Ritt im Steigerwald 13. − 20. Mai 2006
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"Und als ich so ritt, |
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Genau die Worte des Frh. Von Münchhausen kamen bei einem außergewöhnlich schönen Wanderritt Mitte Mai im Steigerwald zum Tragen. Eine Woche lang durften wir eine Reitergruppe mit Nordlichtern aus Bremen, Essen und Hamburg durch unsere Gegend begleiten. Dabei wurden wir besonders nett aufgenommen und genossen die harmonischen Urlaubstage im Sattel.
Pause an der Rannach-Quelle |
Wir trafen uns bei Fam. Fluhrer in Burgbernheim, wo die Gruppe tags zuvor nach mehrstündiger Hängerfahrt ankam. Alle waren bereits gutgelaunt am Pferdeputzen, so daß es nach kurzer Ablaufbesprechung losging. Peter, der ja immer bemüht ist, Graswege zu finden, verzweifelte gleich in den ersten Kilometern an der neu durchgeführten Flurbereinigung. Doch auch dieses Stück Weg brachten wir hinter uns, und legten beim "Rannachstein" eine Graspause für die Pferde ein. Der erste angebotene Ramazotti von Peter wurde anfangs fast genant abgelehnt, die Gewöhnung trat dann im Laufe des Ritts aber doch auch ein... |
In Custenlohr konnten wir schön Mittag machen. Die Pferde ruhten unter rot blühenden Kastanien aus und wir genossen Hausmacherplatte und Frankenwein. Auf schönen Graswegen gelangten wir zur Station der Fam. Christ. Dort wurden wir wie immer herzlich aufgenommen und fielen über das kühle Bier her. Bobby, ein noch junger Begleithund, verausgabte sich den ganzen Tag und war auch hier noch am Katzen beobachten. Bis ihm schließlich beim Bierinhalieren doch die Augen zufielen, was die Katze ausnutzte und sich hinter ihm postierte.
Rast in Castenlohr unter Kastanien |
Als der Hund KO war, hat er auch die Katze vergessen |
Gut ausgeruht ging es tags drauf nach Markt Bibart, wo wir an einem Aussiedlerbauernhof vorbei ritten und scheinbar erwartet wurden. Der Bauer fragte über den Zaun, ob wir nicht was essen wollten. Er hätte gestern Hoffest gehabt und noch was über. Und weil so spontane Rasten meistens originell sind, sattelten wir ab. Im Innenhof ließen wir uns das Essen schmecken und bekamen zum Kaffee auch noch von der Tochter ein Trompetenständchen geblasen. Fröhlich zogen wir weiter nach Stierhöfstetten. Dort war bereits alles für uns vorbereitet und wir genossen den Ausklang im Biergarten.
Graspause zum Hunde-Erfrischungsbad |
Windsheimer Ebene |
Vogelgezwitscher weckte uns nicht nur morgens auf, sondern begleitete uns auch durch die stillen Bachtäler und grünen Eichenwälder - das ist fränkisches " Ayurveda" (Insider-Wissen) Viel zu früh kamen wir zum Jagdschloss Fürstenruh, wo wir erst mal die "Domina" kosteten, um dann doch noch eine Vesperpause dranzuhängen. Ein herrlicher Ausblick ins Tal verwöhnte uns, besonders als da unten ein Gewitter entlang zog. Weiter ging es über die Schotterpisten des Casteller Fürstenwaldes nach Castell. Auch hier ein toller Blick übers Land und seine grünen Weinberge. Diese durchquerten wir noch und kamen dann in Mainbernheim an.
Kurz vor Stierhöfstetten |
Eckehard schmeckt die fränkische Domina |
Fam. Reifenscheid verwöhnte uns mit einer Tafel im Garten und zufrieden verkrochen wir uns in die schönen Zimmer. Am frühen Morgen weckte uns ein Vogelkonzert mit lautstarken Froscheinlagen. Leider verließ uns dann Maria mit den Hunden, weil sie kurzfristig daheim nach dem Rechten sehen mußte. Über lange Wiesenwege ritten wir weiter, riefen immer wieder "Bobby" und "Anna" wenn ein Hase aufsprang, denn die Hintergrundbeschallung fehlte doch sehr abrupt.
Spontan ritten wir in Mönchsondheim ein, wo wir die Pferde beim Europareiter Albert Knaus unterstellen konnten, um dann ein uriges Wirtshaus zu besuchen. Die schon betagteren Wirtsleut gaben alles und zum Schluß auch noch Kaffee und Kuchen wie bei Muttern... Albert hisste noch die Fahne und führte uns durch sein Ferienhaus und den Weinkeller und ließ uns kühlen Frankenwein versuchen.
Gutgelaunt und voller Gesprächsstoff zogen wir weiter nach Wässerndorf zu Fam. Bullmer. Die Kinder empfingen uns mit Freude und ihren Trettraktoren. Sie unterhielten uns mit ihren Kunststücken und wetteiferten mit Peter um den lautesten Sprung auf das Blech im Hof.
Herrliche Ausblicke |
Am liebsten geht's uns gut |
In Oberickelsheim konnten wir leckeren Spargel essen und zur späteren Stunde fingen die Männer auch noch zum Skat spielen an. Peter gewann nach dem Motto: Frechheit siegt. Frau Bullmers Wettervorhersage zu Folge fuhr meine Regenhose im Gepäck mit. Stunden später verfluchte ich es. Bei Gollhofen kamen wir in ein Unwetter in dem es in 20 Minuten 30 Liter vom Himmel goß. Im Stechtrab ritten wir in die Futtergasse eines Rinderlaufstalles und trieften vor uns hin. Draußen mischte sich das Grau vom Himmel mit dem aufprasselnden Regen vom Boden - ein Schauspiel. Beim Weiterreiten sprudelten die Gräben am Wegesrand und das Wasser kam in Sturzbächen von den frisch eingesäten Äckern. Schaumkronen und gelber Blütenstaub vermischten sich zum chemischen Agrarallerlei. Immer wieder kämpften wir uns durch heftige Regenschauer, fanden dann ein trockenes Plätzchen in Simmershofen. Bei einem Springreiter stellten wir die Pferde unter. Mit nassen Jeans am Mittagstisch - da hilft nur Humor und die Schadensfreude der anderen.
In Großharbach angekommen, wurden wir von Fam. Ott mitleidsvoll empfangen. Ein Schoppen Hauswein zur Begrüßung, ein warmer Heizungskeller für die Klamotten und eine heiß ersehnte Dusche ließ alles Erlebte relativieren. Mit einem Geburtstagsständchen und Glückwünsche für Harald begannen wir den letzten Reittag. Dick vermummt und in voller Regenmontur zogen wir los, konnten uns aber bereits im Gickelhäusertal wieder entblättern. Dort ließen wir den Quarter von Manfred erst mal Wiesenkräuter fressen, weil er vor lauter Krampfhusten schier keine Luft bekam. Irgendwas mußte ihm im Hals gesteckt haben. Nach Petras Meridianmassage und sonstigem Hokuspokus erholte er sich schnell und bald hörte man nichts mehr. Manchmal können einen die Pferde schon schocken.
Entlang der Weinberge |
Dem Unwetter entkamen wir leider zu spät - da suchten wir bei den Rindern Unterschlupf |
Wir durchquerten so manche Furt, ließen das Taubertal westlich von uns liegen, erahnten die Silhouette von Rothenburg und genossen in Steinsfeld eine frische Schlachtschüssel. Am dortigen Kirchturm machten sich gerade waghalsige Dachdecker zu schaffen. An der Eisenbahnlinie entlang ritten wir in Burgbernheim ein.
Es ging eine Traumreiterwoche mit vielen Eindrücken in netter Gesellschaft zu Ende. Einige Geheimnisse blieben allerdings unbeantwortet:
- Der Name der Doppeldeckerfliegen mit Rüssel, die wir zu Maifliegen tauften.
- So mancher Blumenname, der Utas und Petras Augen, bei ihren Botanikstudien fehlte.
- Das Schicksal von so mancher Frau Piep und auch Frau Murks.
- Das ständige Zurückfallen in die allgegenwärtige Fäkalsprache.
Wir hoffen auf ein Wiedersehen in dieser Runde und bedanken uns bei den Reitern und auch den guten und unkomplizierten Pferden!

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