11. Sternritt 2007 29. Mai − 3. Juni 2007
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Nach einem Wochenende "Berg rauf und runter" im Mainhardter Wald und "Kulinarisches" im Crailsheimer Hinterland, waren die Pferde fit für die Teilnahme am Sternritt der Wanderreitstationen. Wir durchritten unseren Landkreis über Langenzenn, Schwabach, Windsbach, Pleinfeld nach Altentrüdingen am Hesselberg. Der erste Reittag war eine Herausforderung für Ross und Reiter. Wir trotzten 60 Liter Regen und Gegenwind - testeten die Versprechungen der Regenkleidungshersteller. Das Motto: es gibt kein schlechtes Wetter, nur unangepasste Kleidung ist leicht ausgesprochen.
Wenn man sich dann so eingepackt seinem Schicksal ergibt, kann man auch wieder Schönes daran entdecken. Das Prasseln der Regentropfen auf dem Blätterdach im Wald, der Geruch von feuchter Erde, die lebensspendende Kraft des Wassers nach dem trockenen April. Die Pferde nehmen den Regen gelassen. Er gehört zu ihrem Koppelalltag wie Sonnenschein und Wind. Herrlich ist es nach so einem Tag, unsere Kameraden in schöne Boxen zu stellen, warm zu duschen und bei einem Bierchen die entstandene Gruppendynamik zu genießen.
Der nächste Tag ist klar und rein. Der Himmel strahlt blau, kleine Wolken ziehen wie eine Schafherde vorüber. Die Sonne gewinnt an Kraft, beleuchtet den Waldboden wie ein Scheinwerfer im Theater. Die Pferde schnauben gelöst, wir genießen die Wärme und die Landschaft.
Nach Windsbach reiten wir auf herrlichen, sandigen Naturböden durch den Kieferwald. Die ersten Hopfenstangen tauchen auf, in den Dörfern fallen hohe Fachwerkhäuser auf. Hier wurde der Hopfen getrocknet- das Ergebnis "Spalter Bier" lassen wir uns im Biergarten munden. Etwas abenteuerlich wird der Weg zum Großen Brombachsee. Wir schleichen an Seen und Kiesgruben vorbei und gelangen nach Ramsberg. Erst ohne Pferd ist uns der Blick auf den See gestattet- Reiten ist dort verboten.
Mit ausgeruhten Pferden ziehen wir unserem Ziel entgegen. Das Geläuf wird wieder pferdefreundlicher und lässt uns zügig vorwärts kommen. Unterhalb von Spielberg treffen wir auf einen unterhaltsamen, echten Wirt − da lässt sich gut Pause machen, den längsten Reitweg haben wir heute schon hinter uns.
Noch um ein paar Ecken und wir sind in Altentrüdingen am Hesselberg, dem diesjährigen Zielort des 11.Sternritts angekommen. Uns erwartet ein großes Hallo und ein Glas Sekt, die Stille des Weges liegt hinter uns. Wir beziehen unsere Unterkünfte, bedanken uns bei den Pferden und tauchen in den Trubel des Reiterfestes ein. Countrymusik und Begrüßungsreden lassen die Nacht fast zum Tag werden, alte Freundschaften begegnen sich, Neue werden geschlossen. Am Samstag morgen heißt es wieder fit sein (oder sich nichts anmerken lassen) und an den geführten Ritten teil nehmen. Wir schließen uns Christan Oberhauser an und können eine herrliche Routenführung genießen. Der Weg führt uns zum Hesselberg, die Pferde härten wir dabei schon mal für den Trail am Nachmittag ab. Denn der Touristikverein hat eine Vogelscheuchen Parade initiiert, die alles von der Furchtlosigkeit und dem Vertrauen der Pferde forderte.
Idyllischer Rastplatz beider Reitgruppen war die an der Wörnitz gelegene Schmalzmühle der Fam. König. Wir bekamen einen kurzen geschichtlichen Vortrag, konnten selbstgemachten Käse probieren und kaufen. Mit lautem Hufgetrappel zogen wir Wassertrüdingen entgegen und kamen frohgelaunt und rechtzeitig zum Beginn des Trailparcours in der Reitanlage an. Mit vielen kreativen Ideen wurden die Pferde konfrontiert. Über die Brücke reiten und rückwärts ins Stangen-L, ein Tor öffnen und schließen ginge ja noch. Aber der Pferch mit den Schafen davor ließ aus der Theorie Wirklichkeit werden. Wem da noch nicht heiß wurde, der konnte sich Kleidungsstücke vom Traktor pflücken, einen Reifen ziehen, Eier auf einem Löffel transportieren und damit noch vorsichtig über ein Stangenkreuz klettern.
Mit vertrauensvoll und gut gerittenen Wanderreitpferden ist alles möglich und falls nicht, gilt der Spruch: Ist der Tag nicht dein Freund, so ist er dein Lehrer.
Noch während dem Abendessen ehrte Petra Stegmüller als Prüferin die Erstplazierten. Annette Peterlick gewann souverän in Bestzeit, gefolgt von Vorjahressiegerin Sabrina Haus und Birgit Haunschild. Viel Zeit für den Siegestaumel blieb nicht, denn die Pferde mussten bald schon für den Fackelritt fertig gemacht werden. Eine große, bis auf wenige Ausnahmen auch gesittete, Reitergruppe zog zum Empfang durch den Bürgermeister Herr Pelczer nach Wassertrüdingen. Ganz schön eng ging es zu auf dem mittelalterlichen Marktplatz mit Pferden, Fackeln, parkenden Autos und Zuschauern. Der Rathauschef hatte eine gelungene Ansprache vorbereitet und ehrte die weitest gerittenen Teilnehmer des Sternritts. Tatjana Pittroff ritt in 1100 km von Bayern über Tschechien nach Dresden zu den Karl-May-Festspielen und über Bayreuth und Erlangen zum Hesselberg. Deutlich weniger Kilometer gereichten Wolfgang Putz und Roland Olejnik zum 2. Platz und Stefan Knoll und Susanne Bauer zum Dritten. Stolz und mit begeistertem Beifall begleitet, zogen die Reiter durch den Torbogen wieder zur Reitanlage, wo der Abend mit Ritterlebnissen, Geburtstagsständchen und Lagerfeuer ausklang.
Einen romantischen Abschluss des Wochenendes setzte der Gottesdienst unter freiem Himmel am sogenannten Bürklein. Auch der Pfarrer erwies sich als sehr redegewandt und gut auf die Thematik vorbereitet. Der hiesige Posaunenchor untermalte dies feierlich. Voll guter Wünsche und Gedanken reisten die Meisten nach dem Weißwurstfrühstück ab.
Was bleibt? Ein ziemliches Schlafdefizit, außerordentlich aufgewertet durch all die tollen gesammelten Eindrücke. Und: eine feste Umarmung und ein dickes Bussi an die Verantwortlichen und Super-Organisatoren des diesjährigen Sternritts, Christian Oberhauser und seinem Team vom RuFV Wassertrüdingen. Ich weiß, wovon ich spreche, zehn Jahre Sternrittorganisation liegen hinter mir und ich konnte als Gast jede Stunde genießen. Super und DANKE, bis nächstes Jahr, das Wochenende nach Pfingsten.
Petra Stegmüller

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