2006 Kursberichte
Kurs Bodenarbeit vom 07.09. − 10.09.2006
Nur wenig Zuspruch fand heuer unser Grundkurs Bodenschule. Gibt es wirklich schon soviele Pferdeleute mit "Führungsqualitäten"? Als Wanderreitstation erleben wir das oftmals anders. Pferde mit guten Manieren sind gerade im täglichen Umgang am Boden für die Sicherheit von Mensch und Pferd von zentraler Bedeutung.
Wie Pferdeverhalten richtig gedeutet wird, wie der Mensch auch in Stresssituationen richtig reagiert und wie wir unbewußt dem Pferd falsche Signale senden, waren Lehrinhalte zum Nachdenken. Wie kann ich mich mit meinem Pferd verständigen, ohne Zwang anzuwenden? Wie schule ich ein Pferd zu Gelassenheit und williger Nachgiebigkeit?
Für mich ist die Bodenarbeit nach Linda Tellington Jones dazu mit am Besten geeignet. Die verschiedenen Führpositionen wurden erklärt und mit unseren bereits erfahrenen "alten Hasen" geübt. Dann ging es an die ersten Bodenhindernisse. Führen durch den Engpass, "Bewegung einfrieren" über Bodenstangen, das L vor- und rückwärts. Dabei wird nicht nur die Geschicklichkeit und Trittsicherheit der Pferde geschult, sondern auch deren geistige Mitarbeit.
Unsere " Alten" hatten dafür nur ein Gähnen übrig, richtig spannend wurde es, als wir unsere Jungpferde dazu holten. Beide waren in dieser Hinsicht noch jungfräulich. Hier galt es zur Führungspersönlichkeit zu werden. Umso erstaunter waren die Teilnehmer, wie willig und unkompliziert die "Kleinen" mitmachten. Anfänglich vorhandenes Unbehagen löste sich ab durch Neugier und Mut und schließlich der Erkenntnis, dass das Ding ganz harmlos ist und der Mensch als Leittier wieder einmal recht hatte.
Solches Lernen kann nur ohne Zwang und mit viel, viel Zeit geschehen. Bleibt der Mensch dabei hartnäckig genug, ruhig, beharrlich, geduldig und konsequent, so wird jedes Pferd einmal beginnen, an der Plane zu schnuppern. Und ganz nebenbei trainiert und erzieht es dabei auch uns- und unsere erwähnten Tugenden werden bearbeitet.
Als entspannenden Ausklang wurden die Pferde mit dem Tellington Touch behandelt und die Meridiane energetisch versorgt. Mit viel mehr Achtsamkeit demgegenüber was wir tun, was wir wie erreichen wollen und können, zogen die Teilnehmer nach Hause. Bleibt zu hoffen, dass sich nächstes Mal mehr Teilnehmer finden, die durch die Arbeit am Boden ihre Pferde gymnastizieren und ihre körperliche Beweglichkeit trainieren wollen. Zusätzlich schulen wir ihre Intelligenz und Auffassungsgabe, machen sie scheufester, indem das Vertrauen zum Reiter größer wird, als der angeborene Fluchtinstinkt. Und leider wird dieser Schwerpunkt in "normalen" Reitschulen immer noch stiefmütterlich behandelt.
Wanderreitabzeichen 1 vom 23.08. − 28.08.2006
Unseren zweiten Kurs zum Wanderreitabzeichen dieses Jahr konnten wir im Spätsommer mit einer sehr engagierten Gruppe durchführen. Das gemeinsame Lernen hat Spass gemacht, aber auch viel zum Nachdenken angeregt. Es zeigte auch, wie "leicht" man es sich als Einsteller macht, indem Pferdehaltung und auch Fütterung dem Hofbesitzer überlassen wird. Ich hoffe nicht, mit den Informationen "kritische" Einsteller erzeugt zu haben. Noch- Nicht Pferdebesitzern wurde klar, mit was man sich alles beschäftigen muß, bevor es ans Reiten geht...
Das Wanderreitabzeichen Stufe 1 nebst Reitpass haben bestanden:
- Oliver Daas mit unserem Lehrmeister Mymoon
- Beate Daas mit unserem Quarter, wenn auch nicht immer-cool, Joker
- Rita Karkhof souverän und überzeugend auch mit unserem Hafi Dirndl und Lerry in der Dressur
- Susan Feuchter mit ihrem lebensfrohen Isi, der immer braver wurde...
Die Richter Andreas Vicedom und Annette Vollert waren mit der Vorbereitung und dem Ablauf sehr zufrieden.
Am letzten Tag unternahm die Gruppe einen mehrstündigen Ausritt mit Mittagspause, indem das theoretisch Erlernte zum Einsatz kam. Im Team wurde die Strecke ausgewählt und dann auch gefunden, wenngleich es halt immer verschiedene Möglichkeiten der Orientierung gibt. Begeistert traten die Teilnehmer die Heimreise an und freuen sich auf die Herausforderungen der "Stufe 2" - Glückwunsch!.
Wanderreitabzeichen 1 vom 19.04. − 23.04.2006
Ostern 2006 faul in der Karibik verbringen? − nichts da, wir lernten gemeinsam für das Wanderreitabzeichen Stufe 1
Im netten Kreis von 4 beherzten Frauen ( eine konnte nicht kommen, weil ihr Pony nicht in den Hänger zu bewegen war, die Arme und Verzweifelte...), tauschten wir unsere Erfahrungen mit Wissenswertem im Geländereiten aus. Carl Hans übernahm wieder den aufregenden Part der Orientierung im Gelände und schaffte es mit seiner ruhigen und souveränen Art, den Damen die Geheimnisse der topographischen Karte zu eröffnen.
Die mitgebrachten eigenen Pferde wurden bei den täglichen Ausritten und den Übungen in der Reitbahn so weit gefördert, dass alle ihren Part erfüllten, wenngleich sich das am Prüfungstag im Gewitterregen am Reitplatz auch nicht einfach gestaltete. Welcher Araber galoppiert schon gerne schöne Volten, wenn der Regen gegen ihn prasselt.
Unsere Ferienwohnung wurde in der nächtlichen Prüfungsvorbereitung auch kurz umdekoriert: Der Teppich wurde richtig "eingenordet" und mit Klopapier übte man noch heimlich das Bandagieren.
Erfolgreich bestanden haben alle Teilnehmer und Kurt Vicedom konnte die Urkunden überreichen.
Wir gratulieren den mutigen Prüflingen:
- Susanne Hofmann mit Araberstute Malika
- Ines Kühn mit Isländer
- Trixi Ackermann mit Super-Galopp-Isi
- Simone Geißel mit unserem Mymoon, der wieder wie ein Herr Naseweiß die Prüfung durchlief
Das Resümee steht im Gästebuch- Eintrag: " es lebt nur der, der lebend sich am Leben freut"
...und das hat hier in Kühnhardt mit Euch, der ganzen Gruppe und den Pferden und Ponies super geklappt...
Vielen Dank, wir kommen zur Stufe 2 wieder. − Ich kann das Kompliment nur zurückgeben!



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