit seinen Hufen jeden Schritt vorsichtig im Voraus ertastete. Später ging es wieder an die Longe, wobei vor allem die etwas erfahreneren Pferde richtig ins Schwitzen kamen. Das, was sie dort tun mussten, mit Biegen und Schulterheben, schien doch recht anstrengend zu sein. Ich kam altersentsprechend mit deutlich weniger Runden davon, fand es als junges Pferd aber sehr lehrreich, einfach nur da zu stehen und zu beobachten, wie gelassen die anderen diese Übung meisterten. Das Beste kam dann aber am Nachmittag, als die Menschen auf einmal anfingen, sich gegenseitig zu longieren – um ihre Körpersprache zu üben und selbst zu erfahren, wie unsereins sich fühlt, wenn der da innen mit Longe und Peitsche jongliert und mit seiner Aufmerksamkeit sonst wo ist. – Ich konnte den Kopf gar nicht abwenden, so fesselnd war der Anblick. Beim abschließenden selbst wieder longiert werden begriff ich dann endlich, dass ich eigentlich nur im Schritt um Frauchen rumzulaufen brauchte und auf Kommando stehenzubleiben, bzw. auch mal ein paar Runden zu traben. – Ach so!!! – Und dafür die ganze Aufregung vorher? Die älteren Pferde, allen voran der Araber, mussten dagegen 20 Minuten schweißtreibende „Krankengymnastik“ an der Longe hinter sich bringen – da ist es doch ganz schön, selbst noch ein Jungpferd zu sein.

Viel zu schnell waren die zwei Tage Kurs dann auf einmal vorbei. Bei schönstem Wetter, guter Verpflegung und einem individuell auf die einzelnen Teilnehmer abgestimmten Programm – und die Zweibeiner hatten zwischendurch auch immer ihre Theorieeinheiten, was für uns Vierbeiner eine willkommene Pause bedeutete. – Hm, wer weiß, vielleicht steige ich ja doch einmal wieder in den Hänger und lasse mich zu so einem Kurs fahren. – Denn auch im Leben eines Pferdes ist das mal eine spannende Abwechslung zum Alltag – und man lernt auch, besser zu verstehen, was die Menschen eigentlich von einem wollen!“

Viele Grüße von Pageno, 4 Jahre, Haflinger-Mix von Elke P.

Abzeichenjäger

Im April waren wieder die Abzeichenjäger am Zuge. In kleiner aber motivierter Runde bestanden das FN-Wanderreitabzeichen1 sowie den VFD-Geländereiter:

  • Petra S.
  • Bernhard S.
  • Frauke A.
  • Jana G.

Besonders freute mich folgender Eintrag ins Gästebuch:

„… ihr habt alles super ausführlich und wahnsinnig geduldig und praxisbezogen erklärt. Man hatte nie den Eindruck euch zur Last zu fallen – ihr habt uns großmütig familiär aufgenommen. Ich habe ungeheim viel gelernt und danke euch für eure Offenheit und Wissensweitergabe. All eure Tiere spiegeln eure Gastfreundlichkeit und Herzlichkeit wiehernd, schnurrend oder wedelnd wieder!“

Wanderritte am Rothsee, Taubertal und Altmühltal

Eigentlich gelingen uns so Wanderritte immer, man braucht nur:

  • nette, gesprächsfreudige und gleichgesinnte Reiter
  • gute Quartiere für Ross und Reiter
  • herrliches Essen, Futter und WETTER
  • ein gutes Gespür für schöne Wege und nette Mittagsrast
  • eine helfende Hand, einen guten Willen und eine Portion Humor

Dem Feedback unserer Mitreiter nach ist es uns heuer wieder gelungen. Und das Beste: auch wir haben in den Tagen Spaß und Freude an der Gemeinschaft

Bilder Rothsee und Altmühltal

19. Franken- Sternritt in Dinkelsbühl- Lohe

Dinkelsbühl leuchtet (auch) für die Sternreiter

„Nicht nur die Ferienkinder bekommen bei dem Anblick strahlende Augen – auch wir genossen schon den ersten Blick auf den Reiterhof Fraunholz. Dem Ort, wo die vielen Schulpferde zufrieden auf riesigen Weiden grasen und weiter hinten schon die feinsäuberlich aufgereihten Paddocks warteten. Denn der Reiterhof Fraunholz war auch in diesem Jahr wieder der Zielort des traditionellen Sternritts der „Reitstationen zwischen Main und Donau“.

Wanderreiter aus ganz Bayern und aus Baden-Württemberg waren am Himmelfahrts-Wochenende nach Dinkelbühl gekommen. Viele hatten die Woche auch genutzt, um durch die wunderschöne Landschaft zum Ziel zu reiten. Die ersten beiden Plätze in der Streckenwertung gingen dann auch nach Baden-Württemberg, genauer zum VFD-Stammtisch Mainhardter Wald. Es siegten in der Streckenwertung mit 147,7 km das Team aus Irmgard Burkhardt, Tanja und Ewald Schumacher. Nur 3,6 km weniger ritten Heinz und Uschi Baumann. Platz drei belegten Christine und Bruno Radtke mit 134,8 km vor den acht Reitern des „Präsidentenritts“ um den VFD-Bayern-Vorsitzenden Dietmar Köstler und Jutta Poster, die insgesamt 132,7 km mit den Pferden zurücklegten.

Die Ehrung der weitesten Anritte war auch in diesem Jahr wieder ein absolutes Highlight. Denn die Sternreiter ritten in der Abenddämmerung mit brennenden Fackeln in die historische Altstadt von Dinkelsbühl ein, wo sie vom Oberbürgermeister, der Mutter der Marketenderin (die „Amtsträgerin“ war mit Grippe im Bett) und den Jagdhornbläsern um Anton Liesch begrüßt wurden. Da zu dieser Zeit auch das Stadtfest „Dinkelsbühl leuchtet“ stattfand, war die Altstadt voller Besucher, die sich über die Reiter sichtlich freuten.

Am zweiten Sternritt-Tag hatten die Sternreiter dann auch Gelegenheit, ihr reiterliches Geschick und die guten Nerven ihrer Pferde unter Beweis zu stellen. Denn der Reitverein in Lohe hatte zum Orientierungsritt eingeladen. Mehr als 50 Sternreiter und ortsansässige Reiter stellten sich den Herausforderungen und prüfenden Blicken von Petra Stegmüller. Und hier bewahrheitete sich das alte Sprichwort: Die Letzten werden die ersten sein. Es siegte das letzte Team, das auf die Strecke geschickt wurde, nämlich Dominic Helferich und Heike Geißendörfer vor den beiden Vorjahressiegern Peter Stegmüller und Stefan Knoll.

Am dritten Tag ging es dann besinnlich zu. Nach dem Frühstück trafen sich alle Teilnehmer mit ihren Pferden in der großen Reithalle, wo ein gemeinsamer Gottesdienst mit Pferdesegnung stattfand. Die Jagdhornbläser sorgten auch hier für die musikalische Untermalung. Beim anschließenden Weißwurstfrühstück verkündete Elfi Fraunholz dann die gute Nachricht: Auch der Sternritt 2015 wird in Lohe ausgerichtet. Und der Termin steht auch schon fest. Es ist wieder das Himmelfahrts-Wochenende, also der 15.-17. Mai 2015. Wir sehen uns in Lohe!“

Verena Eckert

03.06.14 – Mymoon geht über den Regenbogen

22 Jahre lang waren wir fast täglich zusammen. 18 Jahre lang war er bestrebt sein bestes zu geben. Ich habe mit ihm wunderschöne Erfolge gefeiert und mühelose Ritte in bester Erinnerung. Er hieß bei den Kursteilnehmern: Herr Naseweiß, Professor, Streber

Er trat dem Menschen einfach nur wohlwollend gegenüber (solange sie ihn nicht im Fellwechsel putzten). Ich konnte mich auf ihn verlassen.

Er wurde bei uns geboren, hat nie seinen Stall gewechselt und durfte auf der Weide mit uns sterben. Es war ein Abschied in Etappen, wir wussten: das mit dem Bein, das wird nix mehr- auch nicht noch den Sommer lang.

Es ist furchtbar noch ein „Seelenpferd“ gehen zu lassen- aber es ist unsere Pflicht. Vielen Dank an Doris, die ihm auch in den nicht mehr reitbaren Wochen das Gefühl gab, wichtig und geliebt zu sein!

Mymoon mit Doris
Mymoon mit Doris
Mymoon mit Petra
Mymoon mit Petra

2013 Zweites Halbjahr

Geländehüpfer in Gunzenhausen

Etwas kurzfristig angemeldet, fand dieser Tag doch wieder großen Anklang. Stefan Schwarz kennt nun zum Teil schon die Pferd-Reiter-Kombinationen und kann diese super weiterfördern. Mit seiner souveränen Art strahlt er die nötige Ruhe und Zuversicht aus, um eventuelles Zögernwollen des Reiters gar nicht aufkommen zu lassen.

Wetter und Essen hat auch gut gepasst, so fuhren wir alle wieder nach einem gelungenen Tag erfreut heim.
Natürlich stehen die Termine für 2014 schon: 29.6. und 21.9.14

FN-Abzeichenjäger September zusammen mit VFD-Geländereiter

Hier ein Bericht der VFD-Prüferin Verena Eckert:

Erste gemeinsame FN/VFD-Prüfung in Mittelfranken

Der Abzeichenjäger-Kurs am Wanderreiterstützpunkt von Petra und Peter Stegmüller im mittelfränkischen Kühnhardt wird seinem Namen schon immer absolut gerecht. Mit den FN-Prüfungen Basispass, Zertifikat Bodenschule, Deutscher Reitpass und Wanderreitabzeichen Stufe 1 konnten die Teilnehmer in dem fünftägigen Kurs schon immer eine ganze Menge Urkunden und Abzeichen sammeln. Seit dem September 2013 ist nun auch die Jagd auf die VFD-Abzeichen, genauer gesagt den VFD-Geländereiter eröffnet. Und gleich im ersten Kurs entschieden sich alle Teilnehmer dafür, sich auch der VFD-Prüfung zu stellen. Eine Reiterin wurde sogar extra aus diesem Grund VFD-Mitglied. Diese Motivation hat mich als Prüferin dieser ersten gemeinsamen VFD-/FN-Prüfung sehr gefreut!

Wie nicht anders zu erwarten war, waren alle Teilnehmerinnen in der Theorie super fit. Während die FN-Prüfer Kurt Vicedom und Annette Vollet sich noch kurz mit der Ausbilderin besprachen, beteten die drei Reiterinnen zur Übung noch mal die Anatomie der Pferde herunter. Ich hab einfach zugehört und mich gefreut, wie viel Wissen die Drei erworben hatten. Dann folgte die Basispass-Prüfung der FN-Kollegen und wir sattelten die Pferde für den Ausritt. Im Gelände stellen die Prüfungsordnungen beider Verbände sehr ähnliche Anforderungen. Mir persönlich waren die aktive Mitarbeit in der Gruppe (Handzeichen weitergeben usw.) sowie die praktisch demonstrierte Erste-Hilfe sehr wichtig, weswegen ich auch einen Unfall simulierte und von den angehenden Geländereiterinnen sehr gut versorgt wurde. Aber auch die Aufgaben, die die FN-Prüfer stellten, waren sehr sinnvoll und passten auch gut zu den VFD-Anforderungen.

Auf dem Reitplatz entspricht die Reitprüfung der VFD den Anforderungen des Wanderreitabzeichens Stufe 1. Pferde und Reiter zeigten großes Engagement und konnten auch diesen Prüfungspunkt erfolgreich abschließen.

In der Geländereiter- bzw. Reitpass-Theorie gingen dann die Verbände zwar nicht inhaltlich, aber methodisch unterschiedliche Wege. Während die FN-Prüfer die Gruppe mündlich prüften, mussten sie für unsere VFD-Prüfung einzeln einen Fragebogen ausfüllen. Wie nicht anders zu erwarten war, waren alle drei Abzeichenjägerinnen hier absolut sattelfest.

Und so freut es mich, drei neuen VFD-Geländereiterinnen gratulieren zu dürfen: Elke Lamberts, Janine Schulz und Katrin Schulz. Ihnen, ihrer Ausbilderin Petra Stegmüller und den beiden FN-Prüfern vielen Dank für die sehr angenehme Prüfung!

Ritt im Altmühltal

Bei herrlichem Wetter konnten wir in Großnottersdorf wieder die Saison ausklingen lassen. Es war ein sehr angenehmes Reiten in einer auch abends noch lustigen Truppe.

Ein Mitreiter schwelgte: „das war mein schönster Urlaub heuer“. Sowas geht natürlich runter wie Öl. Aber was braucht es mehr? Schöne Reitwege, gutes Essen, prima Unterkunft, lustige und erfahrene Mitreiter bei passablem Wetter.

Mit meiner Schwägerin Doris teilte ich mir Reitspass mit Paolo und Hundesitting von Billy. So kam jeder auf seine Kosten- Super!

Ich freu mich schon aufs nächste Jahr!

Kursbericht Galopparbeit von Simone Schragner

Gerne bin ich auf dem Hof von Petra und Peter Stegmüller zu Gast. Und so freute ich mich schon sehr auf den Lehrgang Galopparbeit, denn ich wollte den Defiziten auf den Grund gehen, die bei meiner Stute und mir gerade in der schönsten Gangart leider zu spüren sind.

Am Samstag den 12.10. kamen wir morgens im vertrauten Kühnhardt an. Nach einer herzlichen Begrüßung waren die Pferde schnell untergebracht, versorgt und das Gepäck ausgeladen. Anschließend saßen wir bei einer Tasse Kaffee in angenehm kleiner Runde mit 4 Teilnehmern in der gemütlichen Küche zusammen, stellten uns erst einmal vor und beschrieben die Hintergründe, warum wir uns für diesen Kurs entschieden haben:

Was fällt uns im Galopp schwer? Liegt es am Pferd, durch Blockaden, mangelnde Kraft?
Oder am Reiter durch falsche Hilfengebung, mangelnde Koordination in der schwungvollen Gangart, oder sogar ängstliches Verhalten?

Gründe gibt es viele, und so erörterten wir erst einmal den Galopp selbst: wie ist die Definition, welche Tempi gibt es, welche Taktfolgen – richtige und falsche – welche Muskulatur arbeitet und wann arbeitet sie richtig?

Und wie sieht der richtige Reitersitz aus? Welche Fehler können passieren und woran liegt das?

Dann ging es raus auf den Reitplatz und die Ist-Situation wurde erst einmal analysiert. Pumpt der Reiter beim angaloppieren, klemmt er, schiebt er im Sprung, gibt er bei Angaloppieren die richtige Hilfe? Wie verhält sich das Pferd: kraftlos, auf welcher Seite galoppiert es lieber, welche Seite fällt ihm schwer, stampft es in den Boden, sind Takt und Fußfolge richtig, sind die Sprünge gleichmäßig?

Dann begannen wir mit Entspannungs- und Koordinationsübungen auf dem Pferd, um selber die Anspannung zu verlieren, Bewegungen bewusster wahrzunehmen und mehr Koordinationsgefühl zu entwickeln.

Im Anschluss zeigte uns Petra eine Reihe von Übungen, die wir alle leicht nachreiten können und die richtig ausgeführt folgende Ziele anstreben: Seitengänge zum gezielten Umlasten und Reaktion auf den Schenkel und zum Erkennen, wann welches Hinterbein unter den Schwerpunkt tritt und Last aufnimmt, sowie Übungen mit vielen Übergängen, die die Kraft entfalten.

Nachmittags, nach einem reichhaltigen Essen in der Kühnhardter Wirtschaft, erörterten wir die Erkenntnisse aus dem Vormittag und fassten schriftlich die gerittenen Übungen zusammen, bevor es anschließend wieder in die Praxis auf dem Reitplatz ging.

Der Lehrgang war in vier Theorie- und vier Praxiseinheiten aufgeteilt, je 1x Theorie + Praxis am Vormittag und 1x am Nachmittag. Am zweiten Tag wurde das Thema weiter vertieft, die Praxisübungen wurden mit Cavaletti und Springübungen erweitert und richtig anspruchsvoll! Umso fantastischer waren dann die deutlichen Fortschritte der einzelnen Teilnehmer und Pferde zu sehen: der Trakehner galoppierte endlich links an, nachdem die Teilnehmerin ohne Bügel ritt, der Araber (Marke Herr Professor) meisterte mit seiner Reiterin jede noch so schwierige Übung mit Präzision und einer Souveränität, als würden die beiden in ihrem Leben nichts anderes machen, und der Warmblüter konnte seine Reiterin von seiner Gutmütigkeit und seinem Fleiß endlich überzeugen, als er sie brav und mit einer Leichtigkeit galoppierend durch die Übungen trug, die sie ihm gar nicht zugetraut hätte. Und meine spanische Stute und ich galoppierten im Leben noch nicht so viel wie an diesem Wochenende – obwohl sich in der letzten Stunde dann doch ihr schmerzender Rücken wieder bemerkbar machte – wir müssen eben noch viel an der Kraft arbeiten! Aber mit den Übungen, die Petra uns in diesem Kurs vermittelte, haben wir das notwendige Handwerkszeug, um daheim zu arbeiten und weiter vorwärts zu kommen.

Insgesamt war der Kurs für alle Teilnehmer ein sehr lehrreiches und erfolgreiches Erlebnis. Jeder nimmt für sich viele Erkenntnisse mit, um selbstständig weiter an sich und mit seinem Pferd arbeiten zu können.

Und sehr viel Spaß hatten wir natürlich auch – selbst bei der ersten Praxisstunde im Dauerregen! Dazu trugen die familiäre Atmosphäre auf dem Hof, Peters sonnige Witze und die ganz hervorragende kulinarische Betreuung bei.

Vielen Dank für diesen tollen Lehrgang! Ich freue mich schon auf den nächsten Aufenthalt bei Euch!

Der Zug der Kraniche

Ich habe schon viele Wildtiere gesehen- Delfine, Wale, Wildpferde u.a.m. Aber noch keine Kraniche trompeten hören.

Also sind wir Ende Oktober zum heuer dritten Mal in den Norden bei Bremerhaven gefahren. Ich weiß auch nicht, aber irgendwie zieht es mich an die Nordsee. Der NABU lenkt die Besucher sehr geschickt und auch tierfreundlich zu den Beobachtungsplätzen. In Begleitung eines Rangers bezogen wir zur Dämmerung den Aussichtssturm. Dort saßen alle dick eingemummelt, mit Ferngläsern, Fotoapparaten und Spektiv und warteten gespannt mit dem Blick ins Moor. Als man die ersten Kraniche trompeten hörte und ihren Landeanflug beobachtete, war das echt schaurig. Der Mond scheinte auf das glitzernde Moor und seine Seen. Dann kamen immer mehr, in versch. Formationen angeflogen. Die Luft war direkt kranichgeschwängert. Tags drauf fuhren wir mit dem Planwagen zu den Fressplätzen. Für irgendwas muss der irre Maisanbau ja gut sein – für die Kraniche jedenfalls eine fette Mahlzeit.

Mit Billy fuhren wir noch nach Butjadingen, um die See im Herbst zu riechen. Der Hund hat einfach überall Spaß wo Wasser ist, egal wie kalt. In den Fischrestaurants war es richtig gemütlich und alle Leute genossen die letzten schönen Herbsttage.

Mit dem Eindruck von 25000 Kranichen fuhren wir wieder heim. Tage später entdeckte ich auf der Fahrt zum Pferde behandeln auch einen Zug Kraniche. Im Radio kam dann, dass am Rothsee 8000 Kraniche Rast machten.

Horse-Dancing

Hieß ein Seminar, das ich in Heimsheim am Barockreitzentrum besuchte. Die Eindrücke könnt ihr ja zum Jahreswechsel lesen. Unvergesslich bleibt mir u.a. eine Reitstunde mit PRE Habanero. Im spanischen Schritt durch eine mit Kronleuchtern erhellte Nobelreithalle – das hatte ich auch noch nicht. Und ein Pferd, das unter dir verschwindet im Kompliment.

Kursbericht Stangenmikado am 05./06.10.2013 auf dem Meierhof in Gelting

Voll gespannter Erwartung, hochmotiviert und auch etwas aufgeregt starteten wir im Oktober in den zweitägigen Kurs „Stangenmikado““.

Für Petra diesmal keine leichte Aufgabe: wir waren zwar diesmal nur 5 Pferde und Reiterinnen, jedoch mit den unterschiedlichsten Voraussetzungen: vom gut ausgebildeten, erfahrenen Pferd über Jungspunde mit wenig Erfahrung hin zu verletzungsbedingtem Handicap sowie erfahreneren, unerfahreneren, mehr oder weniger mutigen bzw. ängstlichen Reiterinnen war alles dabei! Hier hat sich Petras große Erfahrung gezeigt, innerhalb kürzester Zeit hat sie erkannt, wo die Stärken und Schwächen jedes einzelnen Pferd-Reiter-Paares liegen und die Anforderungen individuell an Niveau/Können der Reiter und den Ausbildungsstand der Pferde angepasst.

Angefangen mit Theorie ging es recht schnell in die Praxis mit Übungen zu Lininenführung, Takt, Rhythmus, leichtem Sitz und natürlich Stangen in allen möglichen Variationen: zunächst noch am Boden, später auch als Cavaletti oder kleine Kreuze – alles inklusive Spaßfaktor! Im Laufe des Kurses konnten wir uns so in strukturierten, abwechslungsreichen Reiteinheiten von den ersten Basisübungen hin zu ganzen Aufgaben verbessern. Trotz kaltem und teilweise regnerischem Wetter kamen Pferd und Reiter dabei eher ins Schwitzen als ins Frieren! Abgerundet durch „Beweisaufnahmen“ mit der Videokamera konnte sich jeder selbst nochmal ansehen und nachvollziehen, was Petra zuvor korrigiert hatte – Aha-Erlebnisse garantiert!

Wir und unsere Pferde haben gemeinsam viel gelernt und jede Menge Anregungen bekommen, wie man Trainingseinheiten mit Stangen und kleinen Sprüngen abwechslungsreich selbst gestalten kann. DANKE an Petra für diese 2 spannenden und lehrreichen Tage, in dem sie uns wieder mit viel Wissen, Erfahrung und Humor über die Stangen und zu sowohl mentalen als auch ganz realen kleinen Sprüngen geführt hat!

Patricia Quering

2013 Erstes Halbjahr

Trageerschöpfung

Der Begriff wurde ja von Tanja Richter geprägt und auch in den Seminaren bei ihr gelehrt. Da mir schon viele Pferde mit diesem Erscheinungsbild unter die Finger kamen, hab ich mich in das Thema vertieft. Eine Kursleiterin in der Pfalz ebenso, und so hab ich mich bei ihr mit angemeldet, um zu sehen, was sie draus macht. Wir waren und sind uns dabei einer Meinung und das Seminar wurde ein schöner Austausch, auch durch die betroffenen Pferdebesitzer.

Trageerschöpfung hat ja viele Ursachen und man findet sich da schnell wieder. Im VFD-Jahrbuch hab ich einen Artikel geschrieben und auch gute Resonanz bekommen. Zeitgleich wurde das Thema auch von verschiedenen Fachzeitschriften aufgenommen. Ich hoffe, dass es sich noch mehr rumspricht und ich bei Lösungsansätzen helfen kann. Trageerschöpfung hat ja nichts mit dem Alter zu tun, schon beim falschen Einreiten kann der Grundstein dafür gelegt werden!

Huforthopädie

Lerry ist nun seit über einem Jahr ohne Eisen und die Hufform ist nun endlich wie es sein soll. Kein Stolpern, keine Kurztrittigkeit, kein Schlenkern der Vorderbeine mehr, einfach gesundes abhufen. Das mit den Hufschuhen funktioniert auch ganz gut, aber bequemer für den Reiter sind ganz klar Eisen. Nur mit den jetzigen Erfahrungen geht das gar nicht mehr.

Ich möchte euch dazu ermutigen – einen kundigen Behandler vorausgesetzt!

Das Frühjahr und sein Winterwetter

Als Freilandreitbetrieb hatte ich heuer sehr lange einen Schal und dicke Jacken an, dazu eine kräftige Stimme, die gegen den Wind ankommt. Und besessene Reitschüler, die trotzdem zu den Reitkursen und Wanderritten kamen. Heißer Tee war unser ständiger Begleiter. Erst beim Stangenmikado mussten wir schwitzen, und das nicht nur wegen den persönlichen Herausforderungen bei den Hüpfern. Nebenbei konnte ich unserem Heu beim Trocknen zusehen, da schwitzte es sich gleich leichter.

Die Kurse waren heuer meist super besucht, ich stellte nämlich im Winter fest, dass ich in der Google-Welt nicht mehr so gut zu finden war. Mit ein paar anderen Wörtern und Kniffen sind wir wieder vorne dabei.

Auch die Reiter vom Stationenhopping waren mit dem Wetter ganz schön bedient. Ganz Hartgesottene ließen sich über Ostern doch nochmal Wintergrips einbauen und konnten dann vergnügt durch den Schnee stiefeln.

Unser alter Hund

Am 15.4. hab ich Ouzo einschläfern lassen, es war an der Zeit, ihn gehen zu lassen.

Die 16 gemeinsamen Jahre waren eine lange Zeit und werden uns immer in Erinnerung bleiben. Am 1.6. holten wir aus Cuxhaven einen Setter-Labrador-Welpen den wir Billy tauften. Es ist herrlich, wieder mit einem Hund toben und lachen zu können. Zu lange war das Thema Hund mit Sorgen und Kummer belegt. Jeder weiß, wie viel Zeit man für einen Junghund aufbringen muss – von der Routine des Alten sind wir noch weit entfernt.

1. Mai und Kühnhardts Hahnenbaum

Was in anderen Dörfern Maibaum heißt, ist bei uns der traditionelle Hahnenbaum. An ihm hängt dann auch der Schlegel, der ja auch mit dem Ortsnamen verknüpft ist: Kühnhardt am Schlegel.

Der Hahnenbaum bleibt, einmal aufgestellt, solange stehen, bis er umfällt oder umzufallen droht. Das war nun Ende Januar der Fall. Nach 5 Jahren ist er frühmorgens über die Straße gefallen – nur gut, dass nix passiert ist. Bei uns wird der Baum noch nach alter Tradition von Hand aufgestellt. Dazu braucht man viele Helfer, einen erfahrenen Zimmermann, der das Kommando fährt, tragkräftige „Schwalben“ (je 2 zusammengebundene starke Stangen) und zwei Leiterwägen, die als mobiler Hebeluntersatz dienen.

Und: Zeit, denn das kleine Dorffest muss ja auch ausgiebig gefeiert werden. Im Vorfeld hatten die Frauen 38 Meter Girlanden gebunden, um den 26 Meter hohen Baum zu schmücken. Schön war zu fühlen, dass wirklich alle zusammenhielten und sich über den schönen Baum freuten. Dabei hielt das ganze Dorf wieder vorbildlich zusammen und es waren alle Zwistigkeiten oder Unstimmigkeiten, wie z.B. Windrad ja oder nein, unwichtig. Und das ist ja das Ziel von einem Dorffest – miteinander feiern und ins Gespräch kommen.

Ein neugestaltetes Täfelchen gibt Auskunft:
Früher tanzte die Dorfjugend unterm Baum „den Hahn aus“. Der Schlegel ist Zeichen einer gütigen Einigung mit den Kreßbergern in einem langen Weiderechtstreit. Der auswärtige Schäfer musste alsdann mit seiner Herde umdrehen, wenn er die Spitze des Hahnenbaums sehen konnte.

Der riesige Eichenklotz (Schlegel) hängt schon seit 1784 an dem Hahnenbaum. Früher wurde er im Winter von Ochsen nach Mosbach geschleift, um den Kindern den Schulweg vom Schnee frei zu machen. Nach dem Krieg wurde er als Sühnezeichen bei ehelichen Zwistigkeiten eingesetzt. Widersetzte sich eine Frau ihrem Mann auf ungebührliche Art, so wurde ihr der Schlegel vor die Haustüre gelegt. Der Mann musste den Schlegel dann unter Gespött im Wirtshaus wieder auslösen. Entweder sind die Frauen nun braver geworden oder das Weltbild hat sich geändert – in der Neuzeit wurde er so nicht mehr angewendet, so manch leise Androhung hat es bestimmt gegeben.

17. Sternritt und 40 Jahre VFD

Bericht zum Sternritt mit Geländereiter-Cup und 40 Jahre VFD Bayern vom 7. bis 9. Juni 2013

Mehr als 60 Reiter zog es nach Lohe bei Dinkelsbühl in Mittelfranken. Dort wurde in diesem Jahr der Sternritt der Wanderreitstationen zwischen Main und Donau mit dem 40. Geburtstag der VFD-Bayern verbunden. Gerade diese Geburtstagsparty lockte eine ganze Menge Reiter nach Franken. Das tolle Reitgelände ohne Verbotsschilder, die vielen gastfreundlichen Wanderreitstationen, die netten Menschen und die gute Küche ließen viele der Reiter schon zu Beginn des Treffens den Sternritt fest in ihren Terminkalender nächstes Jahr eintragen.

Als die Pferde versorgt waren, trafen sich die Reiter zum Erfahrungsaustausch bei Countrymusik und leckerem Essen. Am Abend wurden dann die Ehrungen für die Reiter ausgesprochen, die schon mindestens 3 Mal beim Sternritt dabei waren. Nur zwei Reiter waren bei allen 17 Sternritten am Start: Peter Stegmüller aus Kühnhardt und Stefan Knoll aus München. Dessen inzwischen 25 Jahre alte Araberstute Marana ist auch das einzige Pferd, das bisher zu jedem Sternritt von „Reiten zwischen Main und Donau“ gelaufen ist.

Es wurde erstmalig von den Pferdefreunden Dinkelsbühl-Lohe zusammen mit der VFD (Vereinigung der Freizeitreiter und -fahrer in Deutschland) ein Geländereiter-Cup bei dieser Veranstaltung ausgetragen. 44 Teilnehmer meldeten sich am Samstag zu dem anspruchsvollen und spannenden Freizeitreiter-Wettbewerb an. Der Geländereiter-Cup bestand aus den 3 Teilbereichen: Trail-Parcours, Geländestrecke mit Stationen und einer Theorieprüfung. Anhand einer eingetragen Wegstrecke auf der topographischen Karte starteten die Reiter paarweise und trafen auf verschiedene Stationen auf ihrem Weg durch die abwechslungsreiche Landschaft, wo sie körperliche Fitness und Wissen rund ums Pferd unter Beweis stellen mussten. Hierzu gehörten „Gebisse“ ertasten, an einem Seil hochklettern, Auf- und Absteigen vom Pferd in einer vorgegebenen Zeit. Die letzte Aufgabe war dann gut für schöne Bilder – das Durchreiten des Pferdeteichs auf dem Reiterhof Fraunholz, erinnerte so manchen Reiter an die Überschwemmungen, die sie in den Tagen vor dem Sternritt überall beobachten konnten. Nach ca. 18 km waren Pferd und Reiter unfallfrei auf dem Reiterhof angekommen, um hier dann noch einen Trail-Parcours auf dem Reitplatz zu bewältigen. Petra Stegmüller und Franziska Schwab fungierten als Richter, wobei Einwirkung auf das Pferd, Harmonie und Gesamtbild neben der Rittigkeit und dem fehlerfreien Durchreiten des Parcours eine große Rolle spielten. Theoretisches Wissen wurde in einem 20 minütigen Test durch einen Fragebogen geprüft und alle Teilnehmer mussten dies im Zeitalter von internetfähigen Handys gleichzeitig machen, um die Chancengleichheit zu bewahren.

Sieger des Geländereiter-Cups waren Stefan Knoll mit Marana und Peter Stegmüller mit Paolo, auf den 2. Platz kamen Geisendörfer Heike und Zeiher Gudrun, den 3. Platz belegten Bengel Alexandra und Brunner Christine.

Am Abend sattelten die über 60 Teilnehmer des Sternritt-Wochenendes, die aus Baden-Württemberg und Bayern kamen, ihre Pferde für den Fackelritt, der vom Reiterhof ausgehend in die historische Stadt Dinkelsbühl führte. Hier wurden sie dann durch den Oberbürgermeister Dr. Hammer, der Marketenderin und dem Nachwächter begrüßt. Die weitest gerittenen Teilnehmer wurden vom Oberbürgermeister Dr. Hammer geehrt und bekamen ein Erinnerungsgeschenk der Stadt Dinkelsbühl mit auf den Weg. Auch bei dieser Streckenwertung ging der Sieg an Stefan Knoll, der zusammen mit Verena Eckert eine Woche lang durch Mittelfranken nach Lohe geritten ist. Mit Fackeln wurde der Ritt durch die mittelalterliche Stadt zu einem ganz besonderen Erlebnis. Begleitet durch den Solotrompeter, den Alphorn- und Jagdhornbläsern freuten sich auch zahlreiche Zuschauer über die Reiter mit ihren Fackeln und disziplinierten Pferden.

Einen Festgottesdienst mit anschließender Pferdesegnung, gestaltet von Diakon Franz Schindler, war am Sonntag in der Reithalle der festliche und auch sehr feierlichere Abschluss. Der Gottesdienst wurde ebenfalls begleitet durch die Alphorn- und Jagdhornbläsergruppe. Frau Elfi Fraunholz als Vorsitzende bei Reiten zwischen Main und Donau und Dr. Dietmar Köstler als Landesvorsitzender der VFD-Bayern verabschiedeten die Reiter. Adelheid Grell als Vereinsvorsitzende überreichte dann im Namen der VFD-Bayern die Rekener Charta an die Reiter aus Baden-Württemberg. Der VFD-Stammtisch Mainhardter Wald nahm die Grußbotschaften der Reiter und Bürgermeister von Tschechien bis Dinkelsbühl feierlich in Empfang und wird sie weitertragen, so dass sie am letzten Augustwochenende in Reken beim Vereinsjubiläum des VFD-Bundesverbandes die Unterschriftensammlung für das Reiten in der freien Natur ankommen wird.

Reif für die Insel – Galopp über den Meeresboden

Vor vier Jahren waren wir mit den Pferden in St. Peter Ording beim Wattreiten. Heuer luden wir Paolo und Jaco auf und fuhren mit Freunden nach Cuxhaven. Unser Ferienhäuschen lag in einem tollen Ausreitgebiet. Hinterm Haus begann die blühende Küstenheide mit tollen Sandwegen, die uns an „wilde“ Konik- und Heckrinderherden vorbeiführten. Kurz verladen und schon waren wir am Watt bei Sahlenburg. Ein Muss war natürlich der Ritt nach Neuwerk. Entgegen den ganzen Horror-Internetberichten, ging das problemlos.

Wir hatten richtig Urlaub und gaaanz tolle Pferde. Unser kleiner Billy hatte auch seinen Spaß und konnte sogar seine Mama besuchen. Nächstes Jahr: Ostsee?

2012 Zweites Halbjahr

Bericht vom Kurs für Wanderreitführer vom 11./15.08.2012

Kurs zum FN-Wanderreitführer 2012

Wanderritte nicht nur als Teilnehmer zu erleben, sondern auch selber planen und führen zu können – zu diesem Lernziel trafen sich fünf fleißige Kursteilnehmer am 11.08.2012 zu einem fünftägigen Lehrgang bei Petra Stegmüller in Kühnhardt. Aus diversen Ecken Süddeutschlands, zum Teil am Vortag nach Franken angereist, begannen die Teilnehmer zunächst mit einer kurzen Vorstellungsrunde. Sodann folgten die ersten Theorieeinheiten: Trainingslehre, Orientierung, Pädagogik.

Nach einem intensiven Vormittag schwirrte allen der Kopf und so war es Zeit für den ersten Trainingsritt. Teils mit eigenen Pferden, teils mit Leihpferden der Wanderreitstation Stegmüller wurde eine kleine Orientierungsaufgabe rund um Kühnhardt geritten. Hierbei ging es zum einen darum, die zuvor geplante Strecke genau nachzureiten, zum anderen sollten Tempovorgaben eingehalten werden. Dies war gar nicht so leicht! Per GPS wurde das Ergebnis vom Co-Dozenten Carl-Hans im Anschluss überprüft und der Ritt in der Gruppe ausgewertet. Eine abendliche Lehreinheit zum Thema GPS und digitale Karten rundete den ersten Tag ab.

Abritt in Limbach, Reitstation 12
Patriotismus in fränkischer Wüstenluft

Der nächste Tag stand im Zeichen eines Tagesrittes mit auswärtiger Mittagsrast.

Hier gab es einiges vorzubereiten: die Teilnehmer planten die Route nach Ungetsheim und legten die Streckenabschnitte fest, auf denen immer einer aus der Gruppe die Rolle des Rittführers übernahm. Schließlich ging es los! Trotz aller Planung gab es jedoch unterwegs immer wieder Herausforderungen, vor die die Rittführer gestellt wurden. Teilweise waren diese von der Lehrgangsleiterin bewusst eingebaut worden: Wie gehe ich mit „bockigen“ und streitlustigen Teilnehmern um? Was mache ich, wenn sich Teilnehmer nicht an die Anweisungen des Rittführers halten? Was mache ich, wenn Reiter zurückbleiben? Wie verhält man sich bei Stürzen? Welche Maßnahmen sind zu ergreifen, wenn ein Pferd lahmt und nach Hause gebracht werden muss? Wie integriere ich ein neues Pferd in die Gruppe? Teilweise jedoch ergaben sich diese Problemstellungen von ganz alleine: Grabenüberquerungen, Probleme im Zeitmanagement, Begegnungen mit anderen Reitergruppen, erhöhtes Aufkommen an Mähdreschern und Landmaschinen sowie spontane Routenänderungen. Vom Lerneffekt her war dieser Lehrritt außerordentlich ergiebig, da eine noch so umfassende theoretische Ausbildung nicht vollständig auf die Situationen vorbereiten kann, die unterwegs eintreffen können. Es war sehr wichtig, diese – wenn auch geballt – einmal unmittelbar mitzuerleben.

Nach Beendigung des Ritts und Versorgung der Pferde folgte eine Theorieeinheit zum Thema Ausrüstung. Hier hielten die ersten Teilnehmer auch ihre in Vorbereitung auf den Kurs angefertigten Referate zu Themen rund um den Wanderritt. Ein gemeinsames Abendessen rundete den Tag ab. Der Vormittag des dritten Tages stand im Zeichen juristischer Fragen. Verena Eckert klärte zu Haftungsfragen, Aufsichtspflicht und juristischen Fallstricken auf, ohne die Teilnehmer jedoch zu sehr abzuschrecken. Anschließend wurden die Teilnehmer mit geschlossenen Augen zu einem idyllischen Fleck in der Umgebung Kühnhardts gebracht. Dort sollten sie mit Hilfe von Karte und Kompass ihre genaue Position bestimmen, was gar nicht so einfach war, jedoch das Bewusstsein für markante Landschaftspunkte erheblich schärfte. Am Nachmittag folgten weitere Referate und ein kleiner Ausritt. Abends schließlich galt es, den geplanten Zweitagesritt nach Limbach vorzubereiten. Die Route wurde ausgetüftelt, Last-Minute-Anrufe beim Quartier getätigt, das Essen und die Versorgung der Pferde in der Mittagsrast geklärt und die Ausrüstung zusammengestellt.

Geländeschwierigkeit Graben
Feedbackrunde

Der Dienstag war dem ersten Teil des Prüfungsrittes gewidmet.

Mit kleiner Verspätung ritten die Teilnehmer von Kühnhardt zur Mittagsstation nach Birkach, wo Pferde und Reiter ein wohlverdientes Päuschen einlegten. Die Prüferinnen beurteilten hier Kompetenz und Wissen der Prüflinge. Am Nachmittag folgte die nächste Etappe nach Limbach, wo die Gruppe in der Reitstation 12 von Familie Städtler schon erwartet wurde. Die Prüferinnen stellten jedem diverse theoretische Fragen insbesondere in Bezug auf Organisation und Pferdeversorgung, bevor Frau Städtler ein köstliches Abendessen auftischte. Der letzte Kurstag bestand aus dem zweiten Teil des Prüfungsrittes. Nach Vorbereitung der Pferde und ordnungsgemäßem Abritt ritt die Gruppe Richtung Bernau, wo die Mittagsrast stattfinden sollte. Langsam aber stetig kletterte das Thermometer über 30 Grad, was Pferd und Mensch zu schaffen machte.

Als die Prüferinnen mittags zur Gruppe stießen, schwitzten alle bereits, bevor die Theorieprüfung überhaupt angefangen hatte. Sodann gab es auch kleinere Änderungen im geplanten Ablauf, weil auf Grund von Kreislaufbeschwerden der Reiterin in der Folge ein Handpferd mitzuführen war. Dies erledigte Peter Stegmüller, der den Ritt zusammen mit Petra überprüfend begleitete, jedoch souverän. Auf Grund der inzwischen unangenehm heißen Temperaturen wurde die letzte Etappe am Nachmittag zur Strapaze, weshalb die Rittführer den Auftrag bekamen, die Gruppe auf dem schnellsten Weg zurück zum Stall zu bringen. Bei Ankunft waren Pferd und Reiter dann erleichtert und erholten sich bei einem frischen Wasser vom Ritt! Schließlich folgten noch einige abschließende theoretische Fragen der Prüferinnen, bevor es heißen konnte: Alle mit Bravour bestanden!

Insgesamt handelte es sich bei dem Kurs zum FN-Wanderreitführer um sehr lehrreiche, aufschlussreiche Tage, die keiner der Teilnehmer missen möchte! In diesem Sinne: Nochmals vielen Dank, Petra und Peter, Verena und Carl-Hans, die Prüferinnen Frau Diener und Frau Vollet und natürlich an alle, die uns unterwegs so freundlich aufgenommen und bewirtet haben!

Katharina Fenkner

2012 Erstes Halbjahr

Liebe Besucher unserer Site,
das „Bremsen- Sommerloch“ geht nun zur Neige und es ist an der Zeit noch einen ersten Rückblick zu schreiben. Den Winter habe ich für diverse Fortbildungen genutzt, den tatsächlich tiefsten Eindruck vom Pferd bekam ich beim Präparationskurs an der Uni München. Bei Tanja Richter buchte ich noch „Sensomotorik“ um Einblick in die Schmerzleitung zu bekommen, bzw. die therapeutischen Ansätze, dies zu umgehen. Klaus Schöneich besuchte ich bei einem Kurs auf der Alb, und stellte fest, dass er seinen Prinzipien treu geblieben ist, wenn ich auch jetzt aus therapeutischer Sicht, für so manches Problem eine stressfreiere Lösung hätte. Im zeitigen Frühjahr war ich viel auf externen Kursen unterwegs. Pferdemassage und heuer ganz beliebt die „Arbeit am Boden“ mit Longieren und Kappzaum. Ich hatte es dabei wirklich mit den unterschiedlichsten Pferden zu tun und wurde gefordert, den passenden Knopfdruck zu finden, was mir auch gut gelang. Wenn ich von so einem Wochenende heimfahre und nochmal Revue passieren lasse, ist es mir persönlich einfach wichtig, das Gefühl zu haben: die Leute sind jetzt einen Schritt weiter. Und die Feedbacks bestätigen das dann auch.

Hier ein gekürzter Bericht aus der Gegend von Garching:

Kurs „Arbeit am Boden“ vom 21./22.04.2012 mit Petra Stegmüller

Keine Möglichkeit mit Pferd zum Kurs nach Kühnhardt zu fahren? Kein Problem – nachdem genügend Interesse da war, bot Petra an, zu uns an den Aschauerhof in Straußdorf zu kommen. Und so waren wir – 3 junge Hafis und 3 noch jüngere Kaltblüter mit dazugehörigen Fraulis – sehr gespannt, was uns in den beiden Tagen Arbeit am Boden erwarten würde. Trotz angekündigtem Aprilwetter wurden wir am Samstagmorgen mit zwar kühlen Temperaturen aber viel Sonnenschein begrüßt. Nach einer gemütlichen Vorstell- und Theorierunde bei Kaffee und frischen Brezen ging es dann auch gleich in die Praxis: Wie wird der Kappzaum richtig verschnallt? Mit welchen Führübungen kann ich mein Pferd aufs Longieren vorbereiten? Worauf muss ich dabei achten? Für so manchen Jungspund stellte schon das Stillstehen während der Erklärungen eine Herausforderung dar – am Ende hat das aber bei allen geklappt und uns bleibt die Erkenntnis „Das ist ja angenehm, wenn man in Ruhe da stehen kann.“ Auch beim Führen zeigte sich, dass Führen nicht einfach nur neben dem Pferd herlaufen ist: Abstand zum Menschen einhalten und der Mensch gibt das Tempo (in Variationen) vor – nicht umgekehrt – wobei das Pferd auch flüssig mitlaufen soll, ohne vorauszueilen oder sich hinterher ziehen zu lassen. Da schleichen sich im Alltag doch sehr leicht Nachlässigkeiten ein und so hörte man nicht selten Petra: „Dein Pferd kumpelt schon wieder!“

Nach der Mittagspause ging es dann weiter – zunächst wurden zum Aufwärmen nochmals die Übungen vom Vormittag wiederholt – siehe da, es klappte schon deutlich besser! Anschließend ging es endlich ans Longieren – in Einzelarbeit und je nach Vorbildung des Pferdes zuerst mit der Meisterin oder gleich mit Frauli selbst und gründlicher Anleitung. Wie schaffe ich es, mich mit Longe nicht selbst zu Fall zu bringen? Dabei sollte natürlich auch noch das Pferd um einen rum laufen! Doch damit nicht genug: Kaum hat man die Fußangeln im Griff, soll man auch noch Paraden geben, um nicht kurz darauf ein „das ist wieder ein typisches Beispiel für: oh wie schön, mein Pferd läuft brav um mich rum!“ zu kassieren. Hat man es dann irgendwann geschafft, sowohl sich selbst zu koordinieren, aber auch gleichzeitig das Pferd dazu zu bringen außen zu bleiben und damit dem „ich geh wieder zur Mama auf den Schoß“ entgegen zu wirken, folgt auch gleich die Belohnung in Form eines am Ende doch annähernd in annehmbarer Haltung laufenden und auf Signale reagierenden Pferdes, das schönste Lob für jeden Longenführer!

Am nächsten Tag wurden die noch frischen Praxiserfahrungen vertieft, nicht nur mit den Vierbeinern, sondern auch mit menschlichen Pferden, damit jede Teilnehmerin auch das Longieren (und die möglichen Missverständnisse auch aus Pferdesicht kennenlernen konnte. Dies sorgte für einige Erheiterung, aber auch für viele Aha!-Effekte – so ein Pferd ist schließlich auch nur ein Mensch. Zusätzlich zu vielen abwechslungsreichen Übungen zur Vorbereitung aufs Longieren, wurde am zweiten Tag auch wieder fleißig longiert und die ein oder andere probierte sich auch in weiteren gymnastizierenden Aufgaben, wie dem Führen in Stellung oder den Anfängen des übertreten-Lassens an der Hand. Am Ende des Kurses hat das Longieren schließlich bei allen gut geklappt, auch bei den komplett Longen-unerfahrenen Jungspunden, so dass wir am Sonntagabend mit einem dicken Grinsen und dem guten Gefühl einen großen Schritt weitergekommen zu sein, die Pferde in den wohl verdienten Feierabend entlassen konnten. Fazit: ein sehr lehrreiches und gelungenes Wochenende, sowohl für die Vier- aber auch die Zweibeiner!

Patricia Quering

Kurs Stangenmikado

Beim Kurs Stangenmikado führte ich Pferd und Reiter an die ersten Hüpfer hin. Hier ist die mentale Schranke immer höher als das Hindernis selbst. Doch sind die Pferde dann motiviert genug, nehmen sie ihre Reiter einfach mit und der Spaß beginnt. Hier ein Bericht von Ralf, der den Kurs zum Praktikum nutzte:

Stangenmikado

… war der Titel eines der neuen Kurse bei Petra Stegmüller, der Vorsitzenden der VFD Mittelfranken, der diesmal auch nur von VFD-Mitgliedern gebucht wurde.

Der Begriff Mikado kommt aus dem japanischen und bezeichnet den Titel des Kaisers, bei uns besser als Tenno bekannt. Was hat das ganze nun mit Reiten zu tun. Mikado ist bei uns als Geschicklichkeitsspiel mit Holzstäbchen bekannt. Sie sind bunt und erinnern uns an die farbigen Stangen die auf den meisten Reitplätzen zu finden sind. Petra nahm diesen Namen zum Anlass uns Spaß und Freude bei der gymnastizierenden Bahnarbeit zu vermitteln. Der Einstieg war ein Referat über das Chiron-System und seine Bedeutung für Freizeitreiter. Mit seiner Grundthese, dass das Pferd ein freudiger und mitarbeitender Partner sein wird, wenn man ihm vertraut, absolvierten wir einen leichten Parcour, ohne die notwendige Aufwärmarbeit zu vernachlässigen.

Es entwickelten sich bald eigene Ideen, wie der „Schwänzeltanz“, eine Übung zur Lockerung der Hüfte. Ohne Stress erarbeiteten wir mit unseren Pferden Takt und Rhythmus. Wichtige Diskussionspunkte ergaben sich aus der Frage, wie der Reiter am besten sitzt, um das Pferd im Bewegungsablauf am wenigsten zu stören. Ein klassischer Chironsitz ist nämlich mit Westernsätteln nur schwer vorstellbar. Jeder stellte aber im Laufe des Kurses seine Steigbügel kürzer, oder kramte aus seinen Beständen einen Englischsattel hervor. Am Nachmittag begannen wir dann schon mit Vorübungen zum leichten Caprillitest. Nachdenklich bemerkte hier schon ein Kursteilnehmer an, dass man bevor man bei Petra ist, eigentlich denkt, dass das alles ein Kinderspiel ist und man eh schon alles kann. Doch merkten wir alle sehr schnell, wo es bei uns und dem Pferden noch hakt. Dieser Caprillitest (Caprilli, war der Vordenker für Rolf Bechers Chiron-System) . Beschäftigte uns auch am Kurssonntag und führte einige von uns schon am Ende des Tages nicht nur zu kleinen Sprüngen. Doch Sprünge waren uns gar nicht das Wichtigtste. Vielmehr freuten wir uns, dass bei Pferd und Reiter sich der Rhythmus verbesserte. Eine Voraussetzung für Sprünge jeglicher Art. Für mich war es ein gelungenes Kurswochenende, in das man sich auch mit eigenen Gedanken einbringen konnte. Kurz gesagt: Es machte Lust auch die anderen Kurse von Petra kennen zu lernen.

Motivationstraining

Im Frühjahr hatte ich Verena Eckert als Referentin zu einem Abend Motivationstraining eingeladen. Die Frage ins Publikum: was für ein Ziel verfolgt ihr mit eurem Pferd dieses Jahr? , stellte ich mir auch leise selbst. Hat der Freizeitreiter Ziele? Was ist denn so erstrebenswert? Arbeitet man wirklich auf etwas hin? Interessante Antworten regten zum nachdenken an. Ich formulierte für mich: ich möchte den Maiwanderritt mit Jaco mitreiten. Jeder der unsere Odyssee kennt, weiß, welche persönliche Herausforderung das war. Es meldete sich dann eine Truppe Distanzreiter an, mit der Vorgabe „kein Galopp“. Das passt, dachte ich, dann lernt er schon nichts blödes. Und so wurde es ein wunderbar entspannender Ritt, eine Mitreiterin meinte, dass man unseren Pferden halt schon die Routine und Gelassenheit anmerkt. Was für ein Kompliment, beim ersten Gruppenritt mit Fremden. Nach dem Ritt bekam er einen Beschlag und einen gescheiten Sattel und gehört nun zu den Großen.

Es ist gut, sich Ziele zu setzen, dann kneift man schon nicht so leicht, dieses „wenn und aber“ bremst einfach.

Das Frühjahr verging im Jagdgalopp. Wanderreiter gaben sich die Boxentüren in die Hand und ein Berittpferd nach dem anderen füllte den Kalender zusätzlich. Vielen Dank euch allen für das Vertrauen und: verfolgt weiterhin eure Ziele!

Unser Franken-Sternritt 2012

Ein wenig schlechtes Gewissen war schon dabei. Da sind wir routinierte Wanderreiter und buchen trotzdem das Rundum-Sorglos-Paket, das Stationenhopping. Sind wir plötzlich zu bequem geworden, um uns die Wege zwischen den Wanderreitstationen auf dem Weg zum Sternritt der fränkischen Reitstationen selbst zu suchen? Rückblickend ist zu sagen: Und wenn schon, die Entscheidung war total richtig. Denn so schöne Wege muss man als Wanderreiter erst einmal finden! Und bequem ist die Rittvorbereitung wirklich: Nur einmal telefonieren und alle Stationen sind gebucht. Vor Ort gibt’s nicht nur eine tolle Pferdeunterbringung, sondern auch alles, was das Reiterherz begehrt, inklusive Gepäcktransfer. Und natürlich eine komplett ausgearbeitete Strecke mit den schönsten Wegen zwischen den Stationen. Und so kamen wir am 1. Juni nach vier Tagen gut gelaunt beim Sternreitertreffen der Wanderreitstationen zwischen Main und Donau in Saurach bei Crailsheim an. Unsere Pferde bezogen ihre großzügigen Paddocks und wir freuten uns über viele bekannte Gesichter und einige neue Teilnehmer. Insgesamt waren 26 Reiter nach Saurach gekommen. Zu wenige für das komplette Sternrittprogramm, so dass einige Programmpunkte gestrichen werden mussten. Aber genug, um ein tolles Wochenende zu verbringen. Und so wurden nach dem Blootz-Essen die am weitesten gerittenen Teilnehmer und die „Wiederholungstäter“ geehrt. Es ist immer wieder schön zu sehen, wie viele Reiter treue Anhänger des Sternritts sind und seit vielen Jahren den Termin fest in den Kalender aufgenommen haben!

Für uns alle – Neulinge wie alte Sternritt-Hasen – gab es aber am zweiten Sternritt-Tag eine Premiere. Carl Hans Recker hatte ein Geocaching für die Reiter organisiert. Geocaching bedeutet, dass nacheinander verschiedene Verstecke zu finden sind, deren Koordinaten ins GPS einprogrammiert werden. Das GPS ist aber nicht genau genug, um uns Schatzsucher genau zum Ziel zu bringen, ein Radius von ein paar Metern bleibt immer noch. Nötig ist also zusätzlich eine topografische Karte für die Routenplanung und offene Augen vor Ort. Doch nur mit Schatzsuche war es noch nicht getan. An jedem Geocach hatte Carl Hans für uns noch weitere Rätsel versteckt, die neben reiterlichem Fachwissen auch sehr viel logisches Denken erforderten. So wurde das Geocaching zu einer neuen Version der Reiterrallye – ein tolles Erlebnis.

Am Nachmittag stand dann der traditionelle Trailparcours auf dem Programm. Petra Stegmüller hatte sich auch in diesem Jahr wieder einige Herausforderungen für Mensch und Pferd überlegt. Und so machten mehr als die Hälfte aller Sternritt-Teilnehmer mit! In diesem Zusammenhang auch ein herzlicher Dank an die Uelzener Versicherung, die die Preise für das Geocaching und den Trail spendete.

Am Abend hatte sich die Sternreitergruppe jedoch noch mal deutlich verkleinert. Einige waren schon nach Hause gefahren, um nach einem langen Wanderritt noch einen Tag vor der nächsten Arbeitswoche zum Aufräumen zu nutzen. Andere waren weiter geritten, um ihren Wanderritt fortzusetzen. Der Rest der Teilnehmer startete daher nach dem Abendessen einfach eine Anhänger-Party und genoss den Sonnenuntergang. Am nächsten Morgen, pünktlich zum Ende des Sternrittwochenendes, setzte der erste ergiebige Regen der Woche ein.

Liebe Franken-Reitstationen, wir sehen uns wieder beim Sternritt 2013!

Verena Eckert

Schließlich lies ich mich noch überreden, wieder einen Geländetag zu organisieren. Ruck-Zuck war der Kurs voll und es hat allen mächtig Spaß gemacht. Hier ein Teilnehmerbericht:

VFD -Geländehüpferkurs und „Die wilde Horde“

So nennt sich ab jetzt eine Gruppe von 13 Freizeitreitern, die am Sonntag, dem 24.06.2012 die Geländestrecke vom Reiterhof Altmühlsee unter fachkundiger Anleitung von Stefan Schwarz unsicher machte. Bereits am Samstag versammelten sich einige der Teilnehmer, um gemeinsam das herrliche Ausreitgelände zu erkunden. Am Sonntag stießen dann die restlichen Freizeitreiter zu der Truppe. Um 9 Uhr begann der Kurs und die erste von drei Gruppen stürmte die tolle und gepflegte Geländestrecke. Petra Stegmüller, Bezirksvorsitzende der VFD-Mittelfranken, hatte wieder den Kurs organisiert und schon im Voraus die Gruppen entsprechend der gewählten Schwerpunkte und Wünsche der Reiter zusammengestellt. Mit Hilfe von Tipps, Tricks, der ruhigen Art und dem Fachwissen des Trainers ließen sich alle gerne auf neue Herausforderungen, wie Bergabsprünge oder verschiedene Hinderniskombinationen, ein. Nach einem tollen Vormittag, an dem Pferd und Reiter durchaus über sich hinauswuchsen, erwartete uns ein herrliches Mittagessen.

Bereits um 14 Uhr startete die erste Gruppe zur 2. Trainingseinheit des Tages. Auch hier galt es wieder, sich neuen Herausforderungen zu stellen. Sichtlich geschafft, aber auch stolz fanden sich Pferde und Reiter um 17 Uhr zum Abschlussgesprßch ein. Selten erlebte ich einen Lehrgang, bei dem die Teilnehmer untereinander so gut harmonierten. Deshalb konnten Pferd und Reiter ihre Grenzen akzeptieren, anstatt falschen Ehrgeiz zu zeigen. Spaß stand im Vordergrund und am Ende des Tages hatte jeder diverse persönliche Highlights zu verbuchen. So stand auch fest, dass man in Kontakt bleiben wollen. Am Ende des Tages gab es ein einstimmiges Fazit: „Das müssen wir unbedingt wiederholen!!!“

Nächster Termin ist der 9.9.12, Interessierte bekommen bei Petra Stegmüller (info@pferde-unser-leben.de) gerne die Ausschreibung.
Sabrina Siedle, Schnelldorf

Etwas angesäuert bin ich bezüglich der FN-Abzeichenkurse. Ich verstehe ja, dass jeder Pferdebesitzer auf Nummer sicher gehen will und sich kurzfristig anmeldet. Doch durch diese Moral musste ich beide Kurse im Frühjahr absagen- obwohl sie dann doch stattfinden hätten können. Natürlich könnt ihr nicht wissen, was das für eine Vorbereitung ist. Ich muss den Kurs drei Wochen vorher in München anmelden und genehmigen lassen sowie die Richter einladen. Dazu brauche ich mindestens vier Teilnehmer. Wenn ihr dann 10 Tage vorher anruft, ob ihr noch mitmachen könnt, ärgert mich das. Die anderen TN haben extra Urlaub genommen und dann muss ich absagen.

Es wäre arg schön, wenn das nächstes Jahr besser klappt. Ebenso ist das mit den kurzfristigen Absagen.

So, nun sind wir im Endspurt der Vorbereitungen zum FN-Wanderreitführer Lehrgang, der heuer gut besucht ist. Ich finde es total super, wenn ich die Leute mit dem ersten Wanderreitabzeichen so motivieren kann, dass sie bis zu letzt mitmachen. Und solche Leute braucht der Breitensport und ich wünsche mir, dass sich Anfänger im Wanderreiten auch solchen Leuten anvertrauen, dann wird Wanderreiten auch für das Pferd ein schönes Erlebnis! Einen schönen Spätsommer wünscht euch und den Pferden,
Petra