Saisonauftakt Wanderreiten 2019

Bei herrlichem Wetter starteten wir mit Sternritten in das Training zum Wanderreiten. Die Pferde haben  noch zum Teil ihr Winterfell. Darauf haben wir mit den Strecken reagiert. Je gute 15 km am ersten und letzten Tag und ein 30km Tagesritt am zweiten Tag waren gut zu schaffen. Die Pferde liefen zwar hochmotiviert in der Gruppe, waren aber super an ihrer Position zu halten. Auch die Mädels hatten viel zu erzählen und lachen, da waren die Nächte kurz. Es wurde mir wieder bewusst, wie schön wir es hier haben. Es genügt wirklich den Blickwinkel zu ändern, die Sichtweisen der anderen zu überdenken. Wie schön, dass bei uns nix “los” ist, man kann drei Tage reiten und begegnet niemandem. Traktorfahrer, Busfahrer u.a. bremsen noch freundlich ab und winken uns zu. Die Wiesenflächen sind bereits grün, die Obstbäume haben pralle Knospen und erblühen wohl demnächst. Die ersten Schafe und Rinder hüpfen auf den Weiden. Wir machen Pause am Karpfenweiher. Der Storch stakelt durch die Wörnitzaue oder thront auf den Dächern der Stadt. Abends erfreuen wir uns an Köstlichkeiten in bezahlbaren Gasthäusern. Bummeln durch Dinkelsbühl mit seinem Puppenhausambiente, erfreuen uns an den Fachwerkkulissen. “Ach Gott, ist DAS schön hier”, hören wir als Refrain der Tage. Da habt ihr Recht, ich hätte es fast(über den Winter) vergessen. Schön, dass ihr da wart, jetzt weiß ich es wieder!

Longieren mit dem Kappzaum

Longieren mit dem Kappzaum

 

Die neuen Termine für 2019 sind online, u.a.:

Rückentraining mit dem Kappzaum am 24. und 25.8.19 bei Feuchtwangen

 

Immer öfters sehe ich nun Pferdebesitzer, die ihre Pferde am Kappzaum longieren. Doch den Kappzaum nur als Ersatz fürs Halfter her zu nehmen, dazu ist er zu schade. Das Longieren mit Kappzaum ist mehr! Es wird grundsätzlich am Kappzaum ohne Hilfszügel longiert. Hauptaugenmerk liegt auf der korrekten Stellung und Biegung auf der Kreislinie, um dem Pferd aus seiner natürlichen Schiefe heraus zu helfen. Mit dem Kappzaum erreiche ich dabei über die entsprechenden Muskelketten das ganze Pferd und ende nicht nur vor der Schulter. Kappzaumtraining bereitet das Pferd optimal auf das Reitpferde-Dasein vor und hilft notwendige Muskulatur aufzubauen. Denn unser Pferd ist von Natur aus kein Lasten- und Reittier! Genauso kann ich aber damit Pferde,  die sich vorher unbemerkt in die einseitige Belastung gelaufen haben, wieder umprogrammieren in einen dynamischen, weil beidseitigen Bewegungsablauf.
Doch nur wer ein „geschultes Auge“ hat, Bewegungsabläufe erkennen und
richtig einzuschätzen weiss, wird auch am Pferd sinnvolle Arbeit leisten können. Doch um einem Pferd vermitteln zu können, was getan werden soll, braucht erst einmal der Reiter ein klares Zielbild vor Augen. Ich werde eure Blicke schulen und neue Trainingsideen, die euch danach auch in der Weiterarbeit am Pferd voranbringen werden, einbringen. Sinnvolles Longieren ist kein stupides und “einfaches” Bewegen des Pferdes – die Hilfengebung muss genauso erlernt werden, wie die des Reitens und falsche Ausführung schadet dem Pferd
und dem empfindlichen Bewegungsapparat. Der Longierkurs bietet dafür eine pferdefreundliche und kleinschrittige Anleitung nach biomechanischen Grundsätzen, die ich euch auch durch meine langjährige Tätigkeit als Pferdephysiotherapeutin nahe bringen kann.

Preis: 150 €

Unterkunft für Pferd und Reiter am Hof möglich

Kurs-Erinnerung 1.7.18-Heilkräuter und Pflanzen für Pferde

Passend zum Artikel “Heu machen” kommt hier noch die Erinnerung zu unserem gemeinsamen Sonntagsspaziergang am 1.7. ab 13 Uhr über die hiesigen Fluren. Fachfrau Nicole Menzel führt uns dabei über unsere Wiesen und Grabenränder und zeigt wertvolle Gräser und Kräuter für die Pferde. Dabei wird sie über deren Heilkraft berichten. Sollten wir giftige Pflanzen oder Sträucher finden, bekommen auch die ihren Namen. Man lernt über Pflanzen am Besten, wenn man sie an ihrem Standort besucht und nicht aus Büchern lernt.

Vom Heu machen

Es raschelt, es duftet, es hat Sommersonne getankt, es kratzt an den Beinen und hört sich doch so gemütlich an, wenn es die Pferde im Winter malmen.

Doch bis es soweit ist, werden täglich mehrmals verschiedene Wetterdienste befragt um fest zu stellen, dass jeder was anderes verspricht. Oder doch den alten Wetterregeln vertrauen, den Vollmond wieder abwarten? Es einfach zu riskieren kann man nicht eingehen, als Pferdehalter hat man nur den ersten Schnitt als Chance. Bleibt es vier Tage sonnig- oder kommt das Gewitter doch früher?

Die größte Sorge im Radio gehört den Schwimmbadbesuchern- ob es Badezeit ist oder nicht. Tja, die können ihr Handtuch in Sicherheit bringen. Mir helfen nur Stossgebete- ja, man wird sehr gläubig bei den Blicken in den Himmel. Wenn wir uns nicht trauen, wird das Gras wieder so überständig wie vor 2 Jahren. Außerdem brauche ich den erneuten Aufwuchs zum Abweiden.

Ich gebe dem selbstgemachten Druck nach und mein Mann darf  das Mähwerk anhängen. Ab jetzt wird jede Wolke argwöhnisch beäugt und das Bangen beginnt. Mehr lesen

Wanderritte im Spessart und der fränkischen Schweiz

Wanderritte im Spessart und der fränkischen Schweiz

Beide Landstriche, der Spessart und die fränkische Schweiz, hatten für uns den gleichen Anreiz: viele hellgrüne Buchenblätter im frühlingshaften Sonnenschein.

Ich liebe es im Wald zu sein. Diese Stille- obwohl, wenn man die Ohren spitzt, hört man  Bienen summen, andere Insekten surren, Vögel ein Konzert anstimmen. Es ist eben eine andere Stille, irgendwie organisch, wenn man das Rauschen der Blätter in den hohen Kronen dazu nimmt, oder das Rascheln im Unterholz, wenn sich ein noch nicht erkennbares Tier gestört fühlt.

Auch wenn man in der Gruppe reitet, gibt es Momente wo jeder schweigt. Dann fallen die abgehobensten Gedanken aus dem Karussell. Eine Mitreiterin ruft: „schaut mal, wie das Licht durch die Bäume fällt und welche Muster es am Boden malt. Und wie unterschiedlich Grün das alles ist, Moospolster, Preiselbeeren, Tannennadeln…“ Mehr lesen

Kühnhardts neuer Hahnenbaum

Am 1. Mai 2018 fand wieder ein großes Fest im Dorf statt. Üblicherweise stellt man da ja den Maibaum auf- in Kühnhardt ist es der “Hahnenbaum” (früher tanzte man dabei “einen Gockel” aus). Nach fünf Jahren wurde der Alte nicht nur unansehnlich, sondern vor allem morsch und damit gefährlich. Unser Dorf pflegt noch in Vielem seine Traditionen und so wurde auch hier Manneskraft anstatt Technik (Kran) eingesetzt. Stolz trugen die 30 kräftigen Männer, die 25m hohe, reich geschmückte Fichte zum Dorfplatz. Mit Stangen (sogen. Schwalben), Spießen und der klaren Ansage des Zimmerermeisters wurde nach 2 Stunden der Baum in die Erde gesetzt. Die leichte Brise entwickelte mit der Höhe des Baumes ganz schöne Kräfte. Dann wurde feierlich die Chronik von Kühnhardt vorgelesen, um den 250 Zaungästen auch das Wahrzeichen unseres Ortes-den Schlegel- zu erklären. Der alte Eichenknörz stammt von 1784 und wurde da von den “Herren von Kreßberg” als Zeichen des Vergleichs gestiftet. Es ging dabei um die Weiderechte rund ums Dorf. Mehr dazu und ausführlicher könnt ihr auf meiner Site unter Chronik von Kühnhardt nachlesen. Bei strahlendem Sonnenschein fand der gelungene Tag auf der Bierbank seinen Abschluss.

Von Demut und Rollkur

Im Spätherbst 2017 strampelte die „Dressurqueen“ IW verbissen durch die sozialen Netzwerke. Es wurden die gewonnenen Prüfungen gezeigt, aber auch das mutige Rollkur- Abreiten in der Öffentlichkeit. Dann sah ich sie in einem Interview, wo sie mehrmals von Demut und Partnerschaft mit dem Pferd spricht. Ich konnte da keinen Zusammenhang mit den Videos herstellen. Wie kann man in Demut seinen Partner quälen? Vielleicht habe ich ein falsches Verständnis zu Demut. Ich hinterfrage den Begriff. De und Mut müsste ja: nicht mutig heißen. Aber muss man nicht mutig sein, wenn man von Demut spricht? Man findet auch Hochmut bzw. Arroganz als Gegenpol zur Demut. Das passt für mich besser. Mehr lesen